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Kolumne
Montag, 20. August 2018 27° 2

MZ-Serie

„Silikon sucht Vollpfosten“ im Paradies

Hoch verschuldete, nackte C-Promis auf einer Insel und im Fernsehen: Da läuft Matthias Meier zur Hochform auf.
Von Matthias Meier

  • Südseefeeling komt bei Matthias Meier bei der RTL-Sendung nicht auf. Symbolfoto: dpa
  • Matthias Meier sieht den Tiefpunkt der medialen Unterhaltung. Foto: Da Huawa, da Meier und I

Cham.Nach einem langen Altweibersommer hat sich das mediterrane Wetter endgültig verabschiedet. Nicht nur die allerletzten Maisstängel haben ihr endgültiges Ziel in der Biogasanlage erreicht, auch die Natur fängt an, sich langsam, aber sicher des Blätterkleids zu entledigen und legt einen wunderschönen natürlichen „Herbst-Striptease“ hin, um sich auf die Winterruhe vorzubereiten.

Das finde ich sehr faszinierend. Die Natur ist ein Meister ihres Faches und eine richtige „Matz“. Es ist erstaunlich, was die Menschheit von der Natur im Laufe der Evolution so alles abgekupfert hat, denkt man zum Beispiel an die Aerodynamik der Flugzeuge, Schiffe und so weiter... Alles von der Natur „abgeschrieben“. Und es geht bestimmt noch weiter. Wir lernen immer mehr von ihr.

Tiefpunkt der medialen Unterhaltung

Der Schuss kann aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Da sitzen in irgendeinem Besprechungssaal des Senders RTL die bestbezahltesten Manager, Drehbuchautoren und Filmregisseure beinand und entwerfen ein neues TV-Konzept. „Wir machen es genau so wie die Natur im Oktober. Die Bäume lassen die Hüllen fallen. Obwohl in der Serie Dschungelcamp schon die abartigsten Sachen der Öffentlichkeit vorgeführt wurden, schreit der Konsument nach noch mehr.“

Es geht launig weiter

  • Die Kolumne

    „Da Meier und sei’ Monat”: So heißt eine Kolumne von Bayerwald-Echo und Kötztinger Umschau. Matthias Meier (da Meier), der mit der Gruppe Da Huawa, da Meier und I bekannt geworden ist, schreibt alle vier Wochen einen launigen Beitrag für unsere Zeitung.

  • Erlebnisse

    Darin erzählt der Musiker (Bass, Trompete, Tenorhorn und Pustekeyboard) nicht nur private Begebenheiten, sondern gibt auch Erlebnisse zum Besten, die er auf Tour und mit seinen Kollegen Christian Maier (Da Huawa) und Siegi Mühlbauer (da I) hatte.

  • Tour

    Da Huawa, da Meier und I, feierten im vergangenen Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Höhepunkt war ein Auftritt im Circus Krone in München. Heuer gehen die Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz mit ihrem neuen Programm „Zeit is a Matz!“ auf Tournee.

  • „Zeit is a Matz!“

    Seit März sind Da Huawa, da Meier und I wieder auf den Bühnen Bayerns und Österreichs unterwegs und präsentieren ihr sechstes Programm „Zeit is a Matz!“. Weitere Informationen gibt es unter der Adresse www.dahuawadameierundi.de .

  • Irish-Bayrisch

    Im Oktober treten Da Huawa, da Meier und I wieder gemeinsam mit der irischen Band Na Ciotogi auf. „Irish-Bayrisch“ ist unter anderem zu sehen und zu hören am 19. Oktober in Neunburg vorm Wald (Schwarzachtalhalle) und am 20. Oktober in Regensburg (Alte Mälzerei).

So ungefähr muss es gewesen sein, als das Konzept „Adam sucht Eva“ entstand. Jetzt sind wir am Tiefpunkt der medialen Unterhaltung angelangt. Hoch verschuldete C-Promis hüpfen sinnfrei splitterfasernackt auf einer Insel herum.

Da finde ich die Dokumentation „Die Auswirkung der Sonnenstrahlen auf das Liebesleben der Pflastersteine“ tausendmal interessanter. Ich hätte das Konzept „Silikon sucht Vollpfosten“ genannt. Da ist doch nichts echt, das hat doch nichts Natürliches. Wenn ich mir zwei Stunden Silikon anschauen möchte, gehe ich in den nächsten Baumarkt und stelle mich in die Fliesenabteilung. Das Silikon dort ist wenigstens still und redet keinen unerträglichen Stuss daher.

„Wenn ich mir zwei Stunden Silikon anschauen möchte, gehe ich in den nächsten Baumarkt und stelle mich in die Fliesenabteilung. Das Silikon dort ist wenigstens still.“

Matthias Meier

Der Nachfahre von Donald Duck

Aber nicht nur die Natur und die Adams und Evas lassen im Oktober die Hüllen fallen, sondern auch der allseits beliebte US Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Donald Trump, ein direkter Nachfahre des weltbekannten Donald Duck, behauptet, er kenne das Steuersystem so gut wie keiner in seinem Land. Darum habe er Milliarden am Fiskus vorbeigeschleust und darum wäre er seiner Meinung nach der kompetenteste Präsident – frei nach dem Motto „Den Bock zum Gärtner gemacht“. Das ist ja AfD-Niveau vom Allerfeinsten. Wenn’s nix wird mit dem Präsidentenämtchen, lieber Donald „Duck“ Trump, wäre bestimmt bei uns in Deutschland bei der AfD eine Führungsposition frei, da ist massiver Fachkräftemangel.

Ob „Adam sucht Eva“, „Donald ‚Duck‘ Trump“ oder AfD – es gibt anscheinend ganz helle Leuchten in der Bevölkerung, die hier applaudieren und ihre Zustimmung kundtun, sonst würde es so schwachsinnige Projekte nicht geben. Bezugnehmend auf das massive Bildungsdefizit vieler Mitbürger dürfte die beste „Alternative für Deutschland“ ganz klar „Adam sucht Eva“ sein. Hier gibt’s nichts zu kapieren, hier kann man keinem Mitmenschen Schaden zufügen und hat eine Unterhaltung in Form von ungefährlicher Geistfreiheit. Ich sehe schon, mit Deutschland geht es wieder massiv bergauf. Bis bald, Euer Meier!

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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