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Kolumne
Donnerstag, 24. Mai 2018 25° 8

MZ-Serie

Der Meier hat die Antibabypille gegessen

Kabarettist Matthias Meier ist ein Missgeschick passiert. In seiner Kolumne erzählt er vom Malheur am Frühstickstisch.
Von Matthias Meier

Nachdem Matthias Meier die Babypille seiner Frau genommen hatte, machte er sich große gesundheitliche Sorgen. Foto: dpa

Cham.Es geht dem Ende zu! Nein, nicht was Sie jetzt meinen – die Mehrzahl der Amerikaner wird doch nicht so blöd sein, den Antichristen persönlich, den apokalyptischen, sexgeilen und korrupten Lobbyisten Donald „Duck“ Trump zu wählen. Da muss man einfach an den guten Kern der Menschheit glauben, dann wird es schon gut ausgehen. Nein, wir haben nur noch zwölf Auftritte, bevor wir uns in einen dreimonatigen Winterschlaf zurückziehen. Da bestätigt sich der Programmtitel unseres derzeitigen Bühnenprogramms wieder: „Zeit is a Matz!“.

Aber wird es wirklich so ruhig? Definitiv – nein. Ab Februar wird es eine Welturaufführung geben. Premiere, Weltpremiere. Ich bin neben meiner geliebten Tätigkeit, die ich mit meinen Kollegen Christian Maier und Siegi Mühlbauer seit über 15 Jahren (und hoffentlich noch viele Jahrzehnte) ausübe, das erste Mal mit meinem neuen Soloprogramm auf Bayerns Bühnen unterwegs.

Der Meier steht erst um neun Uhr auf

Ehrlich gesagt habe ich schon eine Riesenangst, aber nicht vor der Bühne oder vor dem Publikum, da freue ich mich schon wie ein Schnitzel. Ein Meier alleine auf Bayerns Straßen, und das mit meinem Orientierungssinn? Aufgrund eines vor einem guten Jahr passierten Haushaltsunfalls kommt da meine feminine Seite durch: Da ich beruflich bedingt ein Langschläfer bin, stehe ich jeden Tag erst um 9 Uhr auf – zum „Bieseln“ und dann lege ich mich wieder hin bis um eins. Da ja bekanntlich die „Zeit a Matz is“, spielte mir an dem besagtem Tag die Uhr einen Streich. Ich wurde wie gewohnt wach, ging auf das WC und wie jeden Morgen machte ich noch kurz einen Abstecher in die Küche zum Kühlschrank, um einen „Schrolleen“ Leberkäse zu essen, denn mit leerem Magen schläft es sich bekanntlich schlecht.

Matthias Meier kann sich nicht immer auf seinen Orientierungssinn verlassen. Foto: Da Huawa, da Meier und I

Auf einmal sah ich am Küchentisch ein hergerichtetes Frühstück mit Kaffee und einem Apfelkuchen mit Zuckerguss übergossen. Da habe ich mir gedacht, die Sabine hätte mir ein Frühstück hergerichtet und verschlang den Kuchen und das kleine, neben dem Teller liegende Zuckergussstückchen, welches anscheinend vom Tellerrand gerutscht war. Unterwegs auf dem Weg zum Bett kam mir die Sabine entgegen, und auf die Frage, warum sie nicht in der Arbeit sei, antwortete sie mir: „Warum, jetzt is doch erst viertel nach sieme.“ Ich ging weiter und kaum in die warme Bettdecke vergraben, ging die Tür auf und eine laute Stimme erklang: „Host du mein Kuacha zamgfressn? Und wo is eigentlich mei Pille?“ „Welche Pille?“, antwortete ich. „Das weiße gloane Drum neben meinem Teller“, erwiderte die Sabine.

Pille genommen und Sorgen gemacht

Ich habe tatsächlich die Antibabypille meiner Frau gegessen. Ich machte mir große gesundheitliche Sorgen. In den Beipackzetteln stand natürlich nichts drinnen, da ja kein Mensch davon ausgehen würde, was passiert, wenn ein „gstandnes Mannsbuid“ a Antibabypille frisst. Ich machte mir Sorgen und stellte mir die Fragen: „Kann ich jetzt nicht mehr einparken? Brauch ich jetzt auch jeden Tag zwei Stunden im Bad? Telefoniere ich auch täglich vier Stunden mit meinem besten Kumpel? Esse ich jetzt nur noch Salat? Sage ich ab sofort täglich am Abend zu meinem Ehepartner „Fünf Halbe glangand fei“. Das alles ist Gott sei Dank nicht eingetreten. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass seitdem mein Orientierungssinn nicht mehr der alte ist. Hoffentlich finde ich demnächst mit meinem neuen Soloprogramm überall hin, wenn ich alleine unterwegs bin. Es bleibt spannend. Bis bald, Euer Meier!

Es geht launig weiter

  • Die Kolumne

    „Da Meier und sei’ Monat”: So heißt eine Kolumne von Bayerwald-Echo und Kötztinger Umschau. Matthias Meier (da Meier), der mit der Gruppe Da Huawa, da Meier und I bekannt geworden ist, schreibt alle vier Wochen einen launigen Beitrag für unsere Zeitung.

  • Erlebnisse

    Darin erzählt der Musiker (Bass, Trompete, Tenorhorn und Pustekeyboard) nicht nur private Begebenheiten, sondern gibt auch Erlebnisse zum Besten, die er auf Tour und mit seinen Kollegen Christian Maier (Da Huawa) und Siegi Mühlbauer (da I) hatte.

  • Tour

    Da Huawa, da Meier und I, feierten im vergangenen Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Höhepunkt war ein Auftritt im Circus Krone in München. Heuer gehen die Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz mit ihrem neuen Programm „Zeit is a Matz!“ auf Tournee.

  • „Zeit is a Matz!“

    Seit März sind Da Huawa, da Meier und I wieder auf den Bühnen Bayerns und Österreichs unterwegs und präsentieren ihr sechstes Programm „Zeit is a Matz!“. Weitere Informationen gibt es unter der Adresse www.dahuawadameierundi.de .

  • Irish-Bayrisch

    Im Oktober treten Da Huawa, da Meier und I wieder gemeinsam mit der irischen Band Na Ciotogi auf. „Irish-Bayrisch“ ist unter anderem zu sehen und zu hören am 19. Oktober in Neunburg vorm Wald (Schwarzachtalhalle) und am 20. Oktober in Regensburg (Alte Mälzerei).

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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