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Sensation

160 000 Euro am Altar entdeckt

Am Pfingstsonntag fand Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa einen Umschlag voller 500-Euro-Scheinen. Bestimmungsort: Afrika
Von Gabi Hueber-Lutz

Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa fand 160 000 Euro in der Christkönig Kirche in Saal. Foto: Krenz
Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa fand 160 000 Euro in der Christkönig Kirche in Saal. Foto: Krenz

Saal.Diesen Pfingstsonntag wird Maria-Elisabeth Giesa nie vergessen. Als sie in die Kirche kam, um die Zehn-Uhr-Messe vorzubereiten, fiel ihr am Altar der Christkönigkirche ein brauner Umschlag auf. Er lag direkt unter dem Kreuz. Sie glaubte ihren Augen nicht zu trauen, als sie ihn aufnahm und inspizierte. In Bündeln lagen die lilafarbenen 500-Euro-Scheine in dem Kuvert. „Ich hab` das viele Geld gesehen und bin erschrocken“, erinnert sie sich noch heute.

Unter dem Kreuz am Altar lag das Geld in einem braunen Kuvert. Foto: Krenz
Unter dem Kreuz am Altar lag das Geld in einem braunen Kuvert. Foto: Krenz

So etwas passiert eigentlich nur in Filmen. Für die Mesnerin, die seit 17 Jahren Dienst in dieser Kirche tut, war es an diesem Tag Realität. Sofort ist sie mit dem Geld in die Sakristei gegangen. Pfarrer Norbert Große war schon da. Auch er sei erst einmal sprachlos gewesen. „Ich konnte das auf Anhieb gar nicht fassen.“ 160 000 Euro lagen in dem Kuvert. Als die erste Überraschung verdaut war, stand natürlich die Frage im Raum, wie man jetzt vorgehen müsse.

Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa kann es immer noch kaum glauben. In unserem Video zeigt sie, wie sie das Geld damals auf dem Altar entdeckte:

Mesnerin findet 160.000 Euro auf dem Altar

Geld soll nach Afrika

Eine Sache war klar: Derjenige, der den Umschlag hinterlegt hatte, hatte auch eine ganz klare Anweisung darauf hinterlassen: für Afrika. Über den Verwendungszweck machte man sich später Gedanken. Erst galt es zu klären, welche Schritte nun mit dem Geld unternommen werden mussten. Pfarrer Große informierte die Mitglieder der Kirchenverwaltung und schaltete das Ordinariat ein.

Ein besonderer Fund im Gotteshaus in Saal

Die Bischöfliche Finanzkammer musste die Sachlage auch noch mit ihrer Rechtsabteilung klären. Und Pfarrer Große das Geld zur Bank bringen. Auch hier musste der Geistliche natürlich Auskunft geben, wie er zu einem solchen Bündel offensichtlich ungenutzter 500-Euro-Scheine kam, erinnert er sich. Die Bank habe schließlich ihre Vorschriften hinsichtlich des Geldwäschegesetzes einzuhalten. Dann tagte die Kirchenverwaltung.

Wer bekommt das Geld?

Maria-Elisabeth Giesa hat den Umschlag erst in die Sakristei gebracht, bevor sie einen Blick hinein geworfen hat. Foto: Krenz
Maria-Elisabeth Giesa hat den Umschlag erst in die Sakristei gebracht, bevor sie einen Blick hinein geworfen hat. Foto: Krenz

Über die Intention der Verwendung habe es mit dem Ordinariat keinerlei Debatten gegeben, erzählt der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Saal/Teuerting. Vorbehaltlich der offiziellen Freigabe aus dem Ordinariat einigte man sich in dem Gremium auf mehrere Empfänger: Zum einen auf Schwester Christin Gruber, die aus Teuerting stammt. Schwester Christin gehört den Mallersdorfer Schwestern an und arbeitet seit Jahrzehnten im Konvent Nkandla in Südafrika. Wegen einer Jubiläumsfeier war sie zufällig gerade in der Heimat. Der zweite Empfänger ist ein Jugendfreund von Pfarrer Große. Der Missionar in Sambia war wegen einer Familienfeier gerade im Land und kam auch nach Saal, um seine sozialen Projekte vorzustellen. Ein weiterer Teil geht an das Internationale Katholische Hilfswerk Missio. Einen vierten Empfänger schlug Sebastian Hobmaier bei der Sitzung des Gremiums vor. Hobmaier blickte in die Nachbargemeinde Bad Abbach, wo der Förderkreis der Mariannhiller Mission aktiv ist. Es bestand schon eine sehr lange Verbindung zu diesem Kreis, und der gebürtige Bad Abbacher Thomas Winzenhörlein ist Pater der Mariannhiller Missionare und immer wieder in Afrika. Die Saaler Kirchenverwaltung war einverstanden, dass auch an den Mariannhiller Förderkreis ein Teil des Fundes ging. 40 000 Euro wurden als Summe für den Förderkreis beschlossen. Dann hieß es etwas warten.

Blick in das Gotteshaus der Christkönig Kirche in Saal. Foto: Krenz
Blick in das Gotteshaus der Christkönig Kirche in Saal. Foto: Krenz

Der offizielle Startschuss für die Verteilung aus dem Ordinariat kam wieder zu einem kirchlichen Hochfest: Am 22. Dezember erreichte Pfarrer Große die Nachricht, dass er seinerseits nun die gute Nachricht mit einer definitiven Zusage weitergeben konnte. Er informierte seinen Jugendfreund und Schwester Christin. Sebastian Hobmaier übernahm die Rolle des Christkinds bei den Mariannhillern. Er rief Brigitte Winzenhörlein, die Vorsitzende des Förderkreises, an und eröffnete ihr, dass das Geld noch im alten Jahr gebucht werde. Den Tränen nahe erkundigte sie sich bei ihm, ob das wirklich sein Ernst sei. Dann war die Freude über das Weihnachtswunder überwältigend. Noch sollte die Geschichte nicht bekannt werden.

Erst seit gestern ist sie nun mit der Jahresversammlung des Mariannhiller Förderkreises offiziell öffentlich. Denn bei dieser Versammlung werden detailliert alle Einnahmen und Ausgaben offen gelegt. Ein Betrag von 40 000 Euro sticht da natürlich heraus. Und Mesnerin Maria-Elisabeth Giesa fühlt sich sehr wohl bei dem Gedanken an alle Empfänger: „Ich finde es schön, dass man weiß, wo das Geld hinkommt. Dass man weiß, damit geschieht Gutes.“

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