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Jugendpreis

Auch ein Nischensport kann Kids anlocken

Der Kreisjugendring hat den Flugsportverein Kelheim ausgezeichnet – weil sich der Verein vorbildlich verjüngt hat.
Von Martina Hutzler

Fliegen ist Teamarbeit – ein Grund mehr für den Flugsportverein Kelheim, sich um die Nachwuchsarbeit zu kümmern. Foto: Hutzler
Fliegen ist Teamarbeit – ein Grund mehr für den Flugsportverein Kelheim, sich um die Nachwuchsarbeit zu kümmern. Foto: Hutzler

Langquaid.Fußball, Feuerwehr, Reiten: „Klassische“ Sportarten sind den meisten Kids bekannt – aber wie kommen Vereine an Jugendliche ran, wenn sie eine Nischen-Sportart betreiben? Der Flugsportverein Kelheim hat dafür neue und überzeugende Wege beschritten, befand der Kreisjugendring Kelheim. Und belohnte die Hobbypiloten mit dem „Jugendpreis 2018“.

Gut 50 Aktive, die regelmäßig vom Flugplatz in Hienheim aus in die Luft gehen, hat der Flugsportverein (FSV) – und rund die Hälfte davon sind nicht älter als 30 Jahre. Das schilderte FSV-Vorsitzender Luitpold Kaspar durchaus stolz, als er in der Herbstvollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) in Langquaid seinen Verein vorstellte. Dass die Nachwuchsarbeit so im Aufwind ist, komme nicht von ungefähr.

Fliegen ist Teamarbeit – ein Grund mehr für den Flugsportverein Kelheim, sich um die Nachwuchsarbeit zu kümmern. Foto: Hutzler
Fliegen ist Teamarbeit – ein Grund mehr für den Flugsportverein Kelheim, sich um die Nachwuchsarbeit zu kümmern. Foto: Hutzler

Fliegerfest und Schulaktion

Neben „klassischen“ Wegen wie Pressearbeit, Homepage und Facebook nutze der FSV vor allem sein jährliches Fliegerfest am Hienheimer Stieberberg, um gezielt junge Leute anzusprechen. Und besonders gewinnbringend sei eine Kooperation mit der Staatlichen Realschule Abensberg.

Wie und warum solche FSV-Aktionen funktionieren, schildern Vereinsvize Uwe Zimmermann und Nachwuchs-Pilotin Evi Scheibel im MZ-Interview:

Nachgefragt

Wie man die Jugend in den Verein lotst

Wie geht gute Jugendarbeit? Das wollen wir von denen wissen, die dafür ausgezeichnet wurden: die Kelheimer Flugsportler!

In der Laudatio zeigte sich KJR-Vizevorsitzende Katrin Koller-Ferch beeindruckt, wie viel Verantwortung der Verein seinem „Nachwuchs“ zutraut: Die Segelflug-Ausbildung ist ab 14 Jahren möglich, und wer sich geschickt anstellt, kann es in diesem Alter schon zum ersten Alleinflug bringen, schilderte Felix Emersleben. Er selbst, so Emersleben sei der jüngste von acht Ausbildern im Verein – aber dennoch bereits der Ausbildungsleiter. Ausdruck dessen, dass man auch die Vorstandschaft seit 2011 deutlich verjüngt habe, ergänzte Vorsitzender Kaspar.

Als ideellen Lohn für diese Bemühungen nahmen er, Zimmermann und Emersleben von Katrin Koller-Ferch ein „Weltenburger Stierl“ entgegen, die Replik einer Bronzefigur aus der Eisenzeit. 600 Euro an Preisgeld steuerte die Kreissparkasse Kelheim bei, deren Vorstandsvorsitzender Dieter Scholz sich beeindruckt zeigte von der FSV-Präsentation.

Den Jugendpreis überreichten (v.li.) Katrin Koller-Ferch und Robert Faltermeier namens des Kreisjugendrings an Luitpold Kaspar, Felix Emersleben und Uwe Zimmermann vom FSV. Von Kreissparkassen-Direktor Dieter Scholz gab’ s den Scheck dazu. Foto: Hutzler
Den Jugendpreis überreichten (v.li.) Katrin Koller-Ferch und Robert Faltermeier namens des Kreisjugendrings an Luitpold Kaspar, Felix Emersleben und Uwe Zimmermann vom FSV. Von Kreissparkassen-Direktor Dieter Scholz gab’ s den Scheck dazu. Foto: Hutzler

KJR-Vorsitzender Robert Faltermeier betonte freilich auch, dass alljährlich die Preisträger stellvertretend für all die gute Jugendarbeit stünden, die in den Vereinen im Landkreis Kelheim geleistet werden. Die unschätzbare gesellschaftliche Bedeutung dieser Arbeit würdigten Landrat Martin Neumeyer und Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck in Grußworten.

Rückblick auf Kreis-Jugendtag

Gute Jugendarbeit nutzt indes wenig, wenn die Zielgruppe davon nichts weiß. Mangelnde Kenntnis örtlicher und überregionaler Jugend-Angebote war ein Punkt, der beim Aktionstag „Jung sein im Landkreis Kelheim“ kritisiert worden war. Rund 30 Schüler aller Schularten (außer Grundschule) hatten im Juni im Landratsamt zum einen diskutiert über Alternativen zum friedlich entschlafenen „Jugendparlament“ des Landkreises; zum anderen über neue Ideen zur Freizeitgestaltung.

Im Juni haben wir einen Überblick über die Ergebnisse beim Aktionstag gegeben:

Kreisjugendpflegerin Kerstin Kandlbinder fasste nun beim KJR die Ergebnisse nochmals zusammen.

In Sachen Freizeit wurden ganztags zugängliche Räume gefordert, mehr Discos, U16-Partys, die bessere Kontrolle öffentlicher Plätze gegen Drogenmissbrauch und ähnliches; mehr und länger geöffnete Jugendtreffs – und eben mehr Infos über bestehende Angebote von Vereinen und Verbänden. „Das ist ein Auftrag für uns!“, urteilte KJR-Beisitzerin Kirsten Reiter.

„Mehr Infos über Vereinsangebote? Das ist ein Auftrag an uns!“

Kirsten Reiter, KJR-Beisitzerin

Eine BRK-Vertreterin schilderte, Schul-Besuche mit Rettungswagen hätten sich beim Jugend-Rotkreuz bewährt. Auch ein Vertreter der „Viel-Harmonie“ erklärte, Info-Besuche an den Grundschulen hätten dem Jugendorchester mehrere Neuzugängen gebracht. Robert Faltermeier dachte laut über eine digitale Plattform unter dem KJR-Dach nach, auf der sich Vereine vorstellen könnten. Andreas Lammel von der Katholischen Jugendstelle dagegen empfahl, die Vereinsangebote auch in einem gedruckten und damit greifbaren Produkt vorzustellen. Konkrete Beschlüsse wurden hierzu und zu den weiteren Anregungen aus dem Landratsamts-Jugendtag allerdings nicht gefasst.

Bei der KJR-Herbstversammlung stellte sich auch Matthias Veit als neuer Mitarbeiter in der Geschäftsstelle vor. Foto: Hutzler
Bei der KJR-Herbstversammlung stellte sich auch Matthias Veit als neuer Mitarbeiter in der Geschäftsstelle vor. Foto: Hutzler

Bei der Versammlung gab es auch noch aktuelle Infos aus der Verbandsarbeit:

Infos aus den Verbänden

  • Kreisjugendring:

    Ein neues Gesicht gibt es in der Geschäftsstelle: Das „Urgestein“ Jutta Kürzl habe den KJR leider verlassen, bedauerte Vorsitzender Robert Faltermeier. Das Team ist aber schon wieder komplettiert, durch Matthias Veit. Der Teugner, der schon seit mehreren Jahren in der KAI-Ganztagsbetreuung der Abensberger Mittelschule arbeitet, übernimmt zusätzlich nun Kürzls Part in der KJR-Geschäftsstelle. Für ihn, sagt Matthias Veit, sei Jugendarbeit mehr als ein Beruf – und zudem „wahnsinnig wichtig, um Jugendliche auf einen guten Weg zu bringen“.

  • BDKJ:

    Tanja Köglmeier, seit kurzem eine von zwei hauptamtlichen Diözesanvorsitzenden beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend, stellte „72-Stunden-Aktion“ des BDKJ vor. Beteiligen kann sich jede Jugendgruppe, die vom 23. bis 26. Mai 2019 ein Projekt durchziehen will: zum Beispiel den gemeindlichen Spielplatz herrichten, ein Theaterstück fürs Seniorenheim einstudieren, eine Upcycling-Aktion „aus Alt mach Neu“, ein Integrationsprojekt, oder, oder … „Wir sind für alle Ideen offen“, so die gebürtige Sandsbacherin. Infos: www.72stunden.de

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