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Auf den Höhenflug folgte der Absturz

Die Coronakrise hat der Limes-Therme in Bad Gögging die Hälfte der Einnahmen geraubt. Davon erholt sich die Therme langsam.
Von Jochen Dannenberg

Im Jubiläumsjahr 2019 konnte die Limes-Therme Bad Gögging ihre Besucher- und Behandlungszahlen um 8,3 Prozent steigern. Mit der Coronakrise folgte der Absturz bei den Einnahmen.
Im Jubiläumsjahr 2019 konnte die Limes-Therme Bad Gögging ihre Besucher- und Behandlungszahlen um 8,3 Prozent steigern. Mit der Coronakrise folgte der Absturz bei den Einnahmen. Foto: Jochen Dannenberg

Bad Gögging.Noch vor wenigen Monaten glich das Leben im Kurort einer Fahrt auf der Überholspur. Im Jahr 2019 stellte Bad Gögging einen neuen Rekord bei den Besucherzahlen auf, zugleich verzeichnete die Limes-Therme ein Plus bei den Besucher- und Behandlungszahlen von 8,3 Prozent. Die Zukunft des Kurortes schien auch im Jahr nach dem Jubiläum des Kurortes und der Therme nur noch eine Formsache zu sein. Doch dann kam die Coronakrise und die hat die Limes-Therme kalt erwischt.

Noch zu Jahresbeginn sah es so aus, als könnte die Einrichtung, deren Eigentümer der Bezirk Niederbayern, der Landkreis Kelheim und die Stadt Neustadt sind, ihre Umsätze weiter erhöhen. „Die gute Entwicklung hielt bis zur Betriebsschließung wegen der Corona-Pandemie am 14. März an“, erklärte Franz Bauer, Werkleiter der Therme, am Dienstag in der Sitzung des Zweckverbandes Bad Gögging. Nach dem 14. März brach der Höhenflug des Gesundheitstempels jäh ab, Steigerungen bei den Umsätzen waren nicht mehr zu erzielen.

Angebote auf Null

Die lange Zeit der Betriebsschließung, die bis weit in den Juni andauerte, wirkte sich auf alle Angebote der Therme aus. Eine „Nullnummer“ reihte sich an die andere. Hatte es im Mai vorigen Jahres noch 17 362 Behandlungen im Bewegungsbad gegeben, waren es im Mai diesen Jahres null.

Bei der Gruppengymnastik im Thermalwasser gab es im Mai 2019 3098 Anwendungen, heuer waren es ebenfalls null. Einzig Manuelle Behandlungen wurden noch verabreicht, aber auch hier gab es einen massiven Rückgang - von 2748 im Mai 2019 auf 625 im selben Monat dieses Jahres. Franz Bauer stellte deshalb fest: „Bis Ende Juni dieses Jahres ist ein rückläufiges Ergebnis von rund 51 Prozent festzustellen.“

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Inzwischen steigen die Nutzerzahlen wieder, die Therme hat wieder geöffnet. Allerdings war der Neustart ein Start in vielen kleinen Schritten. Aufgrund der staatlich festgesetzten Rahmenbedingungen öffnete zunächst die Therapieabteilung. Doch ging dieser Bereich am 21. April nicht voll in Betrieb - vorläufig fanden die Gruppenanwendungen bei der Wassergymnastik nämlich nicht statt. Das Erholungsbad mit den Außenbereichen öffnete am 19. Juni.

Noch nicht wieder mit „voller Kraft“

Damit läuft die Therme aber noch immer nicht „mit voller Kraft“. Franz Bauer erklärt: „Bis auf weiteres können die Badebereiche bzw. Thermenangebote noch nicht in vollem Umfang wie früher den Gästen zur Verfügung gestellt werden. Fehlende Dampfbad- und Whirlpoolangebote und Abstandsgebote reduzieren den gewohnten Badekomfort.“ Deshalb laufe die Wiederinbetriebnahme nur auf niedrigem Niveau von annähern 100 bis knapp 200 Badegästen pro Tag. „Trotzdem kommt die Öffnung gut an, vor allem bei Gästen mit Gesundheitseinschränkungen. Dies ist vor allem auch bei den therapeutischen Leistungen festzustellen.“

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Wie es in der Therme weitergeht, ist nicht nur eine Frage des weiteren Verlaufs der Pandemie. „Die weiteren Öffnungen hängen zum Teil von der Fertigstellung von Instandsetzungsmaßnahmen ab“, sagt der Werkleiter. „Aktuell sind die Innenbereiche des Erholungsbades wieder geöffnet. Die Sauna wird Mitte Juli wieder in Betrieb genommen.“

Risiken

  • Entwicklung:

    Die weitere Entwicklung der Besucher- und Behandlungszahlen der Limes-Therme ist von großer Unsicherheit geprägt. So ist die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen ungewiss, betont Werkleiter Franz Bauer. Auch das Besucherverhalten ist von den möglichen Ansteckungsgefahren beeinflusst.

  • Folgen:

    Die gesamtwirtschaftlichen Folgen und die Schadensbilanz der Pandemie werden sich erst bis Jahresende „einigermaßen abzeichnen“, ist Franz Bauer überzeugt. Ein weiterer Shutdown wäre für den Fortbestand und die wirtschaftlichen Auswirkungen verheerend. Einzig optimistisch stimme das gute Feedback der Gäste.

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