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geschichte

Jürgen Rettberg recherchierte zwei Jahre über NS-Tragödien

Der Historiker hält am Sonntag ein Referat über die Tötung von polnischen Säuglingen im Zwangsarbeiter-Heim von Laberweinting.

Laberweinting. Abgestempelt als „fremdvölkisch, „schlechtrassisch“, „den Arbeitseinsatz behindernd“ starben die Kinder polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen in Baracken, Schuppen und Ställen. Für diese „Sammelstätten“ hatte Himmler die „hochtrabende“ Bezeichnung „Ausländerkinder-Pflegestätten“ gewählt. Zwischen 1944 und 1945 wurden allein in Laberweinting mindestens 58 Säuglinge, meist nur wenige Wochen alt, um ihr Leben gebracht. Sechs weitere starben nach Auflösung des Lagers an den Folgen der schlechten Versorgung.

Im NS-Entbindungs- und Kinderheim für schwangere Zwangsarbeiterinnen und deren Kinder im Kreis Mallersdorf-Rottenburg fanden 64 Säuglinge - vorwiegend polnischer Abstammung - 1944/45 einen grausamen und sinnlosen Tod. Der Historiker Jürgen Rettberg präsentiert dieses dunkle Kapitel unserer Heimatgeschichte nach fast zweijähriger Recherche durch den SPD-AK Labertal am Sonntag um 17 Uhr im Saal der ehemaligen Braurerei Goss in Laberweinting unter dem Titel „Die toten Engel von Laberweinting“ erstmals öffentlich..

Der AK Labertal greift mit den Historischen Themennachmittagen Themen der jüngeren Heimatgeschichte unserer Region auf - so werden auch die Hintergründe und Details des „Polenkinderlagers“ in Laberweinting dokumentiert und ohne jede Schuldzuweisung den Vorkommnissen 1944/45 gedacht. Nach mehr als 65 Jahren bekommen „die toten Engel von Laberweinting“ ihre Namen und ihre Würde zurück. Der AK Labertal präsentiert diese Recherche-Ergebnisse erstmals der Öffentlichkeit und der Historiker Jürgen Rettberg wird in seinem Vortrag den geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext der Geschehnisse darstellen. Als Ehrengast erwartet der AK Labertal die Generalkonsulin der Republik Polen, Elzbieta Sobotka.

Die Aktenlage in Laberweinting beschreibt detailliert die Entstehung des Lagers und in einem „Tagebuch des Grauens“ können die Vorkommnisse in dem nur acht Monate existierenden Lager beschrieben werden. Die Vorbereitungen für einen nie zustande gekommenen Kriegsverbrecherprozess offenbaren weitere Details rund um das „Polenkinderlager“ in Laberweinting – für die dort geschehenen Untaten wurde nie jemand zur Rechenschaft gezogen.

Die Untersuchungen wurden von Paul Nesbitt zusammengestellt und thematisieren die absichtlich herbeigeführte, verbrecherische Vernachlässigung von Personen im Zusammenhang mit einem Heim, das gegründet worden ist mit dem Vorsatz, unverheirateten polnischen Frauen einen Platz für ihre Niederkunft zu geben und die Kinder zu „verwahren“. (lah)

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