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Schneechaos

Rodinger THW hilft im Katastrophengebiet

Einsatzkräfte des Bergungstrupps sind am Freitagmorgen aufgebrochen, um dort zu helfen, wo Dächer einzubrechen drohen.
Von Christoph Klöckner

  • Das ist die Mannschaft aus Roding, die sich am Freitagmorgen gegen vier Uhr auf den Weg in den Süden machte. Fotos: THW
  • Am Freitagmittag ging es in Reit im Winkl für die Rodinger aufs Dach des Heizkraftwerks, um es freizuschaufeln und von der Last zu befreien. Foto: THW

Roding.Es ist Chaoszeit im Süden Bayerns wie auch in den Hochlagen im Nachbarland Österreich. Die Menschen in den betroffen Gebieten sind an der Belastungsgrenze, ebenso wie die Dächer, die mit meterweise Schnee gefüllt sind. Da droht schnell das Einbrechen des Dachs – zumal es weiter schneien soll und der Wetterdienst für die nächsten Tage neue Schneewolken ankündigt und keine Entwarnung geben kann.

Auch deshalb wurde in den betroffenen Gebieten der Katastrophenalarm ausgelöst. Denn die Helfer vor Ort können längst nicht mehr überall eingreifen, wo Hilfe erforderlich ist. Mit dem Auslösen des Katastrophenfalls ist es möglich, zusätzliche Kräfte aus Bayern in Gang zu setzen.

Um 4 Uhr ging es los

Und nun kommt somit auch Hilfe gegen die Schneemassen in Bayerns Süden aus der Stadt Roding: Am Freitag machten sich Helfer des Technischen Hilfswerks der Stadt auf den Weg, um die Bevölkerung im Schneechaos im Berchtesgadener Land zu unterstützen wo möglich. Durch die extremen Schneefälle am nördlichen Alpenkamm ist in den letzten Tagen gerade dort die Belastung der Dächern so hoch geworden, dass diese schnellstens geräumt werden müssen, um neuen Schnee aufzunehmen und Schlimmeres zu verhindern.

Schneeidylle? Ein Bild der Rodinger vor Ort suggeriert erst einmal eine schöne Winterlandschaft, doch die Gefahr türmt sich auf den Dächern. Fotos: THW
Schneeidylle? Ein Bild der Rodinger vor Ort suggeriert erst einmal eine schöne Winterlandschaft, doch die Gefahr türmt sich auf den Dächern. Fotos: THW

Da die Helfer im Berchtesgadener Land, wo der Katastrophenfall herrscht, die Vielzahl an Aufträgen nicht mehr abarbeiten können, haben sich neun Helfer vom Rodinger THW nach Anforderung der THW-Geschäftsstelle in Schwandorf am Freitagmorgen auf den Weg in den Landkreis Traunstein gemacht. Dort werden dringend weitere Hilfskräfte gebraucht, um die Dächer auf Schneelast zu prüfen und diese dementsprechend abzuräumen. Der Einsatz des Rodinger THW ist vorerst bis Sonntag, 13. Januar, terminiert. Der Einsatzauftrag traf am Donnerstagabend ein, wie Luzia Pawlak, die zuständige Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im THW Roding, mitteilte.

Kofferpacken am Freitagmorgen

Die 1. Bergungsgruppe des THW Ortsverbandes wurde dann beauftragt, sich baldestmöglich in den für Helfer vorgesehenen Bereitstellungsraum Traunstein in Übersee am Chiemsee zu begeben, um dort Einsatzorte zugewiesen zu bekommen. Die Rodinger THW-Mannschaft machte sich nach kurzem Kofferpacken am Freitagmorgen um 4 Uhr auf den Weg. Die Fahrt sei ohne Probleme gelaufen, teilten die Helfer mit – nach vier Stunden erreichten sie das Ziel. Neben Schneeschaufeln und Rettungsausstattung gegen Absturz und Schneeketten fürs Fahrzeug haben die THW-Mitglieder auch Feldbetten und Schlafsäcke mit. Der Einsatz sei vorerst auf drei Tage begrenzt, so Luzia Pwalak, am Sonntag würden die Helfer in Roding zurück erwartet.

Das ist die Mannschaft aus Roding, die sich am Freitagmorgen gegen vier Uhr auf den Weg in den Süden machte. Fotos: THW
Das ist die Mannschaft aus Roding, die sich am Freitagmorgen gegen vier Uhr auf den Weg in den Süden machte. Fotos: THW

„Mit bei den Helfern sind auch einige erfahrene Althelfer, die schon vor Jahren bei den Einsätzen mit der Dachräumung bei IKEA in Regensburg befasst waren und insofern mit solchen Einsätzen bereits Erfahrung haben“, sagte Rodinger Ortsbeauftragte Volker Wittmann auf Nachfrage. Falls es nach dem jetzigen Einsatz weitere Anforderungen gebe, sei man in Roding bereit, eine zweite Mannschaft schicken. „Am Wochenende haben wir wieder Jugendausbildung. Da fragen wir gleich mal, wer dabei sein könnte“, so Wittmann. Die erste Mannschaft müsse sich nach der Rückkehr erst einmal erholen

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Einsatz im Katastrophenfall

  • THW:

    Das Technische Hilfswerk könne hier eingesetzt werden, weil der Katastrophenfall ausgerufen worden sei, erklärte der Rodinger THW-Ortsbeauftragte Volker Wittmann.

  • Ausfall:

    Dadurch könnten die freiwilligen Helfer alarmiert werden. Die Arbeitgeber bekämen auf Antrag den Verdienstausfall ersetzt. Hier komme das aber selten vor, so Wittmann. (ck)

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