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Was heißt Heimat? – Eine Spurensuche

Ist es ein Ort? Ein Gefühl oder ein Sound? Was heißt Heimat in einer Welt, die sich schwindelig dreht? Wir suchen Antworten.
Von Michael Gruber

Für unsere Themenwoche haben wir Menschen im Landkreis aufgespürt, die mit Heimat etwas Besonderes verbinden, darunter auch die  junge Bäuerin Lena Irrgang aus Vilzing.  :Foto: Gruber
Für unsere Themenwoche haben wir Menschen im Landkreis aufgespürt, die mit Heimat etwas Besonderes verbinden, darunter auch die junge Bäuerin Lena Irrgang aus Vilzing. :Foto: Gruber

Cham.Heimat, ein Wörtchen das einfach klingt – und doch so viele Gesichter hat. Wer es in Bayern ausspricht, denkt sofort an ein weiß-blaues Bilderbuch. Dirndl, Maibaum, Lederhosen und Bierzelte schießen einem durch den Kopf. Geht es um Erklärungen wird es da schon schwieriger. „Bayern, des samma mia“, predigt die Politik. Was aber, wenn Du ein Anderer bist?

Damit sind nicht nur die Flüchtlinge gemeint, die ihr altes Leben hinter sich ließen, um hier zu überleben. Wer bei Freunden und Bekannten fragt, was Heimat für sie heißt, hört als erstes – da, wo ich mich wohlfühle. Für manche ist das ein bestimmtes Ortsschild, für andere aber bleibt es eine unerfüllte Sehnsucht. „Ohne Heimat sein heißt leiden“, so beschrieb Fjodor Dostojewski das Gefühl dieser inneren Obdachlosigkeit. Wo gehörst Du hin in einer Zeit, in der die Welt voller Turbulenzen steckt – in der das Leben von 7,5 Milliarden Menschen in ein Smartphone passt? Mit diesen Fragen haben wir uns auf den Weg gemacht, um mit Menschen im Landkreis zu sprechen, die mit Heimat etwas Besonderes verbinden. Ist Heimat das, wo wir herkommen, oder das, wo wir hinwollen? Darüber macht sich Philipp Assilin Zeit seines Lebens Gedanken. Der 30-Jährige ist im Landkreis aufgewachsen. Doch auf dem Papier ist er bis heute Bürger eines Niemandslands. Der gebürtige Russe ist einer von 13 000 Staatenlosen in Deutschland. Inzwischen könnte er das ändern – nur will er nicht. Warum erklärt er uns in unserem Serienauftakt „Heimatlos“.

Sag den Stars und Stripes Goodbye

Für Andere ist Heimat eine ganz bewusste Wahl, auch wenn sie einst dem Mutterland einen Eid geschworen hatten, so wie Charles Hess aus Rimbach. Der gebürtige US-Amerikaner kam Ende der 60-er als Spion für die NSA ins Land und startete am Hohenbogen einen Lauschangriff auf sowjetische Militärs. Zu seinem 70. Geburtstag hat Hess den Stars and Stripes den Laufpass gegeben – und die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. In unserem zweiten Teil – „Wahlheimat“ – haben wir mit Hess über seine Gründe gesprochen. Heimat kann nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. Und in Gleißenberg klingt das nach einem Zwiefachen, der mit Angus Young auf Tuchfühlung geht. Die „Burgstalla“ Trachtler platteln seit Jahren zu Rockklassikern von AC/DC und Status Quo. In unserem dritten Teil „Heimatsound“ erzählen uns die Trachtler, was es damit auf sich hat. In der Politik kann Heimat zum Kampfbegriff werden. Wir haben uns bei sechs Politikern, die für den Landkreis aktiv sind, umgehört.

Ein Flecken Land als Pflichtsache

Im vierten Teil präsentieren wir ihre „Heimatstimme“, bevor es nach Vilzing geht, wo wir mit Lena Irrgang Stallluft schnuppern. In unserem fünften Teil „Pflichtheimat“ erklärt uns die 22-Jährige Milchbäuerin wie es ist, wenn Heimat ein Flecken Land ist, dem sie auf immer verbunden sein wird. Grenzen gibt es für Günther Dirrigl aus Furth und Jana Dirrgilová aus Loucim längst nicht mehr. Vor 21 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort, jetzt leben sie in einem tschechischen Dorf, wo Jana Dirrgilová als Bürgermeisterin das Sagen hat. Für Teil sechs „Heimatliebe“ haben wir sie im Rathaus besucht. Wann Du aber ein echter Chamer bist, das weiß nur Manfred Pfeiffer, der Admin der gleichnamigen Chamer Facebook-Gruppe. Was den digitalen Chamer ausmacht, erzählt er uns im letzten Teil „Heimatklicks“.

Wie gut kennen Sie unsere Heimat im Bayerwald? Dazu bieten wir auch ein kleines Quiz an.

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