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Montag, 16. Juli 2018 29° 3

Religionen

Steinmeier warnt vor einfachen Antworten

In Nürnberg mahnt der Außenminister zu Besonnenheit in der Islam-Debatte. Religionen seien nicht schuld an Fehlentwicklungen.

Der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (Mitte, SPD) besichtigt in Nürnberg die bei einem Brand im Juni 2014 schwer beschädigte Kirche St. Martha.
Der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (Mitte, SPD) besichtigt in Nürnberg die bei einem Brand im Juni 2014 schwer beschädigte Kirche St. Martha. Foto: dpa

Nürnberg.Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat in der Debatte über die Rolle des Islam bei weltweiten Konflikten vor „einfachen Antworten“ gewarnt. Die Antworten seien komplex und lägen nicht auf der Straße, sagte der Außenminister am Montag bei einem Besuch in Nürnberg. „Das heißt: Obwohl wir Kriege und Krisen im Mittleren Osten beobachten, dürfen wir dies nicht als Kern und Gegenstand des muslimischen Glaubens betrachten“, warnte er.

Es sei falsch, Religionen für Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen, „für die allein Menschen verantwortlich sind“. Daher sei es „unsere Verantwortung, jenen zu widersprechen, die in Dresden und anderswo im Umgang mit anderen Religionen nach ganz einfachen Antworten suchen“, sagte Steinmeier mit Blick auf die Pegida-Bewegung.

Der Sozialdemokrat hatte vor Beginn einer SPD-Regionalkonferenz die im vergangenen Sommer ausgebrannte St. Martha-Kirche der örtlichen reformierten Gemeinde in der Nürnberger Innenstadt besucht. Steinmeier, der selbst der evangelisch-reformierten Konfession angehört, sagte: „Ich hoffe, dass mein Besuch dazu beitragen kann, dass die Gemeinde ein paar mehr Spenden für den Wiederaufbau des Gotteshauses zusammenbekommt“.

Steinmeier ließ sich dabei vom Koordinator des Wiederaufbaus, Georg Rieger, über den Stand der Planungen informieren. Danach soll, sobald die mit einem Notdach gesicherte Kirche ausgetrocknet ist, in diesem Sommer mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Vorher müssten allerdings noch die Mauern auf ihre Standfestigkeit hin überprüft werden. Die neue Orgel sei bereits bestellt. Wenn alles gut gehe, könnte die St.-Martha-Kirche Ende 2016 wieder eröffnet werden. (dpa)

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