MyMz
Anzeige

Jubiläum

800 wichtige Fachkräfte für die Region

Seit 40 Jahren gibt es in Abensberg eine Schule für Heilerziehunsgspflege. Arbeitgeber aus der Region sind darauf angewiesen.
Von Wolfgang Abeltshauser

Auch medizinischer Unterricht gehört dazu. Foto: Thomas Griebenow
Auch medizinischer Unterricht gehört dazu. Foto: Thomas Griebenow

Abensberg.Ohne diese Einrichtung wäre das Wirken von wichtigen Arbeitgebern wie dem Berufsbildungswerk oder dem Cabrinihaus in Abensberg kaum vorstellbar. Seit 40 Jahren gibt es die Heilerziehungsfachschule. Seither haben dort laut Schulleiterin Angela Petschel rund 800 Absolventinnen und Absolventen ihre Berufsausbildung gemacht. Sie sind wichtige Fachkräfte für die Einrichtungen der Katholischen Jugendfürsorge in Abensberg. Oder sie arbeiten ganz in der Nähe – in Landshut oder Regensburg.

Beim Leben unterstützen

Und trotzdem ist der Beruf in den Augen der Pädagogin selbst hier in der Babonenstadt eher unbekannt. Sie ist sich sicher: „Viele Menschen kennen Heilerziehungspfleger, wissen aber nicht, was hinter dieser Bezeichnung steckt.“ Petschel beschreibt das Berufsbild so – in einem einzigen Satz: „Es geht darum, Menschen beim Leben und Leben Lernen zu unterstützen.“ Ziel sei es, Menschen, die betreut werden müssen, irgendwann dahin gebracht zu haben, selbstständig zu sein. Es geht darum, die Schützlinge anzuleiten, ihren Alltag zu meistern, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Die Einsatzorte von Heilerziehungspflegern sind mannigfaltig. „Überall dort, wo es Menschen mit Betreuungsbedarf gibt.“ Das könne in Einrichtungen für Kinder mit leichten Lernbeeinträchtigungen sein – aber auch in einem Heim für schwerbehinderte Menschen. Vielleicht liegt ja darin begründet, warum viele Menschen mit dem Begriff Heilerziehungspfleger nichts anfangen können: Meistens setzt man sich ja mit dem Schicksal von beeinträchtigten Menschen nur dann auseinander, wenn man selbst welche kennt. Das passt zu Beobachtungen, die Petschel gemacht hat: „Auffällig ist, dass wir immer wieder Schülerinnen und Schüler bekommen, in deren Familien Menschen mit Behinderung leben.

In den 70er Jahren ging es los

In den 70er Jahren sei es laut Petschel aufgekommen, dass Einrichtungen der Behindertenarbeit Schulen gründeten, um so an eigenen beruflichen Nachwuchs zu kommen. Das machte schließlich auch die Katholische Jugendfürsorge. Diese Schule eröffnete 1979 ihre Pforten.

Seither startet jährlich eine Klasse mit rund 20 Schülerinnen und Schülern. Wie bei vielen anderen Berufsfeldern spüre man mittlerweile die Konkurrenz anderer Jobmöglichkeiten. Die Warteliste sei schon mal länger gewesen als in diesen Tagen. Dazu kommt, dass vor allem für Männer ein Zugang zu dem Beruf weggefallen sei.

Musik zum Jubiläum in Abensberg

  • Konzert:

    Ihr 40-jähriges Jubiläum begeht die Schulfamilie mit einem Benefizkonzert. Die Formation Jazz4motion aus Straubing tritt am 12. Juli um 19.30 Uhr im Atrium des Berufsbildungswerkes auf. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt – und es wird dabei garantiert niemand nass. Das versprechen die Organisatoren.

  • Spenden:

    Eintritt muss keiner bezahlt werden. Spenden aus dem Publikum sind gerngesehen. Sie sind für ein inklusives Sportprojekt für Kinder mit Beeinträchtigungen gedacht. (wo)

„Früher kamen die oft über den Zivildienst“, erinnert sich Petschel. Oftmals sei man dabei in einer Behinderteneinrichtung eingesetzt gewesen. Bei nicht wenigen habe das dazu geführt, dass sie dann diesen Berufsweg eingeschlagen haben. Diese Quelle sei nun aber versiegt, denn den Zivildienst gibt es nicht mehr. Petschel und ihre Mitarbeiterinnen sind auch deshalb regelmäßig bei Berufsinfomessen vertreten, um Interesse für die Heilerziehungspflege zu wecken. Dabei sei die Nachfrage unter den Arbeitgebern sehr groß. Letztendlich könne sich jeder Absolvent sicher sein, auch eine Arbeitsstelle zu bekommen.

Lehrer kommen aus der Praxis

Petschel hält es für besonders interessant, dass viele der Lehrer an der Schule auch noch gleichzeitig einem Beruf nachgehen, in dem sie direkten Kontakt zu Menschen mit Beeinträchtigungen haben. Sie seien Sozialpädagoginnen, Psychologinnen oder Heilpädagogen. Das Wissen, welches sie weitergeben, kommt so also immer auch aus der Praxis, nie nur aus der Theorie.

Bei Petschel war das lange Zeit ebenso. Sie arbeitete nach eigenen Worten als Pädagogin im Berufsbildungswerk. Als an der Schule eine Lehrkraft gebraucht wurde, nahm sie das Angebot an. Erst, seit sie mit der Schulleitung beauftragt ist, gehöre das der Vergangenheit an.

Die Ausbildung sieht ähnlich aus. Im wöchentlichen Wechsel besuchen die Absolventen die Schule und absolvieren ihre praktische Ausbildung in einer Einrichtung. Voraussetzung für den Beruf ist ein mittlerer Schulabschluss sowie berufliche Vorkenntnisse, die auch in einem Praktikum erworben werden können.

Weitere Artikel über Abensberg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht