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Wasser-Sicherheit

Aufbereiten, ausweichen, zusammenhelfen

Die Wasserversorger für den Kreis Kelheim müssen sich anstrengen, damit sie Versorgungssicherheit gewährleisten können.
Von Martina Hutzler

Kelheim.Trinkwasser muss hierzulande strenge Grenzwerte einhalten. Das wäre nicht immer gewährleistet, wenn die Versorger einfach ins Leitungsnetz schicken, was sie aus der Tiefe holen. Denn dieses Rohwasser ist auch im Kreis Kelheim, immer öfter belastet.

Kurz- und mittelfristig reagieren Versorger bei einer Belastung des Rohwassers – mit Nitrat oder Pflanzenschutzmitteln – technisch: indem sie Wasser aus verschiedenen Fassungen mischen und/oder es reinigen.

Dieses Modell zeigt, wie ein Aktivkohle-Filter aussieht.
Dieses Modell zeigt, wie ein Aktivkohle-Filter aussieht.

Aktivkohle-Filter zum Beispiel holen v.a. organische Verunreinigungen, Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel heraus.

Mit Ultrafiltrationsanlagen können Trübstoffe entfernt werden. Bestrahlung mit UV-Licht dient (meist vorbeugend) der Entkeimung.

Verlagerung

Hochbelastete Brunnen und Quellen werden aber auch stillgelegt: Im Kreis Kelheim wurden es in den vergangenen Jahren sechs Wasserfassungen aufgegeben. Die Stadtwerke Kelheim etwa haben einen belasteten Brunnen in Weltenburg stillgelegt. Wer ausweichen kann, verlagert die Gewinnung in große Waldgebiete. So hat der Siegenburger Verband seit 2015 seine Förderung komplett in den Dürnbucher Forst verlagert.

Zusammenarbeit

Wichtig für die sichere Versorgung ist nicht nur die Qualität des gelieferten Wassers. Wichtig ist auch, dass ein Wasserversorgungsunternehmen im Notfall Ausweichmöglichkeiten hat. Daran mangelt es gerade kleinen Versorgern (die oft im Gegenzug niedrige Wasserpreise haben). Die „Wasserversorgungsbilanz Niederbayern“ rät allen Versorgern, die nur eine einzige Wasserfassung/-gewinnungsanlage betreiben, zum Aufstocken: zum Beispiel, indem sie eigene neue Quellen erschließen, Notverbünde mit anderen Versorgern eingehen oder sich gar anderen Versorgern anschließen.

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Eine Frage der Definition

  • Grundwasser

    Niederschlagswasser sickert in den Boden und das darunterliegende Gestein ein. Sobald es die darin vorhandenen Hohlräume zusammenhängend füllt, spricht man von Grundwasser.

  • Trinkwasser

    Mit Ausnahme der Talsperre Frauenau (Oberflächenwasser) wird Niederbayerns Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen. Dazu wird aus Brunnen und Quellen Rohwasser gewonnen. Je nach dessen Beschaffenheit wird es aufbereitet, um die Qualitätsvorgaben der Trinkwasser-Verordnung zu erfüllen.

  • Versorgungsstruktur

    Lieferanten unseres Trinkwassers sind Kommunen, Wasserzweckverbände und Stadtwerke, allgemein als Wasserversorgungsunternehmen bezeichnet. Im Kreis Kelheim gibt es 15 WVUs, die selbst Grundwasser fördern und aufbereiten.

  • Begriffe

    Gewonnen wird das Rohwasser an Wasserfassungen, also Brunnen und Quellen. Ein oder mehrere Brunnen/Quellen, die ein zusammenhängenden Grundwasservorkommen nutzen, bilden die Wassergewinnungsanlage. Als Wasserversorgungsanlage bezeichnet man ein komplettes System aus Förderung, Speicherung, Transport und Verteilung von Wasser. Große WVUs haben oft mehrere solcher selbständiger Systeme. (hu)

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