MyMz
Anzeige

Jubiläum

30 Jahre Wiedervereinigung gefeiert

Bayerns Ex-Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber berichtete beim Festakt in Kelheim als Zeitzeuge vom Mauerfall und der Wende.
Von Manuel Schwindl

Festakt in Kelheim: (v.li.) Bürgermeisterkandidat Christian Schweiger, CSU-Ortsvorsitzende Johanna Frischeisen, Ministerpräsident a. D. Dr. Edmund Stoiber und 2. FU-Vorsitzende Renate Strähle-Mack Foto: Manuel Schwindl
Festakt in Kelheim: (v.li.) Bürgermeisterkandidat Christian Schweiger, CSU-Ortsvorsitzende Johanna Frischeisen, Ministerpräsident a. D. Dr. Edmund Stoiber und 2. FU-Vorsitzende Renate Strähle-Mack Foto: Manuel Schwindl

Kelheim.Gut 100 Kelheimer Bürger feierten im Deutschen Hof „30 Jahre Wiedervereinigung“ mit. Diesmal war Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber zu Gast. In seiner Rede berichtete er, wie er als damals politisch Aktiver die „Wende“ erlebte.

Johanna Frischeisen, die Kelheimer CSU-Ortsvorsitzende begrüßte alle Ehrengäste und Anwesenden. Darunter auch Schüler und Schülerinnen des Arbeitskreises „Demokratie“ vom Donau-Gymnasium, die von der Lehrerin Michaela Mallmann begleitet wurden (s. Infostück).

Frischeisen: „Ein Glücksmoment“

Frischeisen verwies auf das 30-jährige Jubiläum der friedlichen Revolution, die den Mauerfall am 9. November 1989 geläutet hatte. „Ein Glücksmoment der deutschen Geschichte.“ Landrat Martin Neumeyer verwies auf ein anderes Jubiläum. Auf 70 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Und anhand einer Bild-Zeitung erklärte er, dass Helmut Kohl und jene Zeitung, an eine Wiedervereinigung glaubten. „Es braucht manchmal Mut, um zu etwas zu stehen.“ Bürgermeister Horst Hartmann betonte, dass es wichtig sei, dass Stoiber beim Festakt als Zeitzeuge vom Mauerfall berichte.

„Du entscheidest“

  • Einsatz:

    Frischeisen betonte, wie wichtig das Engagement der DGK-Schüler sei. „Die Zukunft liegt in den Händen der Jugend.“

Bayerns Ex-Ministerpräsident lobte die Organisatoren des Festakts. Es sei anerkennenswert, dass eine solche Feier regelmäßig stattfinde. Den Fall der Berliner Mauer bezeichnete Stoiber als einen „historischen Moment, der unser Leben mitbestimmt und künftig mitbestimmen“ wird. Der 9. November sei ein deutscher Tag, „mit all seinen Höhen und Tiefen“ – der Ausrufung der Republik 1918, der Reichspogromnacht 1938 und dem Fall der Mauer 1989.

Stoiber erinnerte daran, wie sich die Menschen nach dem Fall der Berliner Mauer glücklich in die Arme fielen. „Das Glück und die Hoffnung dieser Tage waren einzigartig. Und doch um Jahre zu spät.“ Er schilderte die Situation, in der Menschen damals für ihre Freiheit kämpften und sich gegen das SED-Regime wehrten. „Ich denke dabei an die eindrucksvollen Demonstrationen in Dresden und Leipzig. Ein Schuss und ich hätte nicht gewusst, was passiert wäre. Was alles auf uns zugekommen wäre. Oder auch an den Mut der Menschen, die Stasi am Aktenverbrennen zu hindern.“

Historische Augenblicke

Mit der Wiedervereinigung in Deutschland setzte auch die Wiedervereinigung Europas ein, so Stoiber. Denn dieses war durch den Kalten Krieg in zwei Blöcke gespalten.

Insofern sei auch der 1. Juli 1990 ein historischer Moment gewesen. Auf der „gebrannten Brücke“ in Neustadt, zwischen Thüringen und Bayern, wurde damals der Vertrag über die Abschaffung der Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze unterzeichnet, erinnerte Stoiber. „An dem Ort, wo zuvor noch Menschen erschossen wurden und Kinder verbluteten.“ Außerdem wurde an diesem Tag die D-Mark in der ehemaligen DDR eingeführt. Die Währungseinführung verlief nicht ohne Probleme.

Auch die massive Abwanderung der Bevölkerung aus der ehemaligen DDR habe zu Spannungen geführt. Der Aufbau der Verwaltung in Sachsen und Thüringen sei mithilfe 1100 bayerischer Beamten bewältigt worden. „Die DDR war am Ende. Ökonomisch pleite, politisch und moralisch.“

Viele Menschen in der BRD haben laut Stoiber die Teilung „einfach hingenommen und akzeptiert“.

Das Glück Westdeutschlands sei es gewesen, dass die Besatzungsmächte Demokratien waren. Deshalb erlebte es durch die soziale Marktwirtschaft einen unglaublichen Aufschwung. Bereits 20 Jahre nach Kriegsende lag das Bruttosozialprodukt höher als in England oder Frankreich.

Stoiber sprach auch über aktuelle Themen, wie die Probleme mit autoritären Staaten und den Kampf der Wirtschaftsmächte China und USA. Er forderte eine noch stärkere Außen- und Verteidigungspolitik. „Wir brauchen ein Europa und es lohnt sich für ein Europa einzutreten. Wir haben noch eine ganze Menge Arbeit vor uns.“

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Holzbläsertrio der Städtischen Musikschule unter Leitung von Klaus Neumeier.

Mehr Aktuelles aus der Kreisstadt lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht