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Erfahrungen

Rammstein im Kinder-CD-Player

Unser Autor Matthias Meier aus Rieding und sein Sohn hatten einen Höllenspaß − mit einem Edding, Salami und Till Lindemann.
Von Matthias Meier

Till Lindemann, Sänger der Band Rammstein (hier beim Wacken Open-Air Festival), war im Kinderzimmer der Meiers in Rieding zu Besuch. Foto: Axel Heimken/dpa
Till Lindemann, Sänger der Band Rammstein (hier beim Wacken Open-Air Festival), war im Kinderzimmer der Meiers in Rieding zu Besuch. Foto: Axel Heimken/dpa

Cham.Ja Pfiad di Gott, is’ des ein Sauwetter, dachte ich mir diese Woche, als ich aus dem Fenster schaute. War es nicht ein wunderschöner Sommer heuer? Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir mit den Buben eine Runde um die andere um den Satzdorfer See gedreht haben.

Es gibt als Kind nichts Schöneres, als den ganzen Tag draußen herumzufetzen, das weiß ich noch von früher. Aber jetzt findet der Großteil des Familienlebens drinnen in der warmen Stube statt. Da muss man natürlich schauen, dass den Kindern nicht langweilig wird. Weil: Wenn jemandem langweilig wird, dann kommt er ins Nachdenken und wird kreativ.

Ein besonderer Stil

So wie mein älterer Sohn, der ganz verstohlen einen dicken, schwarzen Edding aus meinem Büro klaute und bereits eine geraume Zeit damit beschäftigt war, die Wand künstlerisch in einem expressionistischen Stil zu verschönern. Nach dem ersten Schreck dachte ich mir: „Ja Wahnsinn, in dem Kerl steckt ja ein wahrer Künstler, probier mas mal mit Musik“.

Matthias Meier schreibt alle vier Wochen eine launige Kolumne für unser Medienhaus. Foto: Archiv/Meier
Matthias Meier schreibt alle vier Wochen eine launige Kolumne für unser Medienhaus. Foto: Archiv/Meier

So fuhr ich gleich nach Cham in ein riesiges Spielwarengeschäft und hielt Ausschau nach einem Kinderkassettenrekorder. Als ich die Verkäuferin fragte, lächelte sie, als käme ich vom Mond und sagte: „Oh mei, so was hamma mia scho’ lange nimma mit Kassetten. I hob bloß die mit einem CD-Laufwerk da“.

Klar, dachte ich mir, wir sind ja bereits im 21. Jahrhundert angelangt, und die einzigen, die noch Kassetten verkaufen, sind die Amigos. Aber bevor ich mir den ganzen Tag „Ein weißes Schiff verlässt den Hafen“ anhören muss, würde ich die Variante Filzstift und Wand klar vorziehen. Also nahm ich das gelb-rote Plastikdrum mit nach Hause und übergab es dem Kleinen schnell, da schon wieder das Telefon klingelte.

Aber anscheinend war der Bub mit der Handhabung des CD-Players noch nicht vertraut, da er ihn ganz klar zweckentfremdete. Statt einer CD steckte er drei Scheiben Edelsalami in das Laufwerk und drückte auf „Play“. Als ich wieder in die Küche kam, hat es geraucht und nach altem, verbrannten Fett gestunken, dass ich mir gedacht habe: „Oh leck, jetzt kochts wieda“.

„Hast Du an Vogel?“

Als ich mit dem zweiten Gerät aus der Stadt heimkam, setzte ich mich dazu und wir hatten einen Höllenspaß und hüpften wie wild zu der Musik der Rammstein-CD – bis meine Frau kam: „Ja sag amal, hast du an Vogel? Rammstein, das ist doch nicht kindergerecht“.

Szene

Da Huawa, da Meier und I mit neuer CD

Das neue Live-Album „Agrat!“ der Musikkabarettgruppe aus dem Landkreis Cham steht ab kommendem Dienstag im Handel.

Sie holte eine CD mit einem ganz grauseligen Sakralpop-Kinderchor, Sie wissen schon, so ganz neumoderne Kirchenlieder. Das war mir eindeutig zu viel. Ich war kurz davor, dass ich den CD-Player wieder mit dem schwarzen Edding ausgetauscht hätte, als es an der Haustür klingelte und mich der Postbote von meinem Leiden erlöste.

Endlich, jetzt ist sie da – die neue CD von Da Huawa, da Meier und I. Von 5000 gelieferten CDs haben wir mittlerweile gefühlt 3000 Stück aufm Kinder-CD-Player angehört. Also, Haushaltstipp vom Meier: „Zugreifen, es schaut so aus, als könnte es knapp werden“. Bis bald, euer Meier

Alle Beiträge aus der Reihe „Da Meier und sei’ Monat“ finden Sie hier

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