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Satire

Rettet den Diesel – oder was auch immer!

Der Bienenschutz ruft auch Trittbrettfahren auf den Plan. Unser Kolumnist Matthias Meier hat da einige Beobachtungen gemacht.
Von Matthias Meier

„Auf jeden Fall muss der Diesel gerettet werden, sonst verhungern uns die Multimilliardäre und Lobbyisten“, warnt unser Kolumnist Matthias Meier. Foto: Christoph Schmidt/dpa
„Auf jeden Fall muss der Diesel gerettet werden, sonst verhungern uns die Multimilliardäre und Lobbyisten“, warnt unser Kolumnist Matthias Meier. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Runding.Rette sich, wer kann! Es scheint, als ob Rettungsaktionen der neue Hype in Bayern sind, wobei man aber unterscheiden sollte, ob es wirklich sinnvoll ist, etwas zu retten oder ob man sich bei so manchen Kuriositäten ernsthaft die Frage stellen muss: „Seid ihr noch zu retten?“.

Die Sache mit den Bienen hat so manche zum Trittbrettfahren animiert. Wobei es bei dem Thema um mehr geht. Es geht um eine ökonomische, ökologische Kehrtwende. Aber ist das nötig? Wenn man darüber nachdenkt, beantwortet sich die Frage von selbst. Die Erde kann ohne uns leben, wir ohne sie nicht. Der Masterplan wäre gewesen, dass wir Gäste auf unserem Planeten sind. Wenn man sich vorstellt, man bekommt zu Hause Besuch, der sich aufführt wie ein zerrissener Wasserschlauch... Er raucht dir die Bude voll, er latscht mit seinen Schuhen über den Teppich, er verwechselt das Bidet mit dem WC... Es würde heißen: „Entweder du führst dich anständig auf oder du scherst dich zum Teufel!“ Wie Gäste benehmen wir uns auf der Erde nicht, eher wie Parasiten. Eine Kehrtwende beim Umgang mit der Natur ist also definitiv sinnvoll.

Warum auch Yacht-Besitzer bedroht sind

Matthias Meier
Matthias Meier

Jetzt sagen so manche Schlauberger aus der Politik: „Das, was die mit den Bienen gemacht haben, das können wir auch.“ Die neue Parole heißt: „Rettet den Diesel!“ Diesel? Erdöl. Was wäre, wenn wir unseren fahrlässigen Umgang mit Erdöl nicht zur Rettungsaktion freigeben würden? Um Gottes Willen! Wir hätten gar keine Plastiktüten mehr, und den armen Fischen in den Meeren knurrte der Magen, weil sie sich von dem Zeug ernähren.

Und welcher echte Deutsche möchte schon mit einer grün-versifften Mehrwegtüte aus natürlichen Rohstoffen zum Einkaufen gehen – ekelhaft. Was sollen die Oligarchen nur mit ihrer 40-Meter-Yacht machen, wenn sie nichts mehr am Öl verdienen. Die könnten sich ihren eigenen Diesel für die Yacht nicht mehr leisten. Was würde unsere Autoindustrie machen? Die deutsche Industrie kann ja nur Dieselfahrzeuge betreiben, weil die Anziehungskraft des Mondes und deren regionale Auswirkung es unmöglich macht, in unserem Land alternativ betriebene Fahrzeuge herzustellen.

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Auch Schwänzen will gelernt sein

Matthias Meier erklärt, warum wir Erwachsene uns beim Thema Umwelt verhalten wie betrunkene Hooligans mit Holzlöffeln.

Auf jeden Fall muss der Diesel gerettet werden, sonst verhungern uns die Multimilliardäre und Lobbyisten, die den Großteil des Umlaufkapitals in unserem Land besitzen, horten und so ein komfortables Leben für alle Gesellschaftsschichten blockieren.

So „rettet“ Amazon den Umsatz

Nachlesen kann man alles in dem Buch der AfDlerin Weidel, quasi das erste verkäufliche Wahlprogramm, das man bezahlen muss. Der Titel ist aber nicht optimal auf die Zielgruppe ausgerichtet. Das Buch heißt „Widerworte“. Ein optimaler Titel wäre eindeutig „Mein Grampf“. Viele Buchhändler führen das „Hexenwerk“ nicht und bestellen es auch nicht bei Nachfrage. Respekt! Außer natürlich der Amazon, der will Kohle machen unter dem Motto: „Rettet den Umsatz“.

Man muss auf jeden Fall genau hinschauen und zwischen den Rettungsaktionen differenzieren. Weil: Wenn man statt einer Biene den Diesel rettet, heißt die letzte, große und apokalyptische Rettungsaktion: „Rette sich, wer kann“. Bis bald, euer Meier!

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