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Kolumne

Wenn der Meier einen Alptraum hat

Eine Insel im Satzdorfer See und schmutzige Hinterzimmerdeals – der österreichische Traum unseres Kolumnisten Matthias Meier.
Von Matthias Meier

Auf einer Insel am Satzdorfer „Rädlinger“ See spielen sich in Matthias Meiers Traum gruselige Szenen ab. Foto: Archiv/Belinda Breu
Auf einer Insel am Satzdorfer „Rädlinger“ See spielen sich in Matthias Meiers Traum gruselige Szenen ab. Foto: Archiv/Belinda Breu

Cham.Ich bin noch ganz zerstreut. In unserem Künstlerleben gibt es wider Erwarten einen geregelten Tagesablauf – wir haben quasi auch so eine Art innere Uhr. Ich werde immer automatisch um 11 Uhr vormittags wach, denn im Gegensatz zum Gehirn meldet sich der Magen, wenn er leer ist. Ich muss dann unbedingt einen Leberkäse essen, sonst kann ich unmöglich bis um 14 Uhr weiterschlafen.

Das läuft routinemäßig jeden Tag nach dem gleichen Schema, bis auf den besagten Tag, circa 14 Tage vor der Europawahl. Da hatte ich einen Traum. Wenn ich träume, dann habe ich selten weder Alpträume (z. B. von Getränken aus der Massenbierhaltung aus dem Norden) noch wunderschöne Träume (wie zum Beispiel von heimischen Edelbieren). Kurzum, ich träume immer einen totalen „Grampf“:

  • Tatort: die Insel am Satzdorfer „Rädlinger“ See.
  • Hauptdarsteller: der Spitzenkandidat des Kreisverbandes Schwandorf-Cham der AfD.
  • Hauptdarstellerin: eine tschechische Multimilliardärin, die vom Zigarettenschmuggeln reich geworden ist.
  • Nebendarsteller: ein weiterer unbedeutender „Hans-Kasperl“ der oben genannten Partei als Dolmetscher.
  • Unfreiwilliger Mitwirkender: Ich.

Plutonium-Steine für Lederdorn

Matthias Meier
Matthias Meier

Ich war auf dieser Insel und konnte den Ort nicht verlassen, weil meine Schwimmflügel keine Luft mehr drinnen hatten. Ich verfolgte unfreiwillig wie ein stilles Mäuschen das Geschehen.

Zuerst wurden die billigsten Würste aus Plastikbehältern gegessen, das schlechteste Discounterbier wurde maßlos aus 0,33er-Plastikflaschen getrunken, und schließlich kam das minderwertigste Kokain, gestreckt mit Autoreifen, zum Einsatz. Der ganze Abfall wurde einfach in den See geschmissen.

Satire

Rettet den Diesel – oder was auch immer!

Der Bienenschutz ruft auch Trittbrettfahren auf den Plan. Unser Kolumnist Matthias Meier hat da einige Beobachtungen gemacht.

Je später die Stunde, desto „spitzer“ wurde der Spitzenkandidat auf die „verruchte“ Milliardärin. Er meinte, er hätte die Gewalt vom „Max“, hat aber nicht mal die Kraft vom „Biesler“. Er wollte eine Parteispende haben, würde ihr dafür unsere geliebte Rhaner Brauerei verkaufen. Auch der Baulöwe des Landkreises, „Sepp Rädlinger“, würde keinen einzigen Auftrag mehr bekommen.

Dem Politiker war es scheißegal, dass die armen, aber liebenswerten Menschen im Landkreis in Zukunft nur noch „Tschechen“ trinken würden (Tschech: Biergetränk, a Tschech is a leichter Russ), und die neuen Ortsumgehung in Lederdorn würde statt vom „Rädlinger Sepp“ von einer Firma der Milliardärin mit Plutonium verseuchten Steinen aus dem grenznahen Temelin gepflastert werden.

Warum sowas nur im Alptraum passiert

So einen Schmarrn träumen: Eine Partei, die unter sich bleiben möchte und Ausländer hasst, würde doch niemals Fremde zum Arbeiten reinlassen, geschweige denn Ausländerplörre saufen. So ein realitätsfremder Blödsinn! Auch wenn diese Partei Vorteile hätte, würde sie nie mit von ihnen deklariertem natürlichem Feind, dem Ausländer, kooperieren.

Also, alles nur geträumt. So was könnte in Deutschland wirklich nicht passieren, denn elf Prozent Wähler können sich nicht irren. So etwas Krasses könnte ich mir höchstens in Österreich vorstellen.

Bis bald, Euer Meier

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