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Natur

Am Essinger Blautopf ist es wieder grün

Der Zugang zur Quelle auf Privatgrund wird derzeit lediglich geduldet. Eine Klärung für die Zukunft ist noch nicht in Sicht.
Von Renate Beck

Blautopf August 2019: Die einstige Baustelle hat sich wieder zu einer begrünten Fläche verwandelt. Foto: Renate Beck
Blautopf August 2019: Die einstige Baustelle hat sich wieder zu einer begrünten Fläche verwandelt. Foto: Renate Beck

Essing.„Was ist mit dem schönen Blautopf in Essing los“ fragten sich im vergangenen Jahr Besucher der berühmten Essinger Karstquelle hinter der ehemaligen Gaststätte „Essinger Hof“ bei der Weihermühle. Die Mittelbayerische Zeitung ging dieser Frage nach und berichtete darüber.

Seit 2017 in Privatbesitz

2017 erwarb die Riedenburger Bauproma GmbH & Co.KG das Grundstück mit der Gaststätte und der Karstquelle. Im vergangenen Jahr wurde das Gebäude von der Firma komplett entkernt und auf Rohbauzustand zurückgebaut. Zusätzlich wurde die baufällige Wasserkraftanlage ertüchtigt. Das Gelände um die Weihermühle veränderte sich dadurch immer mehr zu einer Großbaustelle.

Der Blautopf im Jahr 2018 Foto: Renate Beck
Der Blautopf im Jahr 2018 Foto: Renate Beck

Ein dementsprechendes Bild bot sich den Besuchern in der Umgebung des Blautopfes. „Grundgedanke des Projektes war es, das bestehende Gasthaus ohne Änderung der äußeren Kubatur durch eine Generalsanierung in Wohnraum umzuwandeln“ informierte Florian Baierl vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Neben der energetischen Sanierung des Gebäudes war auch die Einbindung der bestehenden Wasserkraftanlage in das energetische Konzept des Gebäudes und der Erhalt des Naherholungsgebieters Weihermühle für Eigentümer und Besucher als Projektziel definiert.

Turbine wurde überholt

Jetzt im August ist sprichwörtlich Gras drüber gewachsen. Die ehemalige Baustelle mit abgetragener Grasfläche hat sich zur Blumenwiese verwandelt. „Die Turbine aus dem Jahr 1955 wurde generalüberholt sowie der Generator neu gewickelt“, so Baierl. Das Wasserkraftwerk sei auf den neusten Stand der Technik gebracht. „Das Einlaufbauwerk und die Turbine ist die Gleiche geblieben.“

Blautopfquelle

  • Schützenswerte Quelle: Der Besitzer verspricht aber, die Quelle zu schützen. „Wir haben nichts verändert daran und das soll auch so bleiben“, versichert Miteigentümer Günter Goppold.

Die veränderte grüne Idylle rund um den Blautopf und vor allem die Arbeiten an der wertvollen Quelle schreckte im vergangenen Jahr auch die Ökoallianz im Landkreis Kelheim auf. Zum schützenswerten Biotop Blautopfquelle versichert Günter Goppold, einer der Bauproma-Geschäftsführer nach wie vor: „Daran haben wir nichts verändert und das soll auch so bleiben.“ Seitens Pressestelle Landkreis Kelheim heißt es: „Die vorgenommenen Maßnahmen werden erst nach endgültiger Fertigstellung des Gesamtvorhabens geprüft.“

Naturschutz

Die Fans des „Blautopfs“ sind besorgt

Rund um die berühmte Essinger Karstquelle herrscht derzeit Baustellenbetrieb. Das Landratsamt prüft noch Genehmigungsfragen.

Die ersten Bewohner des sanierten Gebäudes genießen mittlerweile die Ruhe auf ihren Balkonen. Demnächst sollen noch insgesamt 30 neu gepflanzte Bäume den Bachlauf säumen. „Man kennt nicht mehr, dass es noch vor kurzem eine Baustelle war“ freut sich Essings Bürgermeister Jörg Nowy.

Auf eigene Gefahr

Günter Goppold berichtet von Radfahrer, die ohne Rücksicht quer über die blühende Blumenwiese und über den steilen Berg zur Quelle fuhren. Eine auffällige Schneise am Berghang zeugt davon. In der kalten Quelle wurde gebadet, auf der Baustellen-Wiese gegrillt. Aus Haftungs- und Sicherheitsgründen sperrt nun ein provisorischer Holzzaun und ein Schild mit Betretungsverbot den Zugang zur Blautopfquelle auf dem Privatgelände ab. Auf eigene Gefahr und unter einigen Aufenthaltsregeln kann man den äußeren Grundstücksrand betreten, um für einen kurzen Aufenthalt die Quelle zu besuchen. Die Haftung beim Betreten des Privatgeländes gestaltet sich schwierig. „Das ist immer noch ein Thema“ bedauert Nowy. „Auch die Gemeinde hat noch keine abschließende Lösung.“ Um das Naherholungsgebiet wie bisher für die Allgemeinheit zu erhalten, wollen Grundstücksbesitzer und die Gemeinde eine Auskunft der Versicherungen abwarten.

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