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Unterhaltung

Ein Straubinger Fredl Fesl startet durch

Der 28-jährige Musikkabarettist „Da Ebner“ hat schon an die 90 eigene Lieder geschrieben. Seine Ideen nimmt er meist aus Alltagssituationen.
Von Melanie Bäumel-Schachtner, MZ

„Da Ebner“ nimmt seine Ideen meist aus Alltagssituationen und macht dazu ein paar lustige Stropen. Foto: lbn

Straubing. Keiner nimmt Alfons Schuhbeck so schön aufs Korn wie Patrick Ebner. Der 28-jährige Musikkabarettist aus Straubing hat ein Lied über das wohlbekannte Chilisalz des bayerischen Sternekochs geschrieben, über das sogar Menschen schmunzeln müssen, deren fester Küchenbestandteil eben dieses Salz und natürlich der obligatorische Ingwer sind.

Zimperlich darf man bei dem Liedermacher nicht sein – gern geht’s auch mal unter die Gürtellinie. Doch wenn der gelernte Lagerist („früher hätte man gesagt Backlschubser“, so der Ebner über den Ebner) zur Gitarre greift, bleibt so leicht kein Auge trocken. Sich ertappt zu fühlen, ist ein Gefühl, das das Publikum kennt, das sich „den Ebner“ anhört. Denn er zeichnet – mal mit feiner Ironie, mal mit einer kräftigen Portion derben Humors – die ganz alltäglichen kleinen Missgeschicke auf, ob in der Disco oder beim Spaziergang mit dem Hund.

„Da Ebner“, wie sich Patrick ganz schlicht und ergreifend nennt, bezeichnet sich selber als eine Mischung aus Kabarettist und Liedermacher: „Quasi Musikkabarettist. Als ich damit angefangen habe, habe ich mich als Liedermacher betitelt, bis mich Wikipedia belehrt hat. Liedermacher ist ja eigentlich ein Überbegriff, unter dem sich diverse Stilrichtungen verbergen. Und ich wollte dann nicht nur als Liedermacher gesehen werden. Das Problem war nur, dass zu diesem Zeitpunkt schon 1000 Autogrammkarten mit „niederbayerischer Liedermacher“ gedruckt waren, aber die brennen ganz gut“, sagt er augenzwinkernd. In diesem Stil tritt er seit ungefähr 2010 auf, allerdings da noch mit vermehrt gecoverten Liedern von Fredl Fesl oder Hans Söllner. Nach und nach kamen dann immer mehr eigene Lieder dazu. Und seit Anfang 2013 gibt es ausschließlich das eigene, aktuelle Programm „Gschicht’n aus’m Leb’n“.

Gemacht hat er schon die verschiedensten Dinge: „Ich war als Alleinunterhalter unterwegs und habe in einer Party-Band gespielt. Aber meine Vorbilder waren halt einfach der Fredl Fesl und der Hans Söllner und dementsprechend hat’s mich zu diesen Liedern hingezogen. Irgendwann war ich dann mal Solo gebucht und habe als Zugabe eines meiner ersten Lieder, den ‚Discobesuch‘, gespielt und gemerkt, dass mein Lied genauso gut ankam wie Altbewährtes. Von diesem Zeitpunkt an habe ich mich dann voll auf meine Sachen konzentriert und dann unbewusst meinen Stil, den Fredl-Söllner-Fesl-Hans-Stil entwickelt und verinnerlicht.“ Bislang hat er so 80 bis 90 Lieder geschrieben. „Wobei man sagen muss, dass man ungefähr 60 dieser Nummern keinem Menschen zumuten kann“, sagt er lachend.

Die Ideen kommen meist aus Alltagssituationen. „Also ich höre irgendwo irgendeinen Satz wie zum Beispiel `I bin’s ned gwen´. Den schreibe ich mir dann auf und dann versuch ich daraus ein paar lustige Strophen zu basteln, mit eben diesem Satz als Refrain.“ Oder ihm passiert selber was Witziges, was er dann einfach verarbeiten muss. Wobei eine Ausgangssituation nicht unbedingt immer so lustig sein muss. Sein Ziel ist ganz einfach definiert: „Es gibt viele gute Liedermacher, die wichtige, politische Themen ansprechen und die ich auch voll unterstütze. Aber ich persönlich will, dass die Leute unbeschwert lachen.“

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