MyMz
Anzeige

Bildung

Am Board statt an der Tafel

Die Schule Kelheimwinzer ist Vorreiter in der Digitalisierung. Sie arbeitet mit Tablets, Activboards und einer Schulsoftware.
Von Bianka Lucius

Rektorin Pamela Bauer präsentiert die vielen Funktionen des digitalen Activboards; rechts der Tabletschrank für die 30 neuen Ipads. Foto: Lucius
Rektorin Pamela Bauer präsentiert die vielen Funktionen des digitalen Activboards; rechts der Tabletschrank für die 30 neuen Ipads. Foto: Lucius

Kelheim.„Vor 30 Jahren habe ich noch Matrizenarbeitsblätter für Schüler vervielfältigt, indem ich sie in eine Walze reintat und drehte“, erinnert sich Rektorin Pamela Bauer von der Grundschule Kelheimwinzer. Und nun stand sie vor geladenen Gästen, um ihnen zu zeigen, wie jetzt statt mit einer grünen Schiefertafel mit einem Activeboard gearbeitet wird. Sie zeigte auch, wie die insgesamt 93 Schüler der Grundschule mit den 30 neuen Ipads umgehen und wie Edupage den Lehrern die Arbeit erleichtert.

Sie erklärte es an einem Beispiel: In ein Stundenplanprogramm wird die Krankmeldung des Lehrers eingetragen. Dieses Programm ist mit den Kommunikationsprogramm Edupage verbunden. Edupage bringt dann Vorschläge zur optimalen Stundengestaltung. Jeder Lehrer nutzt den gleichen Terminkalender: „Wir können alle auf den gleichen Terminkalender schauen und sind alle informiert.“ Für die Eltern ist die Freischaltung von Edupage für Anfang 2020 geplant. Dann können sie Krankmeldungen ihrer Kinder oder Termine für Lehrersprechstunden eintragen. Der Elternbeiratsvorsitzende Markus Riepl sagte dazu: „Die Tür-und-Angel-Gespräche am Morgen im Schulgebäude zwischen Lehrern und Eltern werden zurückgehen, dadurch wird es ruhiger im Schulhaus.“ Bauer sieht in der Freischaltung eine Entlastung der Sekretärin.

Schulhefte gibt es aber weiterhin

Viel Neues gibt es an der Schule – aber nicht alles wird sich ändern. Die modernen Medien werden gezielt und sinnvoll in den Unterricht eingebaut, um die Unterrichtsqualität zu steigern, hieß es. Künftig werde auf traditionelle Unterrichtsmethoden nicht verzichtet. Die Schulhefte würden weiterhin geführt. Viel Wert legt die Rektorin auf die Schreibschrift, wie sie im Pressegespräch mitteilte. Das iPad solle ein Unterrichtsmittel sein wie das Lehrbuch auch. „Viel zu lange haben wir auf die Digitalisierung verzichtet“, erzählte Bauer der Mittelbayerischen.

„Viel zu lange haben wir auf die Digitalisierung verzichtet“

Pamela Bauer, Rektorin

Die Rektorin habe bei der Einführung des Ipads die Kinder gefragt, wer von ihnen noch nicht auf einem Tablet schreiben kann. Gemeldet habe sich keiner. Alle Grundschüler hätten die Tastatur schon von zu Hause gekannt – der eine mehr, der andere weniger. Wie man ein E-Book erstellt, hätten die Kinder im Unterricht gelernt. Dazu schrieben die Schüler das Gedicht: „Ein Fingerhut voller Erde“ ins Ipad. Sie suchten eine passende Schriftart und Hintergrundfarbe, lernten den Fotomodus kennen, indem sie ein gemaltes Bild abfotografierten, und die Diktierapp, indem sie sich beim Gedichtsvortrag aufnahmen. Um den Schülern eine QR-Code App zu erklären, wurden digitale Worte verschlossen. Nur durch Nutzung der QR-Code App konnten diese entschlüsselt werden.

Erste Erfahrungen

  • Im Unterricht:

    Laut Rektorin Bauer wird das Wissen kreativ vermittelt. Die modernen Medien würden auch die Motivation der Schüler steigern und das Lernmaterial werde gut visualisiert.

  • Edupage:

    Die Software erleichtere die Kommunikation zwischen Lehrern, Eltern und Schülern. Sie sei eine gute Vorbereitung auf weiterführende Schulen und die Berufswelt. Infos unter: www.edupage.org

Die Schule arbeitet laut Bauer auch mit einer App für Mindmaps: Sie werden im HSU-Unterricht genutzt, um den Viertklässlern einen Überblick über die Berufsgruppen zu geben. Ziel der Schule sei es, die Schüler für einen sinnvollen Umgang mit den digitalen Medien zu sensibilisieren. Die Kinder sollten in der Lage sein, zu reflektieren: Ist es jetzt gescheit, was ich im Internet gefunden habe, oder habe ich genug davon und möchte jetzt das Handy weglegen, um mal wieder Radl zu fahren, nannte die Rektorin als Beispiel.

Activeboard statt einer Tafel

Der neue Blickfang im Klassenzimmer ist das Activeboard. Es hat ein Schreibtafelprogramm, Internetanschluss, Zugang zum PC, APP-Funktion und Filme sind abspielbar. Auch musische und kreative Lerninhalte können vermittelt werden. Die Tafelfunktion sowie Arbeitsblätter lassen sich am Bildschirm mit dem Finger oder einem Stift beschreiben oder bemalen. Zeichenwerkzeuge stehen zur Verfügung.

Mehr aus Kelheim und der Region lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht