MyMz
Anzeige

Adventskonzert

Weihnachtskonzert in Bad Kötzting

Die Lamer Winkl Sänger gestalteten mit singenden und musizierenden Freunden das Programm in Bad Kötztings Pfarrkirche.
Von Alois Dachs

Gemeinsam stimmten am Schluss alle Sänger und Musikanten in der Stadtpfarrkirche das „Tauet Himmel den Gerechten“ an. Fotos: Dachs
Gemeinsam stimmten am Schluss alle Sänger und Musikanten in der Stadtpfarrkirche das „Tauet Himmel den Gerechten“ an. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Ein vorweihnachtliches Erlebnis der ganz besonderen Art bescherten die Lamer Winkl Sänger am Samstagnachmittag gemeinsam mit Sängern und Musikanten aus der näheren Umgebung zahlreichen Volksmusikfreunden in der Bad Kötztinger Stadtpfarrkirche. Mit ihrem Adventssingen setzten sie zwei Tage vor dem Heiligen Abend ein Zeichen und stimmten stilvoll, aber nicht nur mit „andächtiger Musik“ auf die Weihnachtszeit ein.

In seiner Begrüßung nahm Stadtpfarrer Herbert Mader, der die verbindenden Texte zu den vorweihnachtlichen Weisen sprach, Bezug zur Herbergssuche, die momentan bei vielen Feiern gespielt werde. Es sei an der Zeit, für andere Menschen ein Gespür und „a Herz“ zu zeigen und so wünschte er den Teilnehmern an diesem Adventssingen auch, dass sie ihre Herzen öffnen mögen für andere Menschen, aber auch „für den, der da kommt“.

Flottes und Besinnliches

Organisation: Die Lamer Winkl Sänger hatten das Adventssingen in der Stadtpfarrkirche vorbereitet und sich dafür befreundete Musik- und Gesangsgruppen eingeladen. Begleitet von Hermann Achatz auf der Zither beeindruckten sie mit ihren Liedern zur Weihnachtszeit die Besucher. Fotos: Dachs
Organisation: Die Lamer Winkl Sänger hatten das Adventssingen in der Stadtpfarrkirche vorbereitet und sich dafür befreundete Musik- und Gesangsgruppen eingeladen. Begleitet von Hermann Achatz auf der Zither beeindruckten sie mit ihren Liedern zur Weihnachtszeit die Besucher. Fotos: Dachs

Das Bläserquintett, eine Gruppe, die aus dem Further Blasorchester hervorgegangen ist, eröffnete dann mit der Melodie „O Wunder, was soll das bedeuten?“ das Programm, das viel Abwechslung bot und sich keineswegs in den „Adventstandards der Volksmusik“ erschöpfte. Die Lamer Winkl Sänger folgten mit „In Nacht und Dunkel liegt die Erd‘“, ehe die Schwarzachtaler Saitenmusik aus dem Raum Waldmünchen gemeinsam mit dem Klarinetten-Quartett unter Leitung von Hans Kistler „Es wird ein Stern aufgehen“ anstimmte. „Der Stern für Glaube, Hoffnung, Liebe“, vorgetragen vom Regentalgsangl und der „Weihnachts-Boarische“ des Klarinetten-Quartetts rundeten den ersten von vier Programmteilen ab.

Zusammenspiel: Die Schwarzachtaler Saitenmusik mit Anja Schönsteiner an der Harfe (links) spielte den „Kathei-Walzer“ gemeinsam mit dem Klarinetten-Quartett unter Leitung von Hans Kistler, das aus dem Further Blasorchester hervorgegangen ist und sich bestens etabliert hat. Fotos: Dachs
Zusammenspiel: Die Schwarzachtaler Saitenmusik mit Anja Schönsteiner an der Harfe (links) spielte den „Kathei-Walzer“ gemeinsam mit dem Klarinetten-Quartett unter Leitung von Hans Kistler, das aus dem Further Blasorchester hervorgegangen ist und sich bestens etabliert hat. Fotos: Dachs

Stadtpfarrer Herbert Mader wies darauf hin, dass in der Stadtpfarrkirche die große Weihnachtskrippe bereits aufgebaut ist. Auch das Christkind liege schon in der Krippe und führe uns zu der Frage, ob es in Anlehnung an das berühmteste Weihnachtslied wirklich eine „Stille Nacht“ und eine „Heilige Nacht“ war, als Christus geboren wurde, der zum Erlöser der Welt werden sollte. In einer Geschichte in der Altbaierischen Weihnacht von Anna Walter wird geschildert, wie Schutzengel über den Neugeborenen wachen und welchen Herausforderungen sie gegenüber stehen, weil auch Ochs und Esel den Stall mit dem Sohn Gottes teilen.

Bläserquintett: Eine echte Bereicherung des Programms waren die Einsätze des Bläserquintetts, das mit zwei Flügelhörnern, zwei Posaunen und Bass schon bei der Einleitung ein wohlklingendes Signal setzte. Die Gruppe hat sich ebenfalls aus dem Blasorchester Furth im Wald gebildet. Fotos: Dachs
Bläserquintett: Eine echte Bereicherung des Programms waren die Einsätze des Bläserquintetts, das mit zwei Flügelhörnern, zwei Posaunen und Bass schon bei der Einleitung ein wohlklingendes Signal setzte. Die Gruppe hat sich ebenfalls aus dem Blasorchester Furth im Wald gebildet. Fotos: Dachs

Den zweiten Programmabschnitt eröffneten erneut die Bläser mit „Erhebt in allen Chören“, ehe nach „O heilige Muatta“ vom Regentalgsangl die Schwarzachtaler Saitenmusik mit „Da Hoamelige“ wieder ein flottes Musikstück beitrug. Nach „Der Prophet Balaam“ von den Lamer Winkel Sängern bot das Klarinetten-Quartett eine Christkindl Weis‘. Vom Traum eines Hirten, erzählt von Carl Orff, berichtete danach der Stadtpfarrer. Wie dem Schäfer im Traum ein Engel erschien und ihm berichtete, dass im Stall bei Bethlehem der Erlöser der Welt geboren worden sei und in einer Krippe liege.

Dem bekannten Stück „Auf, auf, ihr Hirten“ von den Lamer Winkl Sängern ließ die Schwarzachtaler Saitenmusik dann das bekannte „Rohrer Menuett“ folgen, das in der Besetzung mit Zither, Hackbrett, Harfe, Gitarre und Bass besonders gut zur Geltung kam. „Immer wenn es Weihnacht wird“ trug das Regentalgsangl vor und bim „Kathei-Walzer“ spielten die Schwarzachtaler noch einmal zusammen mit dem Klarinetten-Quartett.

Lächeln über einen Floh

Frauenstimmen: Seit 20 Jahren ist das Regentalgsangl zu einer festen Größe in der Volksmusik des Oberen Bayerischen Waldes geworden. Gemeinsam mit ihrem Mentor Ernst Neumaier an der Gitarre und Hermann Achatz trugen sie mehrere Lieder zum Adventssingen bei. Fotos: Dachs
Frauenstimmen: Seit 20 Jahren ist das Regentalgsangl zu einer festen Größe in der Volksmusik des Oberen Bayerischen Waldes geworden. Gemeinsam mit ihrem Mentor Ernst Neumaier an der Gitarre und Hermann Achatz trugen sie mehrere Lieder zum Adventssingen bei. Fotos: Dachs

„Oh wie lacht Lieb aus seinem göttlichen Mund“ heißt es in der zweiten Strophe des Liedes „Stille Nacht“, sagte Pfarrer Mader in der Überleitung zum Schlussteil des Programmes. Jesus wolle uns mit seinem Lächeln auffordern, mit Freude das Weihnachtsfest zu begehen. Der Sohn Gottes stehe immer auf der Seite der Menschen, die im Leben nichts zu lachen haben, so der Priester. Karl Heinrich Waggerl habe in seinen Erzählungen über das Christkind auch die Geschichte von einem Floh eingeflochten, der sich im Stroh der Krippe von Bethlehem versteckt hatte und aus Angst vor Verfolgung schließlich ins Ohr des Neugeborenen geschlüpft sei. Weil er bei seinem „Absprung“ im Ohr ein Kitzeln nicht vermeiden konnte, habe Jesus über die Flucht des Verfolgten gelächelt.

Mit der „Magdalena Weis‘“ leitete das Klarinetten-Quartett den Schlussteil des Adventssingens ein. „Freu Dich, Du lieber Christ“ trug das Regentalgsangl vor und die Schwarzachtaler Saitenmusik lieferte mit dem „Krippen-Boarischen“ eine stimmungsvolle Musik zum Thema dieses Nachmittags. Mit „Schlaf, schlaf, holdseliges Jesulein“ unterstrichen die Lamer Winkl Sänger einmal mehr, dass sie zu den erfolgreichsten Interpreten bodenständiger Volksmusik in Altbayern gehören, ehe die Bläser mit „Ihr Hirten, lauft nach Bethlehem“ einen wohlklingenden Schlusspunkt setzten.

Ein „Vergelt‘s Gott“ sagte der Stadtpfarrer vor allem den Mitwirkenden, die wenige Stunden vor Weihnachten bereit waren, dieses Konzert zu gestalten, aber auch den vielen Besuchern, die er um eine kleine Spende bat. Die Spenden sollen künftig die Arbeit im Seniorenclub der Pfarrei Mariä Himmelfahrt bereichern.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht