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Rückblick

50 Jahre „gelebte“ Musik

Kultur für die sogenannte „Provinz“: so lautete bei der Musikvereinigung Kelheim einst ein Festvortrag –und ist Programm.

Ein Rückblick in Bildern auf 50 Jahre Musikvereinigung Kelheim

Kelheim.Die Musikvereinigung Kelheim wurde 1968 gegründet. Damals noch Student an der Münchner Musikhochschule gründete Christoph Lickleder einen Chor, der sich in erster Linie der Oratorien und Messen aus Barock, Klassik und Romantik annahm. Lickleder erkannte hier „einen Bedarf für Kelheim und die Region“.

Der bekannte deutsche Jazz-Musiker Max Greger (r.) war auch schon zu Gast in Kelheim. Foto: Manstorfer
Der bekannte deutsche Jazz-Musiker Max Greger (r.) war auch schon zu Gast in Kelheim. Foto: Manstorfer

Das erste Konzert fand am 30. Juni 1968 in der Klosterkirche Weltenburg statt. Hauptwerk war die Nelson-Messe von Joseph Haydn. Dazu brauchte man Solisten und ein Orchester. Dieses setzte sich aus Laien aus dem Landkreis und Profis aus München, darunter Studenten der Musikhochschule, zusammen. Bald brauchte man ein festes Orchester, das man mit den Streichern des Regensburger Solistenensembles und Bläsern des Städtischen Orchesters Regenburg fand.

Oratorien und Messen in der Stadtpfarrkirche Kelheim bildeten den Grundstock. Der Chor war das feste Standbein. Seit 1979 konnte auch der Festsaal des Weißen Brauhauses genutzt werden, um Sinfoniekonzerte zu veranstalten. Zum 25-jährigen Jubiläum der Musikvereinigung wurde der damalige Generalintendant der Bayerischen Staatstheater, August Everding, als Festredner gewonnen: er sprach über Kultur in der sogenannten „Provinz“.

Kelheims große Stunde

Im Jahr 1981 kam die große musikalische Stunde Kelheims. Die Gestaltung der 800-Jahrfeier stand an. Lickleder tastete sich an ein Mitglied der Münchner Philharmoniker heran. Ein Sinfonieorchester mit 46 Musikern wurde zusammengestellt: Mozarts Exsultate, jubilate, Mendelssohns e-moll Violinkonzert mit Konzertmeister Angel-Jesus Garcia als Soliste, und Beethovens Siebte standen auf dem Programm. 1000 Zuhörer in der Kelheimer Dreifachturnhalle wurden Zeugen eines musikalischen Erlebnisses, das große Folgen bis zum heutigen Tag haben sollte und auch tatsächlich hat.

Die Musikvereinigung spielte 2004 das Konzert „Musik im Licht“ vor der Kelheimer Pfarrkirche. Foto: Stauber
Die Musikvereinigung spielte 2004 das Konzert „Musik im Licht“ vor der Kelheimer Pfarrkirche. Foto: Stauber

Kelheim war der Start für eine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit den Münchnern, aus juristischen Gründen gab man dem Ensemble den Namen Gasteig-Orchester München. So konnte Lickleder hervorragende Musiker um sich scharen – in Besetzungen bis zu 80 Mitwirkende. Highlight war die Fünfte von Tschaikowsky anlässlich der ersten Kelheimer Kulturtage 2001.

Ein Qualitätsschub setzte ein

Bruckners Te Deum, Mozarts Große Messe in c-moll, Dvoraks Stabat Mater, Haydns Schöpfung, Brahms’ Deutsches Requiem, Mendelssohns Elias und Lobgesang oder Gounods Cäcilienmesse wurden vom Gasteig-Orchester begleitet, „ein unheimlicher Qualitätsschub setzte ein“, sagt Lickleder. Stadtpfarrer Hans Maier stellte die Pfarrkirche zur Verfügung. Ihre ausgezeichnete Akustik und das Raumangebot machte sie zu einer idealen Aufführungsstätte – was die vorhandenen CD-Aufnahmen bezeugen.

Auch die Kammermusik mit den verschiedensten Ensembles der Münchener Philharmoniker erlebte in Kelheim eine große Zeit. Aufführungsorte wie Franziskanerkirche, Brunnenhof im Landratsamt, Archäologisches Museum oder im Verwaltungsgebäude der Kreissparkasse Kelheim kamen hinzu. Auch der Unterbau der Befreiungshalle und die Halle selbst boten der Musikvereinigung eine hervorragende Aufführungsstätte – etwa bei der 150-Jahrfeier der Befreiungshalle 2013.

In einem Interview zieht der Gründer der Musikvereinigung, Christoph Lickleder Bilanz nach 50 Jahren.

Als Dirigent war Dr. Christoph Lickleder knappe 40 Jahre für die Musikvereinigung aktiv, leitete zahlreiche Konzerte. Foto: Stauber
Als Dirigent war Dr. Christoph Lickleder knappe 40 Jahre für die Musikvereinigung aktiv, leitete zahlreiche Konzerte. Foto: Stauber

Weiter waren zu Gast: Der Blechschaden, die Klazz-Brothers, Power Percussion, die Big-Band der Bundeswehr, Brass Unlimited, die Philharmonischen Solisten München, die Kammersolisten München, das Belgrader Kammerorchester, Hugo Strasser, Max Greger, Senta Berger und Michael Lerchenberg, die Singphoniker, die Rockgruppe Einshoch6 und zahlreiche Ensembles vom Duo bis zum Oktett. Auch der weltberühmte Tenor Peter Schreier gab im Festsaal des Brauhauses einen Liederabend. „Unsere Auftritte steckten ein weites Feld ab. Der Landkreis wurde bespielt“, sagt Lickleder. „Hoffentlich geht es immer so weiter.“

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