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So wächst Wertholz heran

Bei einer Waldbegehung mit Förster Hans Geiger gab es für die Waldbesitzer wertvolle Tipps zur Baumarten-Mischung.

Interessierte Zuhörer beim Waldbegang Foto: Carolin Vieracker
Interessierte Zuhörer beim Waldbegang Foto: Carolin Vieracker

Bad Kötzting.Ein gut gemischter Wald steht dem Klimawandel gut gewappnet gegenüber. Denn „wer gut streut, rutscht nicht“, so das Credo der Förster. Forstamtsrat Hans Geiger lud zu einem Waldbegang zum Thema „Jugendpflege im Mischwald“ ein.

Unterstützt wurde er von seiner Kollegin Carolin Vieracker. Gemeinsam mit interessierten Waldbesitzern wurde die Erstaufforstungsfläche von Franz Amann, der ebenfalls Förster ist, begutachtet. Gleich zu Beginn ging es in die Vollen. Muss man hier was tun? Und wenn ja, wem muss geholfen werden? Diese Frage stellte Carolin Vieracker in die Runde. Nach kurzer Diskussion wurde schnell klar, dass die Entscheidung gar nicht so einfach ist.

Um wertvolles Holz zu produzieren, solle man schon jetzt pro Hektar ungefähr 100 bis 120 vitale Bäume aussuchen, sogenannte Elitebaum-Anwärter. Diesen hilft man dann durch die Entnahme von sogenannten Bedrängern. Dabei ist auch auf den Erhalt der Baumarten-Mischung zu achten.

„Wer gut streut, rutscht nicht“: Das sehe man dem Bestand deutlich an. Baumarten wie Vogelkirsche, Roteiche und Bergahorn seien hier in Mischung mit Rotbuchen und Hainbuchen zu finden. Den Waldrand bildeten Wildapfel und Wildbirne.

„Im Nachhinein bin ich über diese Mischung sehr froh, auch wenn ich anfangs nicht ganz so überzeugt davon war“, gestand Franz Amann. „Die ersten Jahre hat mich alles erwischt, was das Aufwachsen einer solchen Kultur schwer macht“, erklärte der Waldbesitzer. Spätfrost, Gras und Mäuse machten es den jungen Bäumchen schwer.

Doch Amann gab die Fläche nicht auf. Trotz des Ausfalls einiger Pflanzen sei die Fläche heute gelungen. „Durch die Mischung und die hohe Zahl der gepflanzten Bäume ist die Kultur stabil. Jede Pflanze hat andere Stärken und Schwächen, weshalb ein Totalausfall unwahrscheinlich bleibt“, so Förster Hans Geiger.

Auch dem Klimawandel sollen diese Baumarten besser standhalten. „Das ist wichtig in Zeiten, in denen niemand genau sagen kann, wie die Zukunft aussieht.“ Was man schon jetzt sagen könne: Laubholz bringe weiterhin auf dem Markt viel Geld.

Am Ende der Veranstaltung stellte Carolin Vieracker die Ergebnisse einer Wertholzversteigerung vor. 2019 erzielten Eichen in Reisbach im Schnitt 290 Euro pro Festmeter, Kirschen 172 und Bergahorn 149 Euro. Die Pflege junger Bestände zahle sich also aus. Für die Anlage eines Mischwaldes gibt es Fördermittel. Die staatlichen Förster beraten die Waldbesitzer kostenlos.

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