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Wettkampf

Goldrausch unter der Brücke

Friedlich, mit viel Spaß und möglichst viel Gold waschen sich die Goldwäscher in Riedenburg zur Meisterschaft.
Von Renate Beck

Mit dem Fingern suchen die Teilnehmer nach den ausgewaschenen Goldstückchen in ihren Pfannen. Foto: Beck
Mit dem Fingern suchen die Teilnehmer nach den ausgewaschenen Goldstückchen in ihren Pfannen. Foto: Beck

Riedenburg.„Gold macht nicht süchtig, aber die Suche danach.“ Vergangenes Wochenende fand wieder die Bayerische Meisterschaft im Goldwaschen statt. Dass diese Aussage eines Teilnehmers für sie alle gilt, bewiesen die 34 Damen, Herren, Veteranen, Traditionellen, Zwergerl, Jugendlichen und Kinder unter der Schambachbrücke neben dem Parkplatz Fasslwirtschaft/Kristallmuseum.

Eingeteilt in diese Gruppen versuchten sie, mit Hilfe einer Pfanne aus dem Sand winzige Goldstückchen herauszuwaschen. Unter ihnen waren auch Profis wie der knapp 84-jährige Josef Gugler aus Österreich. 1993 hat er mit dem Goldwaschen begonnen. Der hochalpine Mineralsammler hat in der Vergangenheit bereits die Weltmeisterschaft mit dem Österreicher Nationalteam in Italien und die tschechisch-slowakische Meisterschaft gewonnen.

Klein aber fein – Gold gefunden Foto: Beck
Klein aber fein – Gold gefunden Foto: Beck

„Speedpan“, so erklärt ein Teilnehmer den Zuschauern, „nennt sich die handgefertigte gerillte Pfanne der Profis, bei denen es auf Geschwindigkeit geht.“ Bereits beim Probelauf zeigen die Teilnehmer ihr Können. Mit einer Handschaufel füllen sie bereitgestellten Sand mit Gold in die Mitte der Schüssel. Vorsichtig tauchen sie beides leicht unter die Wasseroberfläche.

Mit kreisenden Bewegungen verteilen sie das Material in der Pfanne. „Alles was leichter ist als Gold, wird über den Pfannenrand heraus gewaschen“, erklärt der Profi. „Diese wiederholten Bewegungen spülen das schwerere Material in die Pfannenmitte.“ Er kippt sie leicht nach vorne, spült nach, zieht das restliche schwere Material aus, kippt nach hinten und ruft „Gold ist drinnen“.

Winzige Teilchen

Mit seinem Zeigefinger befördert er die winzig kleinen Goldteilchen in ein Glasröhrchen. Genau so arbeiten die Goldwäscher beim Wettbewerb. Allerdings gilt es dann sehr schnell zu sein. Für den, der im Wettkampf ein Goldstückchen übersieht, gibt es Strafminuten. Nach dem Ruf „Auf die Plätze, fertig, los!“ wird es für die Teilnehmer ernst: Die Wettkämpfer stehen in ihrer Wanne und waschen Goldpartikel aus dem Sand. Der ganze Oberkörper wackelt zu den kreisenden Bewegungen der Arme. „Etz kommt er. A bissel was ist da“ hört man aus der Teilnehmerrunde. Etwas Wasser dazu, erneut hin und her bewegen und mit den Fingern die Goldteilchen ins einsatzbereite Glasröhrchen füllen, Arm hoch und „fertig“.

Faszination

  • Gründung:

    Der Goldwascher-Verein wurde 1986 durch die Eltern der derzeitigen Vereinschefin Isabella Jahn gegründet. Mittlerweile ist die Familie in der vierten Generation der Faszination des Goldwaschens verfallen.

  • Kind:

    Auch das jüngste Familienmitglied ( 1 Jahr jung) ist laut ihrer Aussage ein Goldwascherkind. „Das Goldwaschbecken ist sein liebster Spielplatz.“ Ziel des Vereins: das Hobby anderen Menschen näherbringen. (erb)

Das Wettkampfgold ist etwa zwei Millimeter klein. Ein Teilnehmer zieht im Vergleich dazu seinen in Dawson City am Ufer des Yukon gefundenen Nugget aus seiner Hosentasche. „3,5 Gramm wiegt der“, sagt er. Der schimmernde Goldklumpen ist derzeit etwa 38 Euro wert, „für mich aber unbezahlbar.“

Seit Jahren dabei

Monika und Peter Staller aus Freilassing sind langjährige Teilnehmer in Riedenburg. „Bei den Wettkämpfen sind wir schon sowohl als Letzter als auch als Deutscher Meister rausgegangen“. Das Goldwaschen in dieser Gemeinschaft macht ihnen einfach Spaß. Sie verraten, dass es nicht nur am Klondike River, sondern auch in Deutschland Gold zu finden gibt. Wo? Das bleibt ihr Geheimnis.

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