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Aktion

Alte Freunde testen eine neue Tour

Die Herzstück-Tour wird am Freitag offiziell eröffnet. Wir haben zwei Tester mit ihren Räder schon im Vorhinein losgeschickt.
Von Lisa Pfeffer

Für die geschichtsinteressierten Radler hielt die Herzstücktour einiges bereit. Hier zum Beispiel eine Kirche in Pförring. Fotos: Weigel, Best, Pirthauer, Jäger
Für die geschichtsinteressierten Radler hielt die Herzstücktour einiges bereit. Hier zum Beispiel eine Kirche in Pförring. Fotos: Weigel, Best, Pirthauer, Jäger

Abensberg.Edi Albrecht und Karl-Heinz Hauser kennen in der Region fast alle Wander- und Radwege. Albrecht ist schließlich Heimatpfleger von Neustadt und Hauser leitet Stadtführungen in Abensberg. Sie kennen die Region also wie ihre Westentasche. Die Herzstück-Tour nicht – können sie auch gar nicht, denn schließlich wird die erst am morgigen Freitag eröffnet. Im Rahmen der Aktion „Urlaub ab dahoam“, bei der die Mittelbayerische und der Tourismusverband für den Landkreis Kelheim drei Kurzurlaube verlosten, testeten die beiden Männer die Tour schon mal auf Herz und Nieren. „Wir würden es sofort wieder machen“, resümieren sie.

Den Startpunkt legten Hauser und Albrecht auf Bad Gögging. Da es sich um eine Rundtour handelt, wäre jeder andere Startpunkt jedoch auch denkbar. 120 Kilometer und 277 Höhenmeter lagen nun vor ihnen. Albrecht und Hauser haben sich für die zwei-Tages-Version entschieden. Wer es gemütlicher angehen will, kann auch drei Tage einplanen.

Ein Gstanzl zur Ende der Herzstück-Tour

Selbst ausgekundschaftete Orte

Auf dem Radweg über Pförring geht es für die Stromtreter anfangs Richtung Wackerstein. Da sich die Männer gut auskennen, weichen sie hier ein wenig von der Route ab. Im Pförringer Ortsteil Dötting wartet nämlich ein unscheinbares Gebäude, das es in sich hat: die Jordan-Gruft. „Das liegt eigentlich sowieso auf dem Weg, man muss nur ein paar hundert Meter weiterfahren“, sagt Edi Albrecht.

Die Jordan-Gruft ist ein echter Geheimtipp auf der Strecke. Foto: Koch
Die Jordan-Gruft ist ein echter Geheimtipp auf der Strecke. Foto: Koch

Beim ersten Hof auf der linken Seite, das ist der von Christian Koch, liegt der Schlüssel zu der Gruft. Interessierte können dort einfach klingeln und werden dann von Koch durch das kleine Gebäude geführt. Doch Albrecht warnt: „Das ist nichts für schwache Nerven, dort liegen mumifizierte Leichen!“ Für ihn trotzdem ein echter Geheimtipp.

Der Radweg geht schließlich weiter Richtung Vohburg , Großmehring und Feldkirchen, bis man in Ingolstadt eintrifft. „Da kommt man direkt in den Klenzepark“, berichten die Männer. Dort kann man sich bei malerischer Kulisse erfrischen, eine Brotzeit einlegen oder auch das bayerische Polizeimuseum besuchen.

Aktion

Das sind unsere Urlauber ab Dahoam

Tolle Reisen kann man im Landkreis Kelheim direkt vor der Haustüre starten. Wir schicken drei Gruppen los, die das beweisen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter durch die Innenstadt. „In Ingolstadt sind die Wege teilweise ein bisschen schlecht ausgeschildert, da muss man die Augen offen halten“, rät das Duo. Der Streckenabschnitt nach Ingolstadt ist dann sehr gemütlich, ohne große Steigungen. Das Schloss Sandersdorf und die Burgruine Altmannstein liegen auf dem Weg.

Mittlerweile war es bei den Radlern Nachmittag geworden und der Energiespeicher forderte Nachschub. „Mitten am Nachmittag ist es ja gar nicht so leicht, irgendwo richtig einkehren zu können“, sagt Hauser. In Sandersdorf kamen sie schließlich beim Gasthof Sonne vorbei, der eine durchgehend warme Theke bereit hält.

Biergärten sorgen immer wieder für eine kleine Stärkung. Foto: Albrecht
Biergärten sorgen immer wieder für eine kleine Stärkung. Foto: Albrecht

„Da kriegt man zum Beispiel Ripperl oder Schweiners, große Portionen zu kleinem Preis“, schwärmen sie. . Jede Pause nutzte der Hobby-Musiker Edi Albrecht außerdem dazu, die Gitarre auszupacken und ein Gstanzl zu singen.

Schön langsam kam das Tagesziel immer näher: Riedenburg. Auf dem Weg liegt das Schloss Hexenagger. Das ist zwar prächtig, von innen besichtigen kann man es jedoch nicht. Hauser und Albrecht, die sich beide sehr für Geschichte interessieren, haben dafür einen anderen Tipp parat. „Dort gibt es eine traditionelle Hammerschmiede, die man anschauen kann.“

Auch Badeplätze hält die Tour bereit. Hier zum Beispiel den Auwaldsee bei Ingolstadt. Foto: Hauser
Auch Badeplätze hält die Tour bereit. Hier zum Beispiel den Auwaldsee bei Ingolstadt. Foto: Hauser

Nach knapp 95 Kilometer Fahrt kamen die Ausflügler im Gasthaus Schwan in Riedenburg schließlich spät abends zur Ruhe. „Für das Abendessen war es schon zu spät, trotzdem haben wir noch eine Brotzeit bekommen.“

Der zweite Tag hielt im Vergleich zum Vortag ein gemäßigtes Programm bereit. Schließlich waren auch nur noch 35 Kilometer übrig. In Riedenburg kann man dann auch gleich gemütlich starten: Im kleinen Dorf Schambach befindet sich eine Kneippanlage. Der Weg führt weiter nach Kelheim. Vorbei an Burg Prunn hält der malerische Ort Essing die Burgruine Randeck bereit. An heißen Tagen bietet sich in dieser Gegend vor allem ein Besuch in der Tropfsteinhöhle Schulerloch an.

Herzstücktour: Auf dem Weg Richtung Weltenburg

In Kelheim warten schließlich noch die Klassiker wie die Befreiungshalle, die Weltenburger Enge und das Kloster Weltenburg.

Ein entspanner Endspurt

Der Endspurt führte die Rentner über Sandharlanden und Abensberg. Dort könnten die Beiden noch den Spuren des Bayerischen Reinheitsgebotes in den Kuchlbauerturm folgen. Doch Karl-Heinz Hauser, gebürtiger Abensberger, kennt die Attraktion bereits und Eduard Albrecht winkt lachend ab – kommt er doch aus dem rivalisierenden Neustadt. Zur Entspannung der Situation könnten die Freunde an ihrem Ziel in Bad Gögging noch die Limes-Therme besuchen.

Wenn sie die Tour das nächste Mal fahren, wollen sie sich die Strecke anders aufteilen. „Eigentlich hätten wir an beiden Tagen gleich viel fahren sollen, das hätte alles etwas entspannt. Am ersten Tag mit 95 Kilometer waren wir zwölf Stunden unterwegs“, erzählt Albrecht.

Orte für eine Auszeit finden sich immer wieder am Wegrand. Foto: Albrecht
Orte für eine Auszeit finden sich immer wieder am Wegrand. Foto: Albrecht

Das lag jedoch auch daran, dass die Tour viele interessante Wegpunkte zu bieten hatte, die sie angeschaut haben.

Ab sofort können sich alle auf das Rad schwingen und die Tour nachfahren – vielleicht mit dem ein oder anderen Tipp der beiden Testfahrer im Hinterkopf. Die offizielle Eröffnung findet am Freitag um 10 Uhr in Abensberg statt. Dann wird es auch einen Flyer geben, der alle Sehenswürdigkeiten dazu liefert. Möchte man die alle sehen, sollte man aber definitiv mehr als zwei Tage einplanen.

Highlights der Strecke

  • Die Jordan-Gruft bei Pförring:

    Das kleine weiße Gebäude mit den Holztüren steht unscheinbar am Wegrand, doch was sich dahinter verbirgt, ist nichts für schwache Nerven: Man kann dort Mumien und Särge besichtigen.

  • Zeit zum Entspannen:

    Ob der Klenzepark in Ingolstadt, das idyllische Schambachtal oder die einmalige Natur zwischen Riedenburg und Kelheim: Wer die Augen offen hält, findet immer wieder Plätze im Grün, um zu entspannen und sich eine Pause zu gönnen.

  • Eine

    Richtung Ingolstadt kamen unsere beiden Testradler am Auwaldsee vorbei. Der verspricht Abkühlung bei heißen Temperaturen und eine malerische Kulisse. Bei der Herzstücktour sind Badesachen also auf jeden Fall ratsam.

  • Die Eröffnung der Herzstücktour:

    Im Schatten des Kuchlbauerturms findet am morgigen Freitag die Eröffnung der Tour statt. Im Schatten des Kuchlbauerturms findet am morgigen Freitag um 10 Uhr die Eröffnung der Tour statt. Mit dabei sind der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer und der Ingolstädter Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel.

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