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Zukunft

Auf lange Sicht braucht VLK Anschluss

Langfristig wird sich der kleine Kelheimer „Verkehrsverbund“ nicht alleine halten können, sagt Landrat Martin Neumeyer.
Von Beate Weigert

Wie lange wird es den VLK noch eigenständig geben? Eine Frage, der sich der Landkreis früher oder später stellen müsse, so Landrat Martin Neumeyer. Foto: Weigert
Wie lange wird es den VLK noch eigenständig geben? Eine Frage, der sich der Landkreis früher oder später stellen müsse, so Landrat Martin Neumeyer. Foto: Weigert

Kelheim.Noch hat der Kreis Kelheim seinen eigenen „Verkehrsverbund“, den VLK. Ausgesprochen steht das für Verkehrsgemeinschaft Landkreis Kelheim. Seit 1996 sind darin alle Busunternehmen im Landkreis zusammengeschlossen. Ob das auf lange Sicht so bleibt, sei fraglich, sagten Landrat Martin Neumeyer und Kreis-ÖPNV-Sachgebietsleiter Stefan Grüttner bei der jüngsten ÖPNV-Kreisausschuss-Sitzung.

Die Staatsregierung wolle, dass sich die Verkehrsverbünde verdichteten. Dafür wolle der Freistaat auch Geld in die Hand nehmen. Blickt man auf die Karte, so ist der VLK umgeben von einer Reihe anderer Verbünde, dem RVV im Nordosten, dem VGN im Nordwesten, dem VGI im Westen, dem MVV im Süden und dem LAVV im Südosten. Gegenüber den „Großen“ - insbesondere RVV und MVV - sei man als VLK schwach, so Neumeyer.

„So lange es geht, aufhalten“

Mittel- bis langfristig werde man sich Gedanken machen müssen, in welche Richtung man tendiere. Doch die Interessen sind je nach geografischer Lage verschieden, betonte unter anderem SLU-Kreisrat Dr. Andreas Fischer. Auch Kreisratskollegen anderer Parteien warben dafür, einen Anschluss „so lange es geht, aufzuhalten“. Landrat Neumeyer verwies darauf, dass man bereits jetzt von allen Seiten abhängig sei. Noch sei die Überlegung ganz am Anfang. Doch irgendwann werde man sich die Frage stellen müssen, „wie wollen wir uns als Landkreis positionieren“.

Mehr Aufgaben, mehr Kosten

Auch der Kreis-ÖPNV-Haushalt für 2020 wurde einstimmig genehmigt. Er lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Wir haben eine Verfünffachung der Einnahmen, aber auch eine Verdoppelung der Kosten.“ Auf der Einnahmenseite werden 1,957 Millionen Euro veranschlagt, auf der Ausgabenseite 3,794 Millionen Euro. Das hängt hauptsächlich mit zwei neuen Projekten zusammen: dem Rufbus in Kelheim und dem Modell-Projekt „autonomes Fahren“. Einiges im Haushalt, insbesondere beim autonomen Verkehr, zahlt der Kreis (mit). So kosten die neuen autonomen E-Mini-Gefährte 1,1 Millionen Euro. Deren Anschaffung allerdings vom Freistaat zu 80 Prozent gefordert werde. Für fünf Operatoren (2,5 Vollzeit-Stellen), ohne die die E-Busse nicht rollen können, sind knapp 300.000 Euro vorgesehen. Anderes, bezüglich Rufbus, schlägt sich bei Einnahmen wie Ausgaben zwar im Kreis-Haushalt nieder, werde aber „1:1“ an die Stadt Kelheim weitergegeben, erläuterte Grüttner.

Auch mit dem Haushalt 2020 beschäftigte sich der Ausschuss. Foto: Weigert
Auch mit dem Haushalt 2020 beschäftigte sich der Ausschuss. Foto: Weigert

SPD-Kreisrat Willi Dürr hatte im März einen Antrag zur Verbesserung der Taktung der Donautalbahn zwischen Neustadt und Gundelshausen gestellt. Vieles habe sich seither gebessert, so Landrat Neumeyer. Man habe ausgebessert, was ging. Grundproblem bleibe, dass man als Landkreis die Eingleisigkeit der Strecke nicht ändern könne, sagte Grüttner. Über die zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb gehenden abendlichen Angebotsausweitungen hianus werden wohl erst ab Dezember 2022 Betriebszeiten erweitert. Ebenso sei es dann beabsichtigt, zusätzliche Züge zu den Berufsverkehrszeiten anzubieten.

Auch für 2018 beantragte der Landkreis eine ÖPNV-Zuweisung. Knapp 361.000 Euro hatte er erhalten. Diese wird zu einem Teil an Kommunen mit ÖPNV weitergegeben. Anteilig nach dem Prozentsatz, der dem Kreis bei der Berechnung seiner Zuweisung zuerkannt wurde. Das waren 2018 37,19 Prozent. Die Gemeinden Abensberg, Bad Abbach, Essing, Kelheim, Langquaid, Mainburg, Neustadt, Riedenburg, Saal und Siegenburg erhalten zusammen knapp 14.000 Euro.

Regional- und Rufbus sind gefragt

Zu den Regional- und Umwelttagen in Kelheim machte die Stabsstelle ÖPNV eine Umfrage. Bei der 125 Fragebögen zurückkamen. Das sei zwar nicht repräsentativ, so Grüttner. Ein Teil der Ergebnisse: Der Großteil der Befragten stammt aus dem ländlichen Raum. Größte ÖPNV-Kritik: „Der Bus fährt zu selten.“ Fast die Hälfte würde gerne öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um die Umwelt zu schützen. Das beliebteste Verkehrsmittel: Regionalbus, gefolgt von Rufbus und Car-Sharing; Aktuell fährt der Großteil mit dem Auto; Ein kostenloses ÖPNV-Ticket würde fast 80 Prozent der Befragten die Nutzung des ÖPNV schmackhaft machen.

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WLAN im Bus

  • Ausrüstung:

    Bis 30. November 2019 werden alle 30 öffentlichen Busse mit Bayern-WLAN ausgerüstet sein. Damit können Fahrgäste gratis surfen, chatten oder posten.

  • Kosten:

    Die Hardware kostete etwas mehr als 48.000 Euro, für 20 Busse gab es Födergelder in Höhe von 40.000 Euro. Künftig werden laut ÖPNV-Sachgebietsleiter Stefan Grüttner jährliche, laufende Kosten von knapp 11.000 Euro zu Buche schlagen.

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