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Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Pädagogik

Ritterschlag für Rundings Burg-Erlebnis

Die Burgruine Runding wird immer mehr Anlaufpunkt für Schulen: Dank des neuen Konzepts wird Geschichte erlebbar.

Welch eine Ehre! Wie einst Sir Galahad von seinem Vater Lanzelot in der Tafelrunde von König Artus, so wird hier Thomas von der Wolfram von Eschenbach Grundschule auf der Burgruine Runding von König Peter zum Ritter geschlagen.  Fotos: Schönberger
Welch eine Ehre! Wie einst Sir Galahad von seinem Vater Lanzelot in der Tafelrunde von König Artus, so wird hier Thomas von der Wolfram von Eschenbach Grundschule auf der Burgruine Runding von König Peter zum Ritter geschlagen. Fotos: Schönberger

Runding.Wie war das damals, auf Burg Runding? Wie haben unsere Vorfahren dort gelebt? Wie gearbeitet? So etwas im Unterricht theoretisch „durchzukauen“, macht wenig Spaß. Umso mehr Engagement zeigen Kinder, wenn sie das Leben von damals direkt vor Augen geführt bekommen. Und das machen jetzt die Burgfreunde Runding gemeinsam mit der Rundinger Schule, die ein besonderes Burgerlebnis zusammengestellt haben. Über Stationen wird den Kindern das harte Alltagsleben als Bauer oder Ritter vermittelt. Der Zuspruch ist groß – das Erlebniskonzept hat somit den Ritterschlag bereits hinter sich.

Die gesamte Wolfram von Eschenbach Grundschule aus Runding durfte jetzt ihre Burg erleben – zwar bedroht von dunklen Wolken, doch waren die Kinder mit Eifer dabei. Bereits ein paar Tage vorher hatten die 75 Schüler die geheimnisvolle Einladung zum Burgerlebnistag bekommen.

Nur Brot und Wasser

Ziel: Das neue Konzept entstand zum 900. Geburtstag Rundings und sollte die Ortgeschichte bekannter machen und die Schulgemeinschaft stärken. Daraus entstanden Stationen, wo Erfahrungswerte zum Burgleben wie etwa Zielschießen, den Kindern vermittelt werden können.  Fotos: Schönberger
Ziel: Das neue Konzept entstand zum 900. Geburtstag Rundings und sollte die Ortgeschichte bekannter machen und die Schulgemeinschaft stärken. Daraus entstanden Stationen, wo Erfahrungswerte zum Burgleben wie etwa Zielschießen, den Kindern vermittelt werden können. Fotos: Schönberger

Darin stand die Kleiderordnung für den Tag: die Farben des Bauernstandes – also in Braun und Blau – notfalls mit Papas T-Shirt und einem Strick als Gürtel. Nur Brot, Wasser, Nüsse und Beeren waren in der Pausenbox erlaubt. In zwölf Gruppen eingeteilt ging es über Stationen durchs Mittelalterleben auf der Burg. Dabei war auch die Jagd zur Essensbeschaffung ein Thema bei den sportlichen Stationen: Bogenschießen, Armbrustschießen, Plüschvogeljagd mit Zwisteln und Wildtiere aufspüren waren dabei. Beim Tauziehen wurden vor allem die Lachmuskeln strapaziert. Dazwischen lösten die Kinder an Wissensstationen unterschiedliche Aufgaben: Gebäudeteile dem Grundriss der Burg Runding zuordnen, Waffen der Ritter studieren, Teile der Ritterrüstung aufschreiben, wichtige Pflanzen der Burgapotheke suchen.

Ritter: Jeder darf sein eigenes Burgheft gestalten – mit Arbeitsblatt zur Ritterrüstung, zu Waffen oder auch zu Burgpflanzen, dazu mit den erzielten Punkte beim Bogenschießen oder auch den gemalten Initialen. So hat jeder Schüler ein tolles, individuelles Andenken an den Erlebnistag.  Fotos: Schönberger
Ritter: Jeder darf sein eigenes Burgheft gestalten – mit Arbeitsblatt zur Ritterrüstung, zu Waffen oder auch zu Burgpflanzen, dazu mit den erzielten Punkte beim Bogenschießen oder auch den gemalten Initialen. So hat jeder Schüler ein tolles, individuelles Andenken an den Erlebnistag. Fotos: Schönberger

Alle Sinne wurden in Anspruch genommen beim Heilkräuter riechen oder beim Rüstung polieren. Ein besonders abwechslungsreiches Programm begeisterte die Kinder mit viel Neuem und gleichzeitig mit viel Spaß. Damit alles reibungslos klappte, gab es jeweils ein akustisches Zeichen, wann die Gruppen ihren Standort verlassen durften. Um die Wartezeit für diejenigen Gruppen zu verkürzen, die schnell ihre Aufträge gelöst hatten, waren die Kinder im Vorfeld mit einem Sagenheft für die Gruppe und einem persönlichen Burgheft ausgestattet worden. Bevor das Zeichen für den nächsten Wechsel ertönte, konnten sich die Schüler die Sagen der Rundinger Burg vorlesen und dabei den Ofenschreier und den Aktenwurm noch näher kennenlernen.

Frisch aus dem Mittelalter

Mittelalter: Der Alltag des Mittelalters auf der Burg wird dabei erlebbar und nachvollziehbar – ohne Handy, Tablet oder Fernsehen. Viele müssen die Kinder selbst machen, wie die Burg malen, ein Briefsiegel mit Siegelwachs herstellen oder auch Buchstaben verzieren.  Fotos: Schönberger
Mittelalter: Der Alltag des Mittelalters auf der Burg wird dabei erlebbar und nachvollziehbar – ohne Handy, Tablet oder Fernsehen. Viele müssen die Kinder selbst machen, wie die Burg malen, ein Briefsiegel mit Siegelwachs herstellen oder auch Buchstaben verzieren. Fotos: Schönberger

Da die Stationen überall auf dem weitläufigen Burggelände verstreut waren, mussten sich die Schüler mit dem Grundriss der Burg gründlich auseinandersetzen, um den richtigen Weg von einem Ort zum anderen zu finden. Die Mädchen und Jungen wurden kreuz und quer und rauf und runter geschickt. So kamen sie an recht abgelegene Stellen der Burg, die sie zuvor bei der Führung mit Peter Schönberger vom Verein der Burgfreunde noch nicht entdeckt hatten. Heiß ersehnt war nach so viel erlebter Geschichte die Pause im Burghof, auch wenn es nur blankes Brot, kaltes Wasser, Beeren und Nüsse waren. Auch die getrockneten Apfelchips der Lehrer „frisch aus dem Mittelalter“ waren im Nu weg.

Boom: Das Burg-Konzept hat sich schon rumgesprochen. Bereits 13 Schulklassen haben sich zu den Führungen angemeldet, zu denen die Stationen mit aufgebaut werden können. Wer Interesse hat am Angebot, kann Kinder und Schulklassen angemelden unter Telefon (09971) 5575.  Fotos: Schönberger
Boom: Das Burg-Konzept hat sich schon rumgesprochen. Bereits 13 Schulklassen haben sich zu den Führungen angemeldet, zu denen die Stationen mit aufgebaut werden können. Wer Interesse hat am Angebot, kann Kinder und Schulklassen angemelden unter Telefon (09971) 5575. Fotos: Schönberger

In den klassenübergreifenden Gruppen halfen sich die Kinder gegenseitig und feuerten sich an, etwa beim Ritt auf Zeit mit Kettenhaube und Schild auf dem Steckpferd durch den ehemaligen Pferdestall der Burg. „Wart, ich helf‘ dir beim Bogenspannen!“ oder „Schnell, du schaffst noch eine Runde!“ war am Dienstag häufig zu hören. Zuletzt stellten Schüler und Lehrer fest, dass sich die Vorbereitungen gelohnt hatten: Gemeinsam sind wir stark. Dieser Gedanke war allgegenwärtig. Die freiwilligen Helfer, ohne die der Burgtag nicht hätte stattfinden können, da es auf der Burg doch auch viele gefährliche Stellen gibt, bekamen als Lohn noch eine Tafel „Ritter“ – Schokolade mit auf den Heimritt – äh – Heimweg. Dann verließen die Schulkinder die Burg mit dem vielfach geäußerten Wunsch: „Machen wir das nächstes Jahr wieder?“

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