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Ernährungstage

196 Euro pro Person landen in der Tonne

Respekt vor Nahrungsmitteln will das AELF in Abensberg im Rahmen der Bayerischen Ernährungstage schaffen – das fängt im Kindesalter an.
Von Sandra Steinberger, AELF Abensberg, Abt. Hauswirtschaft und Benjamin Neumaier, MZ

  • Foto: Wordle.net
  • Mehr als die Hälfte der weggeschmissenen Lebensmittel müsste nach Ansicht von Verbraucherschützern nicht unbedingt im Abfalleimer landen. Foto: dpa

Abensberg.Lebensmittel schätzen und vor dem achtlosen Wegwerfen schützen – das ist das Ziel der Aktion „Restlos Gut Essen“, die im Einkaufszentrum Abensberg von 3. bis 5. Juli von 9 bis 13 Uhr im Rahmen der 3. Bayerischen Ernährungstage zu Gast ist.

Mit den Ernährungstagen möchte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) dem Thema Ernährung eine bayernweite Plattform bieten.

65 Kilo pro Person werden entsorgt

Die Lebensmittelverschwendung und -wertschätzung durch den Verbraucher ist dabei ein wichtiges Thema“, sagt Sandra Steinberger vom AELF Abensberg. „Zu viele sorgfältig produzierte Lebensmittel werden nicht verzehrt, sondern landen in der Mülltonne.“

Jeder bayerische Verbraucher werfe im Jahr durchschnittlich 65 Kilogramm weg. „Zwar liegen die Bayern deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 82 Kilogramm, dennoch könnte durch korrekte Lagerung und entsprechendes Koch- und Essverhalten fast die Hälfte an Essensabfällen vermieden werden.“

Obst und Gemüse stellen mit 25 Kilogramm gefolgt von zehn Kilo Backwaren, neun Kilo Milchprodukten die größte Gruppe des Lebensmittelmülls dar. Es folgen Getränke (6 kg) , Speisereste (8 kg), Fleisch und Fisch (4kg) und Teigwaren (3 kg) die vermeidbar pro Person und Jahr in Bayern weggeworfen werden.

Dieses negative Verhalten hat weitreichende ökologische, ökonomische und soziale Folgen, da wertvolle Ressourcen für die Erzeugung und Herstellung von Nahrungsmitteln benötigt werden. Mit dem Lebensmittelmüll wirft der bayerische Verbraucher – also auch der im Landkreis Kelheim – aber nicht nur Rohstoffe, sondern bares Geld, nämlich 196,50 Euro pro Person im Jahr, in die Tonne. Durch einen sorgsameren Umgang mit Lebensmitteln, könnte somit auch die Haushaltkasse geschont werden.

In ländlichen Regionen Bayerns, wie etwa dem Landkreis Kelheim, werden im Gegensatz zu Städten fünf Kilogramm weniger an Nahrungsmitteln entsorgt. Dies ist aus Sicht der Wissenschaft auf die höhere Wertschätzung für Lebensmittel, verbunden mit dem stärkeren Bezug zur Urproduktion zurückzuführen.

„In unseren Lebensmitteln steckt viel Wasser und Energie, die Arbeit vieler Menschen sowie Rohstoffe, die die Ernährungswirtschaft zu hochwertigen Produkten verarbeitet. Nach dem Motto ,Was wir kennen, das schätzen wir’ verhält sich der Verbraucher auch im Umgang mit Lebensmitteln“, sagt Steinberger.

Um langfristig Respekt vor unseren Nahrungsmitteln zu entwickeln, ist es notwendig, bereits im Kindesalter deren Bedeutung, Herkunft und Verarbeitung kennen und schätzen zu lernen. Das sei im Landkreis Kelheim, aufgrund einer relativ hohen Dichte an Bauernhöfen noch immer gegeben, sagt Steinberger.

Motto: „Restlos gut Essen“

Dennoch informiert das AELF Abensberg während der Bayerischen Ernährungstage 2014 unter dem Motto „Restlos Gut Essen“ über Lösungsansätze zur Verringerung von Lebensmittelmüll sowie Möglichkeiten der Resteverwertung.

„Wie wir als Verbraucher gemeinsam mit diesem Thema umgehen können und welche Verhaltensweisen wir zugunsten der Lebensmittelwertschätzung verändern können werden dabei aufgezeigt“, sagt Steinberger.

Die interaktive virtuelle Küche mit Informationen und Tipps, ein Glücksrad mit Wissenstest und eine Ausstellung informieren zum Thema. An der Aktion beteiligt sich neben dem AELF auch die Abensberger Tafel, Slow Food das Reformhaus Sander sowie die Buchhandlung Nagel an der Aktion.

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