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Bazillen

Eine ganz hinterfotzige Virenart

Matthias Meier hat es zu Beginn des Jahres mit heftigen Krankheitserregern zu tun bekommen – zu Hause und in der Politik.
Von Matthias Meier

Sicherheitslücken im Netz werden nicht nur Unternehmen gefährlich, sondern auch Politikern, wie sich dieser Tage gezeigt hat. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Sicherheitslücken im Netz werden nicht nur Unternehmen gefährlich, sondern auch Politikern, wie sich dieser Tage gezeigt hat. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Cham.Erstmal wünsche ich euch allen „a guads neis Jahr“. Ich hoffe, Ihr seid alle gut rübergekommen und Eure Vorsätze für heuer erfüllen sich. Das Jahr 2019 scheint ja das Jahr der Viren zu sein.

Bei mir persönlich läuft’s gut. Wie ich in meinem Jahresrückblick für die MZ vor zwei Wochen mitteilte, habe ich eine heimliche Schicks – und es läuft prima mit der Helene. Es ist aber schwer, so eine verbotene Liebschaft geheim zu halten. Meine Nachbarn werden schon stutzig, weil sie des Öfteren fremdes Schuhwerk vor meiner Haustür sehen.

Diese zierliche, aber durchtrainierte Frau ist auch nicht perfekt. Im Fernsehen wird das nur vertuscht. Die Helene hat in Wirklichkeit riesige Füße, und von Weitem kann man sie schon vor meiner Haustüre sehen – die großen Helene-Fischer-Schou. Das Jahr der Viren wurde dem Florian Silbereisen zum Verhängnis. Hat ihm doch so ein Bazillus die Freundin ausgespannt.

Die Strafe kommt bald

Aber die Strafe kommt bald, und so hat es uns alle erwischt. Nicht nur im Hause Meier ist die Seuche ausgebrochen. Anscheinend eine ganz hinterfotzige Virenart. Es ist nicht die Schweinegrippe oder die Vogelpest, ich glaub’, wir hatten alle den Euchkatzlkatar, und es begann ein gnadenloses Wettrennen um das einzige WC, das ich gewann, weil meine Frau über die Helene-Fischer-Schou gestolpert ist.

In seiner alle vier Wochen erscheinenden Kolumne blickt Matthias Meier launig auf das politische und gesellschaftliche Geschehen zurück oder nimmt private Erlebnisse aufs Korn. Foto: MZ-Archiv
In seiner alle vier Wochen erscheinenden Kolumne blickt Matthias Meier launig auf das politische und gesellschaftliche Geschehen zurück oder nimmt private Erlebnisse aufs Korn. Foto: MZ-Archiv

Dass aber auch Viren ihren Stolz haben, zeigte sich gleich Anfang diesen Jahres. Viele persönliche Daten von Politikern und Prominenten wurden gehackt und veröffentlicht. Da wollte jemand anscheinend eine Menge Leute bloßstellen. Die elektronischen Viren trauten sich scheinbar nicht in die Datenbanken der AfD aus Angst, dass sie entweder selber an Nazismus erkranken oder den Schwachsinn, der dort zu finden ist, nicht ertragen und jämmerlich daran zugrunde gehen würden.

Dass man Viren bekämpfen muss, ist keine Frage. Es gibt verschiedene Arten, auch solche, die das Wohlbefinden der Gemeinschaft gefährden. Diese müssen mit aller Härte des Gesetzes bekämpft werden. Wer selbst Hand anlegt und zuschlägt, ist nicht besser als der Virus selbst und hat sich folglich bereits schon selbst vom Virus „Hass“ infiziert. Viren sind allerdings nicht besonders schlau, so können sie nicht einmal zwischen einem Kantholz und einer Hand unterscheiden.

Man darf sich aber durch einen Virus nicht in seiner Freiheit einschränken lassen, so auch die Aussage des Horst Seehofer zum Thema Internet: „Ich bin auch sehr im Internet unterwegs. Nicht so sehr mit Ihnen und mit Twitter und so weiter... Aber seit den 80er-Jahren“. Wenn man bedenkt, dass der Grundstein für das World Wide Web erst 1989 durch Tim Bernes-Lee gelegt wurde, liegt der Beweis auf der Hand. Unser allseits beliebter Horst Seehofer ist seiner Zeit lange voraus.

Mit dem Hanuta um den Baum

Als wir in der Oberpfalz noch mit dem Hanuta um den Christbaum gesprungen sind, twitterte der Superhorst schon über die Mutter aller Probleme menschenseelenallein im großen Internet herum. Durch seine Weitsicht ist der arme Innenminister in seinem Amt bestimmt unterfordert. Jetzt versteht man auch, warum sein Freund Markus in ein Raumfahrtprojekt Milliarden investiert. Der Seehofer muss auf den Mars, damit er sich dort um den Breitbandausbau kümmern kann.

Aber Vorsicht, wer seine Aufgaben nicht erledigt, riskiert seinen Job. Wenn die Wähler die Tasten „Alt“ und „Entfernen“ drücken, ist er weg und kann sich neben der Rente in Form eines Minijobs als Trojanisches Pferd beim Bundesverfassungsschutz sein Taschengeld aufbessern lassen.

Also, bleibt’s gsund und fangt’s eich bloß nix ei... Bis bald, euer Meier

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