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Abt Gregor geht, Nachfolge ist ungewiss

Der 70-Jährige hatte ein Rücktrittsgesuch eingereicht. Diesem wurde jetzt entsprochen. Die Menschen sind überrascht.
Von Felix Jung, MZ

Abt Gregor Zippel geht.

Rohr. Erst war es nur ein Gerücht, das in Rohr die Runde machte. Nach und nach verdichtete sich die Befürchtung in weiten Teilen der Bevölkerung. Mittlerweile wurde die Nachricht bestätigt: Gregor Zippel ist nicht mehr Abt der niederbayerischen Benediktinerabtei. Sein Rücktrittsgesuch wurde von der Bayerischen Benediktinerkongregation angenommen. Ohne ein Wort in der Öffentlichkeit zu verlieren, hatte der von der Bevölkerung hoch geschätzte Gregor den Rücktritt gemäß eines Passus’ in den Ordensbestimmungen an seinem 70. Geburtstag im November eingereicht. Auf der Homepage des Klosters ist auch zu lesen, wer derzeit die Geschäfte führt. Es ist Frater Franziskus Neuhausen. Von Abt Barnabas Bögle (Ettal) wurde dieser zum sogenannten Hausoberen eingesetzt – „bis auf Weiteres“ heißt es. Abt kann der Leiter der Klosterbuchhandlung nicht werden. Das ewige Gelübde hat Frater Franz nämlich nicht abgelegt und ist somit kein Priester, sondern nur Laienbruder.

„Nichts Außergewöhnliches“

Gestern Nachmittag äußerte sich Gregor dazu gegenüber der MZ: „Es ist nichts Außergewöhnliches an meinem Schritt. Das ist in unserem Orden so vorgesehen. Rechtzeitig habe ich das Gesuch zum Geburtstag eingereicht.“ Nach 33 Jahren in der Verantwortung sei es ganz gut, keine mehr tragen zu müssen. Seine Aufgabe als Lateinlehrer am Johannes-Nepomuk-Gymnasium wolle er, so lange es ihm Spaß mache, wahrnehmen, so der Bundesverdienstkreuzträger.

Wann ein neuer Abt gewählt wird und ob es bereits einen oder sogar mehrere Kandidaten gibt, ist nicht bekannt. Auch aus dem Kloster in Rohr selbst ist nichts zu erfahren. Die Sache wird als interne Angelegenheit angesehen. Nur so viel weiß man: Zurzeit leben zwölf Mönche und ein Novize in der Benediktiner-Abtei in einer Ordensgemeinschaft zusammen, darunter sind sechs Patres sowie Gregors Vorgänger, Altabt Dr. Johannes Nepomuk Zeschick. Beide haben übrigens bei der bevorstehenden Wahl kein Stimmrecht.

Üblicherweise wählt der Konvent den Abt aus seinen eigenen Reihen. Fraglich ist aber, ob es überhaupt einen geeigneten Kandidaten gibt. Dem Vernehmen nach ist rein altersbedingt die Auswahl verschwindend gering. Ob jemand von außen kommt, wäre zumindest ungewöhnlich. Abt Bögle vom Kloster Ettal, der der Benediktinerabtei in Rohr deswegen vor kurzem einen Besuch abgestattet hatte, war gestern nicht zu erreichen.

„Auch am Mittwoch hat Abt Gregor bei einem gemeinsamen Termin kein Wort darüber verloren. Ich bin völlig überrascht“, sagte Bürgermeister Karl Gorbunov gestern am späten Nachmittag. Die Suche nach einem Nachfolger werde gewiss schwierig. Er hoffe, dass es nicht bei einer Zwischenlösung bleibe. Es gibt Stimmen in Rohr, die sogar befürchten, dass das Kloster bald vor dem Aus steht.

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