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Bundesverdienstkreuz für Prof. Körner

Der 68-Jährige sei Repräsentant einer „Geschichte für alle“, sagte Minister Dr. Ludwig Spaenle bei der Verleihung in München.
Von Evi Paleczek

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle ehrte Prof. Dr. Hans-Michael Körner mit dem Bundesverdienstkreuz.
Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle ehrte Prof. Dr. Hans-Michael Körner mit dem Bundesverdienstkreuz. Foto: StMAS/Krautbauer

Furth im Wald.Für ihren Einsatz für das Gemeinwohl hat am Mittwoch Kunst- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verdienten Persönlichkeiten das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Unter ihnen ist Prof. Dr. Hans-Michael Körner aus Petershausen, der in Furth im Wald aufgewachsen ist. Der 68-Jährige hatte von 1995 bis 2012 den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München inne. Sein Name ist mit „Public history“ eng verbunden: Er möchte einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zur Geschichte eröffnen.

Beispielhafter Einsatz

Die von Körner initiierte Bavaristische Ringvorlesung an der LMU können Zuschauer auf BR-alpha verfolgen. Seine Expertise bringt er in mehreren Gremien ein, unter anderem in der Kommission für Zeitgeschichte und der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

„Sie wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, weil Sie sich in besonderer Weise für unser gesellschaftliches Leben einsetzen. Jeder von Ihnen macht sich auf seine ganz eigene Weise für das Gemeinwohl stark. Mit Ihrem beispielhaften Einsatz bereichern Sie unsere Gesellschaft ungemein“, sagte Spaenle bei der Aushändigung der Orden an sechs verdiente Persönlichkeiten, unter ihnen Körner.

Auch Ulrich N. Brandl und Toni Högele erhielten am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz.

Der 68-Jährige habe von 1995 bis 2012 den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der LMU inne gehabt. Das Universitätsarchiv leite er auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand weiterhin mit Hingabe. Große Verdienste habe sich Körner beim Aufbau eines eigenständigen Systems zur Vermittlung historischer Inhalte und Probleme vornehmlich aus dem Bereich der bayerischen Landesgeschichte erworben. Körners Name sei mit „Public history“ eng verbunden. Historische Informationen würden dort in Wort und Bild – einerseits auf hohem wissenschaftlichen Niveau, andererseits anschaulich, verständlich und motivierend – dargestellt. „Ihr besonderes Anliegen ist es, einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zur Geschichte zu eröffnen“, sagte Spaenle.

Als Voraussetzung für den Erfolg dieser Art von Geschichtsvermittlung habe Körner in den 90er Jahren die wichtigsten Träger der Landesgeschichte in Bayern – Hochschullehrer sowie Leiter von Museen, Sammlungen und Bibliotheken – zu einem „Bavaristischen Arbeitskreis“ vereint, der seit 2000 im Wesentlichen die Bavaristische Ringvorlesung an der LMU trage. Die Vorlesungen fänden immer größere Resonanz und würden vom Bildungskanal br-alpha ausgestrahlt. Zudem bildeten sie die Grundlage einer Buchreihe.

Fernsehproduktionen angeregt

Körner habe zudem viele Fernsehproduktionen zur bayerischen Geschichte wie 2006 die „Königsreihe“ und 2012 die Reihe „Das bayerische Jahrtausend“ angeregt und beratend begleitet. Sein Engagement als kritisch-emphatischer Geschichtsvermittler auf hohem intellektuellem Niveau habe dazu geführt, dass ihm zusammen mit dem ehemaligen Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Prof. Dr. Albert Scharf, die Verantwortung für die 2000 vom Haus Wittelsbach wiederbelebten „Berchtesgadener Gespräche“ übertragen worden sei. Auch die Tätigkeit im Stiftungsvorstand der Karl Graf Spreti Stiftung mit ihrem internationalen und bayerischen Charakter hänge unmittelbar mit Körners Leistungen als Repräsentant einer „Geschichte für alle“ zusammen.

Prof. Dr. Hans-Michael Körner

  • Abitur

    Prof. Dr. Hans-Michael Körner wurde am 10. Juni 1947 in Eschlkam geboren. Er wuchs in Furth im Wald auf, machte 1966 sein Abitur am Gymnasium in Cham und studierte dann Deutsche Philologie und Geschichte für Gymnasiallehramt an der LMU in München.

  • Studium

    Er schloss mit dem ersten Staatsexamen ab und wurde Assistent am Historischen Institut der Uni Regensburg. Dort promovierte Körner 1976 bei Dieter Albrecht mit der Arbeit „Staat und Kirche in Bayern 1886 bis 1918“.

  • Habilitation

    Anschließend wechselte er als Akademischer Rat an die LMU, absolvierte das Lehramtsreferendariat und ging wieder an die LMU zurück, wo er an Hubert Glasers Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte 1988 seine Habilitation anfertigte: „Staat und Geschichte im Königreich Bayern“.

  • Lehrstuhl

    Nach einem Lehraufenthalt in den USA erhielt Körner 1991 einen Ruf als Professor für Bayerische Geschichte und Didaktik der Geschichte an die Universität Würzburg. Von 1995 bis 2012 war er Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte an der LMU München.

  • Forschung

    Körner ist unter anderem Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Mitherausgeber des Historischen Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft und Initiator der Bavaristischen Ringvorlesung an der LMU. Sein Forschungsinteresse gilt neben der Didaktik der Geschichte der bayerischen Landesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

  • Herausgeber

    Er ist Autor beziehungsweise Herausgeber mehrerer Standardwerke wie der Großen bayerischen biografischen Enzyklopädie, einer Geschichte des Königreichs Bayern und der Bände zu Altbayern, Schwaben und Franken des Handbuchs der historischen Stätten. 2012 wurde Körner mit dem Waldschmidt-Preis ausgezeichnet.

Seit 2008 gehöre Körner dem Kuratorium des Vereins „Freunde der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz“ an. Der Verein setze sich für den Erhalt und die Unterstützung des Klosters und seines Wirkens in Stadt und Land ein. Die von Körner konzipierte „Sommerakademie Sankt Bonifaz“ habe seit 2011 eine weit über das Fachpublikum hinausreichende Breitenwirkung erzielt. Auch engagiere sich der 68-Jährige als Mitglied in der Kommission für Zeitgeschichte, der Kommission für bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und sei Herausgeber und Initiator des Jahrbuchs der Görres-Gesellschaft.

Beachtliches geleistet

Mit seiner historischen Expertise und seiner Vernetzung in Gesellschaft, Politik, Kultur und Medien habe Körner Beachtliches geleistet und sich große Verdienste erworben. Für diese Verdienste habe der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er freue sich, Körner diese hohe Auszeichnung aushändigen zu dürfen, betonte Spaenle.

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