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Tradition

130 Kilo Kraut mit Freuden verputzt

Das Oberndorfer Krautfest erlebte heuer einen Ansturm. Die Krautköche kamen mit dem Austeilen nicht mehr hinterher.
Von Gabi Hueber-Lutz

Krautfest in Oberndorf: Es schmeckte wieder sehr fein. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Krautfest in Oberndorf: Es schmeckte wieder sehr fein. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Oberndorf. Um halb sieben wurde es Krautköchin Anna Bierek allmählich heiß: „Was moanst, wia`s uns heit eihoazn“, schnaufte sie und schaufelte eine Portion Kraut nach der anderen auf die Teller, deren Stapel allmählich zu Neige ging. Doch noch schneller als die Teller waren die Gabeln aus.

„Pause“, verordnete deshalb Kassier Ernst Gassner und machte sich eilends zur Spülküche auf, um frisches Besteck zu holen. Dort arbeiteten die Damen im Akkord. Hans Gleixner am Wurstkessel hatte dagegen die Ruhe weg. Die ersten hundert Kilo Pfälzer waren schon fast aus, und er hatte beim hiesigen Metzger bereits Nachschub geordert und bekommen. Schon seit ewigen Zeiten veranstaltet der Oberndorfer Kriegerverein das Krautfest. „Wir haben unsere Stammgäste und durch die Mundpropaganda kommen immer mehr“, erklärte Gleixner das ebenso einfache wie wirksame Konzept des Festes. Das Wetter spielte natürlich auch prima mit. Nicht ekelhaft, aber auch nicht zu heiß – grad recht eben. Um den Krautnachschub war es auch Anna Bierek nicht bange. 130 Kilo vom guten Oberndorfer Kraut hatten die Krautköche zubereitet. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Aus Oberndorf selber sind die Krautköpfe nicht mehr. Aber die Oberndorfer hobeln und treten das Kraut noch selber ein und kochen es mit einer ordentlichen Fleischeinlage, damit die Sache nach was schmeckt.

Vor dem Hanslberg Stadl hatten sich die Regensburger Wirtshausmusikanten aufgebaut und intonierten die richtige Musik dazu. Auch eine ganze Riege sportlicher Damen und Herren hatten sich von Regensburg aus auf den Weg gemacht. Obwohl sie passionierte Geher sind, waren sie diesmal nicht zu Fuß unterwegs.

Wolfgang Hammer, Bayerischer Seniorenmeister der Geher, hatte aufs Gehen verzichtet und sich an diesem Tag aufs Radl geschwungen, damit der Heimweg dann nicht so lang wird. Denn: „Heut’ steht das Vergnügen im Vordergrund“, verkündete er, biss in die Pfälzer und nahm einen herzhaften Schluck vom Radler.

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