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Kriminalität

Räuber rasen mit Auto in Juwelier-Laden

Drei Unbekannte fuhren am Dienstagmorgen in Cham mit einem Auto rückwärts ins Schaufenster und griffen blitzartig zu.

Die Diebe durchbrachen das Schaufenster des Schmuckgeschäfts in der Chamer Alrunastraße mit einem Auto. Foto: Schiedermeier
Die Diebe durchbrachen das Schaufenster des Schmuckgeschäfts in der Chamer Alrunastraße mit einem Auto. Foto: Schiedermeier

Cham.Am Dienstagmorgen kurz nach 5 Uhr haben drei unbekannte Täter das Schmuckgeschäft „Magoscha’s“ ausgeraubt und Schmuck in Höhe eines hohen vierstelligen Betrages erbeutet. Augenzeugen zufolge verlief der Überfall dreist und filmreif. Das Täterfahrzeug mit einem Mann am Steuer wurde von zwei jungen Männern mit Kapuzen auf dem Kopf zunächst eingewiesen und fuhr entgegen der Fahrtrichtung in die Einbahnstraße. Anschließend rammte das Tatfahrzeug zwei Mal die Scheibe rückwärts mit der Anhängerkupplung voraus.

Reifenradierungen wurden von den Polizei-Ermittler vermessen und fotografiert. Foto: Schiedermeier
Reifenradierungen wurden von den Polizei-Ermittler vermessen und fotografiert. Foto: Schiedermeier

Der Wagen, nach Augenzeugenaussagen silberfarben, fuhr anschließend entgegen der Fahrtrichtung in die Rosenstraße, wo er um die Ecke herum parkte. Der Rest dauerte nur Sekunden. Während noch die Alarmanlage des Schmuckgeschäftes schrillte, stürzten die beiden Fußgänger durch die kaputte Scheibe ins Innere und räumten aus, was ihnen gerade in die Finger kam. „Das war nichts Gezieltes, kein professioneller Zugriff. Die haben Dinge liegengelassen, die jeder Profi mitgenommen hätte“, sagt die Besitzerin am frühen Morgen. Mit ihren Mitarbeitern fegt sie niedergeschlagen die Scherben des nächtlichen Raubzuges vom Pflaster. „Cham ist hart für uns. Da hatten wie bisher nicht viel Glück“, sagt ihr Mitarbeiter.

Viele Zeugen sahen die Tat

Besitzerin Magoscha Kaufmann fegte am Morgen niedergeschlagen die Scherben des Raubzuges vom Gehweg. Foto: Schiedermeier
Besitzerin Magoscha Kaufmann fegte am Morgen niedergeschlagen die Scherben des Raubzuges vom Gehweg. Foto: Schiedermeier

Das kann man so sehen. Vor etwa vier Wochen wurde Magoscha Kaufmann bei der Vorführung einer Kollektion von einem Mittäter bestohlen. Vor drei Jahren, als sie noch ein wenig weiter unten in der Schwanenstraße ihren Schmuck verkaufte, drangen Unbekannte durch das eingeschlagene Schaufenster in den Verkaufsraum ein und stahlen. „Von diesen beiden Tat gibt es bisher keine Festnahmen“, erzählt sie.

Die Fahndung

  • Das Fahrzeug

    Die Polizei sucht ein silbernes Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen, das eventuell vor dem Raubzug gestohlen wurde.

  • Die Täter

    Augenzeugen sprechen von einem nicht näher beschriebenen Fahrer und zwei dunkel gekleideten Mittätern, die schwarze Sweatshirts und Kapuzen trugen.

  • Hinweise

    Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg bittet um jegliche Hinweise aus der Bevölkerung unter der Telefonnummer (09 41) 506 28 88.

Mit Nummern markierten die Ermittler die einzelnen Spuren. Foto: Schiedermeier
Mit Nummern markierten die Ermittler die einzelnen Spuren. Foto: Schiedermeier

Im aktuellen Fall liegen die Dinge etwas anders: Es gibt nicht nur einige Augenzeugen, sondern auch eine Videoaufzeichnung der Tat, die von der Polizei ausgewertet wird. „Das hat die halbe Nachbarschaft mitbekommen“, schilderte ein Polizeibeamter am, Tatort. Tatsächlich ist der Hergang an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Das Schmuckgeschäft wird praktisch flankiert von zwei Bäckereien, die zur Tatzeit nicht nur hell erleuchtet waren, sondern bereits die ersten Kunden hatten.

Fahndung nach dem Täterfahrzeug läuft

Eine der Augenzeuginnen berichtet: „Ich war auf dem Weg zu meinem Bäcker. Da fiel mir dieser silberne Wagen auf, der entgegen der Fahrtrichtung in der Rosenstraße rangierte. Ich weiß das deswegen, weil ich noch dachte: Was macht der denn da? Hoffentlich fährt der mir nicht rein. Mir sind auch kurz die beiden Typen aufgefallen, die mit schwarzen Sweatshirts und Kapuzen auf dem Kopf neben dem Schaufenster standen. Da habe ich mir aber noch nichts gedacht.“ Die Kundin war gerade in der Bäckerei, als es krachte. „Ich dachte noch: Jetzt ist ihnen in der Backstube aber was kaputt gegangen. Dann krachte es nochmal und wir sagen den silbernen Wagen rückwärts im Schaufenster stehen!“

Unbekannte brechen bei Chamer Juwelier ein

Deutlich sichtbar: Einschlag der Anhängerkupplung und der Stoßstange Foto: Schiedermeier
Deutlich sichtbar: Einschlag der Anhängerkupplung und der Stoßstange Foto: Schiedermeier

Eine weitere Zeugin lief daraufhin ins Freie. „Uns war sofort klar, dass das ein Raubzug war. Wer fährt bei einem Unfall schon zweimal ins Fenster. Der Wagen war bei Rathaus um die Ecke gefahren. Ich hab den Motor noch brummen hören. Da kamen auch schon die zwei Männer mit den Kapuzen aus dem Fenster gelaufen und hatten Schmuck in der Hand. Ich habe noch geschrieben: Polizei! Polizei! Einer von denen hat noch zu mir hergesehen. Der war nicht alt. So 30 bis 35 Jahre vielleicht. Die sind dann weggerannt und das Auto ist davongefahren!“

Zur Spurensicherung hatten die Ermittler der Inspektion Cham den Kreuzungsbereich an der Alrunastraße abgesperrt. Foto: Schiedermeier
Zur Spurensicherung hatten die Ermittler der Inspektion Cham den Kreuzungsbereich an der Alrunastraße abgesperrt. Foto: Schiedermeier

Kurz darauf waren bereits Ermittlungsbeamte der Inspektion Cham vor Ort, während rundum die Fahndung nach dem Täterfahrzeug lief. Eine Zeugin hat sich Teile eines ausländischen Kennzeichens gemerkt. Die Ermittlungen hat inzwischen die Kripo Regensburg über ihre Außenstelle „Kommissariat Grenze“ in Furth im Wald übernommen.

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