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Freizeit

Auch Pemperlprater ist dabei

Ein neuer, zweiter Festwirt und das älteste Karussell der Welt kommen zum Jubiläums-Pfingstvolksfest nach Neustadt.
Von Margot Kirzinger

Auch für Nostalgie ist beim Neustädter Volksfest gesorgt – Josef Kalb auf dem Karussell Pemperlprater Foto: Margot Kirzinger
Auch für Nostalgie ist beim Neustädter Volksfest gesorgt – Josef Kalb auf dem Karussell Pemperlprater Foto: Margot Kirzinger

Neustadt.Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum des Pfingstvolksfestes hat es die Stadt Neustadt geschafft, zwei Urgesteine aus München auf den Festplatz zu holen. So marschieren am Freitag gleich zwei neue Münchner Schausteller im Neustädter Pfingstvolksfest ein. Edmund Radlinger, ein Schausteller der älteren Generationen, ist der neue Festwirt des Bier- und Weinstadels.

Ein Zuckerl für Senioren

So gibt es also neben dem großen traditionellen Ottenbräu-Zelt, das laut Bürgermeister Thomas Reimer von dem „alten kampferprobten Festwirt Robert Neumaier“ seit Jahren betrieben wird, einen neuen, der mit seinem Bier- und Weinstadel das Neustädter Volksfest neu beleben und gleichzeitig zu Traditionen zurückführen wolle. Edmund Radlinger, der Vorsitzende und Präsident des Münchner Schaustellervereins ist, gehört am Oktoberfest der „Weißbiergarten“, der ein beliebter Treffpunkt für Familien ist. In Neustadt möchte er den Senioren ein bisschen entgegenkommen: So soll es am Nachmittag für Kaffee und Kuchen einen täglichen Preisnachlass für die ältere Generation geben.

Radlinger betont, dass sein Betrieb auf keinen Fall eine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung sein solle, um „das Volksfest wieder hochzubringen“. Wie Edmund Radlinger erwähnt, sei früher einmal auf den Volksfesten ein Professor mit einem Bauarbeiter und Maurer am Tisch gesessen, ohne sich großartig Gedanken über die sozialen Unterschiede zu machen. „Wo ein Platz frei war, hat man sich einfach dazugesetzt. Heute will jeder nur noch einen reservierten bestimmten Platz.“ Man setzt sich also heute leider nur noch selten einfach so an einem Tisch dazu. Er findet es absolut schade, dass, wenn immer irgendwo ein Plätzchen frei ist, da dann keiner hin will. Der Festwirt: „Am Autoscooter steht doch auch jeder neben jedem und braucht nicht extra eine Platzreservierung.“ Laut Edmund Radlinger hat „vor allem das Handy das Volksfest total verändert“. Man könne sich mit den Jugendlichen gar nicht mehr wirklich unterhalten, weil sie nur noch auf ihre Handys schauten. Ein wirkliches Gespräch komme da oft nicht mehr zustande.

Auftakt am Freitag

  • Jubiläum:

    In Neustadt wird in diesem Frühjahr auf dem Volksfest ein Jubiläum gefeiert.

  • Startschuss:

    Das 70. Neustädter Pfingstvolksfest beginnt am Freitag, 18. Mai. Ab 16 Uhr ist Betrieb auf dem Festplatz, um 18.30 Uhr startet der Festzug der Vereine zum Volksfestplatz.

Trotz allem freut sich Radlinger sehr, „in Neustadt sein zu dürfen“. Eine Stadt, die ihm, wie er sagt „sämtliche Unterstützung gewährt hat“. Das sagt auch Josef Kalb, der Betreiber des ältesten Karussells der Welt, dem Pemperlprater, zum ersten Mal 1830 präsentiert auf der Maidult am Kleinen Exerzierplatz der Dreiflüssestadt.

Josef Kalb, der sich selbst als einer von den „jungen Wilden“ bezeichnet, hat zusammen mit dem Förderverein des Passauer Pemperlpraters, das ganze Karussell komplett saniert und wieder zum Leben erweckt. Er erzählt, dass die vorherigen Betreiber „leider nicht so besonders sorgsam damit umgegangen seien und der komplette Antrieb mehr oder weniger geschrottet war“.

Kalb: „Es ist uns erst nach und nach aufgefallen, was wir uns da angefangen haben.“ Somit haben sie den Winter und das Frühjahr die komplette Mechanik des Karussells überholt und sogar beim Aufbau in Neustadt ist immer noch daran geschraubt worden. Stolz betont er: „Es läuft jetzt absolut fehlerfrei, astrein. Es gibt auf der ganzen Welt kein Karussell, das so sanft läuft.“

Auch „älteste Fluglinie“ dabei

Josef Kalb hat zum Jubiläums-Volksfest nicht nur das älteste Karussell mitgebracht, sondern auch „die älteste Fluglinie“ von München. Das ist das wunderschöne große Kettenkarussell, das 2019 den 100. Geburtstag feiert. Das Karussell ist seit 1919 im Familienbetrieb und wird gehegt und gepflegt wie ein Schatz. Es ist fast noch im Originalzustand. Josef Kalb ist überzeugt, dass alle Volksfestbesucher einmal mit dem Karussell fahren müssten. „Bei uns ist man dem Himmel am nächsten“, sagt er. Man darf sich also auf drei tolle Neuerungen auf dem Neustädter Volksfest freuen.

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