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Straßenverkehr

Ab 9. April blitzt’s in Kelheim

Die Kreisstadt lässt nun Radarkontrollen vornehmen. Auch Saal und Teugn haben bald Geschwindigkeitssünder im Visier.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Rot blitzt es, wenn sich jemand nicht an die zulässige Geschwindigkeit hält. Foto: Bachmeier-Fausten
Rot blitzt es, wenn sich jemand nicht an die zulässige Geschwindigkeit hält. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Es blitzt in Kelheim, Saal und Teugn. Am Montag, 9. April, startet die Stadt Kelheim mit der Geschwindigkeitsüberwachung. Ende April wird auch in Saal an der Donau und in Teugn kontrolliert, wie schnell dort FahrerInnen unterwegs sind. Insgesamt zehn Kommunen im Landkreis Kelheim setzen auf eine kommunale Verkehrsüberwachung. Die Messungen innerorts sind für zugelassene Anbieter aus der Privatwirtschaft erlaubt, die Polizei ist für die Straßen außerhalb von Ortschaften zuständig, kann aber auch in Städten und Dörfern kontrollieren. Die Messstellen, die die Kommunen festlegen, müssen vom zuständigen Polizeipräsidium genehmigt sein.

Zwei Kameras gehören zum Messgerät im Auto.  Foto: Bachmeier-Fausten
Zwei Kameras gehören zum Messgerät im Auto. Foto: Bachmeier-Fausten

Das Raserproblem ist ein leidiges Thema. In der Kreisstadt hatte es in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden gegeben, dass in so manchen Gegenden zu schnell gefahren wird – beispielsweise im Donaupark, bei der Schiffsanlegestelle an der Donau oder in der Regensburger Straße. Die Entscheidung und Vorbereitungen für eine kommunale Geschwindigkeitsüberwachung waren bereits im vergangenen Jahr. Und mit dem Unterrichtsbeginn nach den Osterferien lässt die Stadt durch die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mbH (NWS) den, wie es so schön heißt, fließenden Verkehr kontrollieren. Die seit vielen Jahren bestehende Parküberwachung durch die Stadt selbst erfolgt weiterhin.

Mehr Sicherheit angestrebt

„Unser Ziel ist nicht Verkehrsteilnehmer zu bestrafen, sondern die Erhöhung der Verkehrssicherheit“, sagt Bürgermeister Horst Hartmann anlässlich der Vorstellung der Messtechnik durch das von der Stadt beauftragte Unternehmen. Er weist hin auf „viele Maßnahmen vorher“ wie Ausweisung von Tempo-30-Zonen, optische Verengung der Fahrbahn durch das Anlegen von Parkflächen oder Fahrbahn-Aufpflasterung. Circa 50 Messstellen sind für Kelheim einschließlich der Ortsteile definiert – „in Abstimmung mit Polizei und Polizeipräsidium“, betont NWS-Key-Account-Manager Raimund Steckermeier.

So sieht die außerhalb des Messwagens aufgebaute Kamera aus.  Foto: Bachmeier-Fausten
So sieht die außerhalb des Messwagens aufgebaute Kamera aus. Foto: Bachmeier-Fausten

Einzelne Messstellen werden nicht genannt. Bei Schulen sei man direkt vor Ort, sagt Steckermeier und erwähnt auch Kindergärten und Seniorenheime. „Wir müssen dorthin“, wo die größten Gefahren seien, betont der Bürgermeister. Es werden außerdem Spielplätze, die Bereiche in der Nähe von Bushaltestellen und bei Sportanlagen genannt.

Messstellen: Die Polizei redet mit

  • Entlastung

    Der Beauftragung von zugelassenen Unternehmen zur Verkehrsüberwachung durch Kommunen „stehen wir positiv gegenüber“. Polizeibeamter Gerald Halbritter begründet das auch. Es sei eine Entlastung für die Polizei. Gerald Halbritter ist Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Kelheim.

  • Richtlinien

    Bereits vor Jahren sei dafür die gesetzliche Grundlage geschaffen worden, so Halbritter. „Messstellen werden mit der Polizei festgelegt nach den geltenden Verkehrsüberwachungs-Richtlinien.“ Er selbst war bei dieser Maßnahme in Kelheim und Saal dabei. Auch in Abensberg werde das wieder der Fall sein.

  • Laserpistole

    Beschwerden über schnelles Fahren innerorts leite die Polizei zunächst an die Kommune weiter. Wenn ihr eine Messung nicht möglich sei, „machen wir das“. Für den Fall, dass für eine Messung ein Fahrzeug nicht aufgestellt werden könne, kontrolliere die Polizei mittels Laserpistole. Eine solche dürfe nur die Polizei einsetzen.

Auch in der Altstadt wird gemessen, in der eine Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern (km/h) erlaubt ist. Bußgeldbescheide und Verwarnungen bei in Kelheim festgestellten Geschwindigkeitsverstößen werden aufgrund einer Zweckvereinbarung, die die Kreisstadt mit der Stadt Mainburg abschloss, erstellt. Die Bußgeldbescheide ergehen „nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog“. Die gesetzliche Messtoleranz-Grenze beträgt drei (km/h).

Austausch mit der Polizei

40 Messstunden im Gemeindegebiet Kelheim sind monatlich vorgesehen. Das Stadtoberhaupt: „Wir rechnen nach den Messstunden ab. Wir gehen davon aus, dass es ein Nullsummenspiel wird für uns.“ Die Kontrollen können an verschiedenen Tagen, auch an Wochenenden, und abends und nachts sein. Angekündigt ist „ein regelmäßiger Informationsaustausch mit der Polizei über die Messstellen und die Messergebnisse“. Sowohl am Straßenrand als auch im Messfahrzeug kann mittels digitalen Kameras die Geschwindigkeit von Fahrzeugen festgestellt werden. Zum Einsatz kommt Lasertechnik. Der Blitz dient dazu, den Innenraum eines gemessenen Fahrzeuges auszuleuchten.

Bei NWS sind circa 80 Messtechniker beschäftigt, „immer mit einer technischen Berufsausbildung“ wie zum Beispiel Elektriker, Kfz-Mechaniker, die für das jeweilige Messsystem geschult werden. Nicht nur alle vierrädrigen Fahrzeuge, sondern auch Motorräder können geblitzt werden.

Akkus zählen u. a. zur Ausrüstung eines Messfahrzeugs. Foto: Bachmeier-Fausten
Akkus zählen u. a. zur Ausrüstung eines Messfahrzeugs. Foto: Bachmeier-Fausten

Mit Transparenten weist Saal auf den bevorstehenden Start der Geschwindigkeitsmessung im Gemeindegebiet hin. Die Verwaltungsgemeinschaft Saal – Teugn hat damit den Zweckverband (ZW) Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (KVS) laut Saals Bürgermeister Christian Nerb beauftragt für circa 20 Stunden monatlich in den beiden VG-Kommunen. Nach Bedarf könnte die Stundenzahl erhöht werden, so Bürgermeister Nerb. In Abensberg wird der ZW KVO die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs übernehmen.

Bislang gibt es eine kommunale Geschwindigkeitsüberwachung im Landkreis Kelheim in Abensberg, Neustadt, Ihrlerstein, Bad Abbach, Wildenberg, Elsendorf und Mainburg. Kelheim, Saal und Teugn kommen in diesem Monat neu hinzu. Langquaid lässt seit Februar durch den ZW KVO die Kurzparkzone am Marktplatz und die „Bürgersteig-Parker“ kontrollieren, so Bürgermeister Herbert Blascheck. Vor einigen Jahren gab es in Langquaid auch noch Geschwindigkeitskontrollen.

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