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Eine Kirche im neuen Gewand

Von Mai bis Dezember wurde der Ziegetsdorfer Sakralbau für 950 000 Euro saniert. Viele loben die baulichen Veränderungen.
Von Daniel Steffen

Hell, freundlich, geräumiger: So urteilen die Ziegetsdorfer über die frisch sanierte Kirche St. Josef. Fotos: Eder
Hell, freundlich, geräumiger: So urteilen die Ziegetsdorfer über die frisch sanierte Kirche St. Josef. Fotos: Eder

Regensburg.Für ein halbes Jahr schloss sie ihre Pforten, jetzt erstrahlt sie im neuen „Gewand“: Die Pfarrkirche St. Josef in Ziegetsdorf hat eine umfangreiche Sanierung hinter sich, die Kosten von rund 950 000 Euro mit sich brachte. Anfang Dezember zelebrierte Weihbischof Reinhard Pappenberger den ersten Gottesdienst in dem Sakralgebäude, das 1931/1932 nach den Plänen des Münchner Architekten Georg Berlinger erbaut worden war. Vor der umfangreichen Sanierung in diesem Jahr war die Kirche zuletzt 2005 in Schuss gesetzt worden: Die Arbeiten damals betrafen allerdings „nur“ das Dach und die Fassade des Gebäudes.

Die Reaktionen auf die jüngste Sanierung fallen großenteils positiv aus. „Ich hab bisher nur Gutes gehört“, sagt Kirchenpfleger Christian Wanninger. Positiv sei etwa bewertet worden, dass der Hl. Josef als Kirchenpatron nun „wieder an seinem angestammten Platz“ sei –an der Altarwand. Ferner mache das Kircheninnere einen „hellen, freundlichen Eindruck“.

„Neue Strahlkraft“ in der Kirche

Johann Kamm von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) stimmt zu. „Mir gefällt es schon. Es ist mehr Platz drin, weil nun ein paar Bänke weg sind und der Altar nicht mehr so hoch ist“, sagt er. Wünschen würde er sich mehr Blumenschmuck in Altarnähe, unter dem Strich findet er die Sanierung aber gelungen.

SPD-Stadtrat Dr. Thomas Burger war viele Jahre Oberministrant in der Pfarrei. Er bewertet die Sanierung ähnlich positiv: „Ich persönlich schätze die klaren Linien, die gelungene Beleuchtung und insgesamt die Strahlkraft, insbesondere des neugestalteten Altarraums“, sagt er. Dadurch, dass die Stufen vor dem Altar entfernt worden seien, sei nun „mehr Weite entstanden“. Da die Kirche in der Vorweihnachtszeit wiedereröffnet wurde, nehme die Gemeinde das sanierte Gebäude „besonders intensiv“ wahr.

„Ich schätze die klaren Linien, die Beleuchtung und die Strahlkraft des Altarraums.“

Dr. Thomas Burger, Stadtrat, Ziegetsdorf

Eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen wurde in den vergangenen Monaten durchgeführt: Zunächst ging es dem Holzwurm im Kirchengestühl an den Kragen. An den Türen und am Gestühl erfolgten dann Schreinerarbeiten, ebenso wie am Gestühl in der Sakristei. Der Altarraum wurde völlig neu gestaltet.

Kostenintensiv war Pfarrer Horst Wagner zufolge die Erneuerung der Bankheizung, der Beleuchtung und der elektrischen Anlagen. Auch wurden die Lautsprecher in der Kirche ausgewechselt und die Kirchenorgel auf Vordermann gebracht. Menschen mit Hörproblemen können nun die neu installierte Induktionsanlage nutzen.

Die Ewigkeit symbolisierend

Theologische Aspekte spielten bei der Sanierung eine besondere Rolle. Da die Kirche St. Josef aus baulichen Gründen nicht nach Osten ausgerichtet werden konnte, entfiel die aufgehende Sonne als natürliches Symbol für die Auferstehung. Eine wesentliche Frage zur Sanierung lautete deshalb: „Wie lässt sich das Kommen des Herrn in einem Kirchengebäude real darstellen?“ Wie Pfarrer Wagner erläutert, gehe es um einen Orientierungspunkt für die versammelte Gemeinde, der die „unendliche Zukunft“ symbolisiere.

Weihbischof Reinhard Pappenberger zelebrierte den Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche.
Weihbischof Reinhard Pappenberger zelebrierte den Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Kirche.

„Die Ausrichtung auf die unendliche Zukunft kann nur etwas sein, das über den Altar, auf dem die Eucharistie in der Gegenwart gefeiert wird, hinausreicht.“ Somit komme die Gestaltung der Kirchenwand im Altarraum in den Blickpunkt – ob nun in Form des Auferstandenen oder einer Marienfigur.

Der Heilige Josef, der als Namenspatron nun seinen Platz an der Wand gefunden hat, sei an der Stelle richtig. „Die Heiligen sind ja diejenigen von uns, die in der Herrlichkeit des Himmels und damit in unserer Zukunft schon angekommen sind“, begründet der Geistliche im aktuellen Pfarrbrief. Der erneuerte Altar, der Priestersitz, der Taufbrunnen und der Ambo indes haben einen „festen, unveränderlichen Platz bekommen“ und seien deshalb aus Stein gefertigt worden. Und wer seinen Blick nach oben schweift, der erkennt, dass ein Kirchenmaler die Decke aufgefrischt hat.

Ein langfristig durchdachter Plan

Damit die Sanierung durchgeführt werden konnte, musste die Kirche im Mai für ein halbes Jahr geschlossen werden. Die Gottesdienste und Messen wurden für diesen Zeitraum verlegt. Sie fanden in der Katholischen Hochschulgemeinde am Weiherweg, in der Pfarrkirche St. Paul und in der Pentlinger Filialkirche St. Johannes statt. Diese Ausweichlösungen wurden auch deshalb möglich, weil die Pfarreien St. Josef Ziegetsdorf, St. Paul sowie St. Johannes seit 2014 in einer Pfarreiengemeinschaft verbunden sind.

Zwar schlug die Sanierung mit rund 950 000 Euro zu Buche, die Kirchenverwaltung aber habe den Plan langfristig durchdacht. Wie Pfarrer Wagner sagt, seien die Kosten „großenteils durch Rücklagen und den Zuschuss von der Diözese gedeckt“. Der Zuschuss belaufe sich auf 417 000 Euro, ferner habe es viele Spenden von Pfarreimitgliedern gegeben. Die Rücklagen indes habe die Pfarrei „über Jahrzehnte gebildet“ – und eine Sanierung im großen Stil stehe erst in einigen Jahrzehnten an.

Auch nach Auffassung des Pfarrers ist nun ein „einladender, freundlicher Raum“ entstanden. „Die Menschen sollen sich in der Kirche willkommen fühlen, gerade auch Familien mit Kindern“, sagt Wagner in freudiger Erwartung.

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Aus der Chronik

  • Erweiterung:

    Die Kirche St. Josef in Ziegetsdorf wurde 1931/1932 erbaut. 1956 erfolgte eine Erweiterung nach Westen hin: So wurde der Chor räumlich vom Langschiff getrennt und im Westen ein neuer Chor samt Sakristei errichtet.

  • Erneuerung:

    1983 wurde der Bau von außen erneuert, 1987 die Heizung und 1989 die Kirchenfenster. 2003 erfolgte die Erneuerung der Orgel und der Elektroninstallation.

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