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Auf ein Neues im Kreistag – auch mit 70

Just zur Premiere des neuen Kreistags hatte Willi Dürr seinen runden Geburtstag. Ein Leben ohne Politik - schwer vorstellbar
Von Martina Hutzler

Seit vielen Jahren gehört Willi Dürr für die SPD dem Kelheimer Kreistag an; auch in dieser Amtsperiode leitet der 70-Jährige die Fraktion. Foto: Hutzler
Seit vielen Jahren gehört Willi Dürr für die SPD dem Kelheimer Kreistag an; auch in dieser Amtsperiode leitet der 70-Jährige die Fraktion. Foto: Hutzler

Kelheim.Zum „Runden“ zurück an die Kreistags-Arbeit: So sah für Willi Dürr sein 70. Geburtstag am Montag aus. Aber nicht das hat ihm den Jubeltag vermiest, sondern Corona, erzählt der Paintner im MZ-Interview.

Viele lassen es mit 70 ruhiger angehen – Sie packen erneut als Kreisrat und Fraktionssprecher der SPD an. Wieso?

Politik macht mir einfach Spaß, und ich freue mich, wenn ich meine Erfahrung weiter einbringen, für die Menschen da sein kann. Es wäre tatsächlich schwer für mich, das alles aufzugeben – den ganzen Tag Sport oder Gartenarbeit, das wär’ nicht das Meine…

Seit vielen Jahren gehört Willi Dürr für die SPD dem Kelheimer Kreistag an; auch in dieser Amtsperiode leitet der 70-Jährige die Fraktion. Foto: Hutzler
Seit vielen Jahren gehört Willi Dürr für die SPD dem Kelheimer Kreistag an; auch in dieser Amtsperiode leitet der 70-Jährige die Fraktion. Foto: Hutzler

Sind Sie trotzdem manchmal genervt von der politischen Arbeit?

Ich fand es zumindest sehr erstaunlich, dass die AfD mit drei Sitzen in den Kreistag kommt – ohne zu sagen, wofür sie sich eigentlich einsetzen will. Wir und alle anderen Parteien haben versucht, uns und unser Programm im Wahlkampf darzustellen. Da fragst Du Dich schon: Wofür die viele Arbeit?!

Sie sind seit Jahrzehnten SPDler, Gewerkschafter, Kommunalpolitiker – was hat oberste Priorität?

Die kommunal- und gesellschaftspolitische Aufgabe ist mir am wichtigsten: Es sollte allen Menschen halbwegs gut gehen, bei uns und weltweit.

Was wollen Sie in der nächsten Kreistags-Periode anpacken?

Mir ist wichtig, dass wir die Energiewende wieder in Schwung bringen, mit Solar- und Windenergie. Probleme erwarte ich im Landkreis durch die Krise der Auto- und Zuliefer-Industrie: Da werden Arbeitsplätze und auch Steuereinnahmen verloren gehen. Wenn die ,große’ Politik wirklich Auto-Kaufprämien beschließt, dann dürfen aber nicht wieder klassische Verbrenner gefördert werden, auf denen wir hinterher sitzenbleiben. Die Produktion muss auf alternative Antriebe umgestellt werden. Nicht unbedingt Elektro, sondern eher Wasserstoff.

Die Corona-Krise wirft auch auf das Gesundheitswesen ein neues Licht. Was erwarten Sie da?

Corona hat gezeigt, wie wichtig Kliniken in der Fläche sind – und trotzdem ist die Forderung der Bertelsmann-Stiftung, Häuser zu schließen, nicht vom Tisch: Da müssen wir als Kommunalpolitiker Druck auf unsere Landes- und Bundespolitiker ausüben! Auch beim Thema Defizite. Natürlich müssen wir die minimieren. Aber die Fallpauschalen sind kein ehrlicher Finanzierungsmodus. Wenn die nicht abgeschafft werden, werden wir unsere Krankenhäuser nicht halten können.

Für Sie selbst, als 70-Jährigen, stellt Corona ein erhöhtes Risiko dar. Wie gehen Sie damit um?

Es ist ein ungutes Gefühl. Ich bin schon vorsichtig, gewisse Einschränkungen muss man leider in Kauf nehmen: Miteinander reden geht nur auf Distanz. Am allermeisten trifft mich und meine Frau Renate, dass wir unsere zehnjährige Enkeltochter zur Zeit nur ganz wenig sehen, und nur ohne rumscherzen, rumturnen.

Selbst die Geburtstags-Gratulation für Willi Dürr durch Landrat Neumeyer war nur "auf Distanz" möglich. Foto: Hutzler
Selbst die Geburtstags-Gratulation für Willi Dürr durch Landrat Neumeyer war nur "auf Distanz" möglich. Foto: Hutzler

Geburtstag feiern fiel auch aus…

Ja, wir hätten mit 70 bis 80 Leuten feiern wollen – abgesagt. Abends im Garten mit engsten Freunden ein Pils auf Distanz, das war’s. Aber es haben an die 120 Leute angerufen. Das zeigt auch, dass man anerkannt ist. Das tut ganz gut.

In der konstituierenden Kreistagssitzung sind einige wichtige Weichen gestellt worden:

Arbeitsbeginn

Kreistag liefert sich erste Scharmützel

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