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Nachbetrachtung

FDP-Flagge mit braunen Flecken

Vom Käpt’n zur „Rechtshänder“-Marionette: Für Matthias Meier sind die Vorfälle in Erfurt ein „unverzeihliches Narrenstück“.
Von Matthias Meier

Eine Frau macht bei einer Demonstration in Erfurt ihrem Unmut über die Entwicklung in Thüringen und die FDP Luft. Auch unser Kolumnist Matthias Meier nimmt die Liberalen in dem Bundesland mit deutlichen Worten aufs Korn. Foto: Martin Schutt/dpa
Eine Frau macht bei einer Demonstration in Erfurt ihrem Unmut über die Entwicklung in Thüringen und die FDP Luft. Auch unser Kolumnist Matthias Meier nimmt die Liberalen in dem Bundesland mit deutlichen Worten aufs Korn. Foto: Martin Schutt/dpa

Cham.Ich habe in meinem Job viel mit der Presse zu tun. Nicht nur jetzt, also selbst als Autor. Mit dem Startschuss meines zweiten Soloprogramms „Ein Meier im Himmel“ habe ich bereits die ersten Presseinterviews hinter mir. Mir gefällt das immer sehr, da mein oberstes Ziel hierbei nicht ist, einen möglichst guten Eindruck zu schinden. Vielmehr kommt meine Berufskrankheit durch. Ich möchte den Interviewenden mit Biegen und Brechen zum Lachen bringen, was mir auch meist gelingt.

Handwurscht für die Insel

Porträt

Seit 20 Jahren im Kabarett-Himmel

Matthias Meier alias „Da Meier“ aus Runding ist einer der bekanntesten Kabarettisten in Bayern. Geplant war das alles nie.

Aber immer wieder taucht bei den Interviews eine Frage auf, die ich – unter uns gesagt – ziemlich bescheuert finde: „Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?“ Mein Freund und Kollege Helmut A. Binser gab vor geraumer Zeit die Topantwort: „A Handwurscht“. Ich würde es eher davon abhängig machen, ob die Insel mittels einer Brücke mit dem Festland verbunden ist, denn gäbe es dort eine Brückenverbindung, könnte man ja jederzeit schnell das gerade Benötigte holen.

Matthias Meier stammt aus Rieding (Gemeinde Runding) und ist Mitglied der Musikkabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I, die heuer ihre Abschiedstournee gibt, nachdem sie 2019 eine Pause angekündigt hatte. Meier ist aktuell auch mit seinem zweiten Soloprogramm auf Bayerns Bühnen unterwegs. Für unser Medienhaus schreibt er alle vier Wochen eine launige Kolumne. Foto: Archiv/Meier
Matthias Meier stammt aus Rieding (Gemeinde Runding) und ist Mitglied der Musikkabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I, die heuer ihre Abschiedstournee gibt, nachdem sie 2019 eine Pause angekündigt hatte. Meier ist aktuell auch mit seinem zweiten Soloprogramm auf Bayerns Bühnen unterwegs. Für unser Medienhaus schreibt er alle vier Wochen eine launige Kolumne. Foto: Archiv/Meier

Das wohl Dümmste, was man als Inselbewohner machen könnte, wäre, wenn man die Brücke abreißen würde. Aber so dumm dürfte wohl keiner sein, oder etwa doch? Es ist unfassbar, genau das hat eines der erfolgreichsten Länder unserer Weltgeschichte getan. England hat die Brücke zur EU abgebrochen. Aber bei weitem nicht jeder Engländer ist glücklich dabei. Manche haben sich losgerissen von ihrer Großmutter, um fluchtartig dem Untergang zu entkommen vor lauter Angst, Premierminister Johnson ist jetzt total übergeschnappt und zieht als nächstes in der Mitte der Insel vor lauter Übermut den Stopsel raus und bringt die königliche Insel schneller zum Sinken als Venedig.

Übrigens: versinken! Da haben sich wohl einige ein falsches Spiel ausgesucht. Das große Thüringer Schiffeversenken – unglaublich. Da haben sich tatsächlich Volksvertreter aus der angeblich politischen Mitte an Bord des braunen Piratenschiffes begeben und sich eine Schlacht mit Moral, Anstand, Verantwortungsbewusstsein und Wählerwille mit der Demokratie geliefert und dieser einen ordentlichen Kollateralschaden hinzugefügt.

Satire

Der Meier schaut in die Zukunft

Matthias Meier verrät uns, wie 2069 so wird: Mit einem Söder im Weltall und Tauchexpeditionen ins untergegangene Venedig.

Durch eine hinterhältige „Meutherei“ mit der spitzigen „Höcke“ wurde ein Kapitän über die rechte Flanke des Seeräuberschiffes ans Ruder katapultiert, dessen Manövrierfähigkeiten wissentlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren. Er wurde zum Schluss nicht zum ehrenwerten Captain, sondern mutierte zur fadenscheinigen, handlungsunfähigen „Rechtshänder“-Marionette, deren Seile nach 24 Stunden rissen und ihn folgenschwer und wohlverdient auf die Nase fallen ließen. Aber Gott sei Dank funktioniert das, was 1933 gelang, im Jahr 2020 nicht mehr so leicht, sonst hätten wir aus der Geschichte nichts, aber auch gar nichts dazugelernt.

Die Abkürzung FDP steht ja bekanntlich für „Fast Drei Prozent“. Obwohl wir uns im Fasching befinden, ist so ein Narrenstück wohl unverzeihlich, und die im Namen schon besagte Drei-Prozent-Hürde dürfte ab sofort eine völlige Selbstüberschätzung der Partei mit der gelben Flagge sein, die nun mit unschönen braunen Dreckflecken unansehnlich versaut sein dürfte. Ob diese je wieder rausgehen?

Dank an Markus Söder

Und zum Schluss: Es kostet mich Überwindung! Ich tue es nicht gerne. Aber an dieser Stelle vielen Dank, Herr Ministerpräsident Markus Söder von der CSU, dass Sie sich von Anfang an mit ihrem Statement zu dieser Sache klar gegen Kooperationen mit Rechtsaußen ausgedrückt haben. Aber jetzt reicht’s, nicht dass ich Sie, wenn Sie so weitermachen, zum Schluss noch wählen muss... Bis bald, euer Meier!

Alle Kolumnen aus der Reihe von Matthias Meier lesen Sie hier

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