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Gemeinderat

Aus für Lindenstraße-Nord

Der neue Bebauungsplan wurde abgelehnt. Die Entscheidung fiel manchen Räten auch nach längerer Diskussion nicht leicht.
Von Renate Beck

Lindenstraße-Nord: Der Bebauungsplan wurde zu den Akten gelegt. Foto: Beck
Lindenstraße-Nord: Der Bebauungsplan wurde zu den Akten gelegt. Foto: Beck

Ihrlerstein. Der Bebauungsplan „Lindenstraße-Nord“ spaltete das Gremium in der jüngsten Gemeinderatsitzung parteiunabhängig in zwei Lager. Entlang dieser Lindenstraße stehen bereits Häuser in unterschiedlichen Bauweisen. Einen rechtsgültigen Bebauungsplan dazu gab es bisher nicht. Einer der Grundstückseigentümer würde gerne sein Grundstück in der Baulücke im Außenbereich bebauen und dafür auf eigene Kosten einen Bebauungsplan aufstellen lassen.

Die Baulücken wurden beim aktuellen Straßenbau bereits vorsorglich mit erschlossen. Nun aber hat das Landratsamt laut Bürgermeister Josef Häckl die Rechtsauffassung geändert. Nicht nur ein Lärmschutzgutachten muss vorgelegt werden; das Amt fordert, die angrenzenden freien Flurnummern als Abrundung mit in den Plan aufzunehmen. Bei einer Vorbesprechung mit den Fachstellen wurde in Aussicht gestellt, diese Maßnahme als 13 b-Verfahren durchzuführen. Vier Plätze sind dazu erforderlich. Ausgleichsflächen sind dabei nicht auszuweisen. Der bisherige Entwurf müsste überarbeitet und den Gemeinderäten zur Kenntnisnahme und Abstimmung vorgelegt werden. Soweit allerdings kam es nicht.

6:9-Abstimmung

Mit sechs Für- und neun Gegenstimmen wurde dieser Beschlussvorschlag abgelehnt. „Das ist das Aus für diesen Bebauungsplan“ bedauerte der Bürgermeister. Das heißt für die Anlieger aber auch: „Drei Zahler weniger bei der Abrechnung der Lindenstraße.“ Ob der eine Grundstückseigentümer sein Haus darauf stellen kann, sei abzuklären.

Auch der Bebauungsplan „Meisenweg“ stand auf der Tagesordnung. 28 Grundstücke sind dort derzeit noch unbebaut. Einer der Baubewerber reichte einen Antrag auf Änderung des Planes in eine E+1-Bauweise (Erdgeschoss und ausgebautes Dachgeschoss) ein. Wie bisher üblich wurde bereits auch für diese Planänderung eine Einzelfallentscheidung getroffen.

Das Landratsamt hat diesen Bauantrag nun abgelehnt. Nach einigen Besprechungen mit der Fachstelle diskutierte das Gremium über die weitere Vorgehensweise. Da von amtlicher Seite eine Änderung des Deckblattes gefordert wird, stimmte dem der Ihrlersteiner Rat mit zwei Gegenstimmen zu.

Zum Starkregenereignis in Sausthal gab Bürgermeister Häckl Infos über den derzeitigen Sachstand. In der Juni-Sitzung wurde beschlossen, betroffene Bürger in Einzelfällen zu unterstützen. Der Hauptgeschädigte wies nun Kosten über rund 1350 Euro nach.

Da das Ereignis nicht voraussehbar war und der Ihrlersteiner Ortsteil bisher von solchen Wassermassen verschont geblieben war, beschloss der Rat trotz sechs Gegenstimmen, diese Summe komplett zu begleichen. Häckl gab auch einen Einblick in die Kosten der Grabenreinigung und der Instandsetzung des weggeschwemmten Banketts an der Straße Richtung Essing, der Gemeindeverbindungsstraße Sausthal, der Pumpe beim Wäscherhartl sowie der Spülung der Abwasserkanäle, des Pumpwerks und des Oberflächenkanals. Deren Rechnungssumme in Höhe von 13 500 Euro hat die Gemeinde zu tragen. Wie der Gemeindechef mitteilte, liegt das Angebot über die Neubeschaffung des Pumpwerks Sausthal noch nicht vor. Dessen Kosten, die Bauhofkosten und die Einsatzkosten der Feuerwehr seien in seiner Ausführung noch nicht berücksichtigt.

Hohe Kosten

Da Überschwemmungen in dieser Größenordnung generell nicht mehr auszuschließen seien, appelliert der Gemeinderat an alle Bürger, eine Elementarversicherung abzuschließen. Für den Brandler Zwergerlgarten konnten die Aufträge alle einstimmig an die mindestfordernden Firmen vergeben werden. „Sobald wir den Förderbescheid schriftlich in Händen haben, können sie mit ihren Arbeiten beginnen“ verkündete Josef Häckl.

Auch Sanierungsarbeiten an der Jakob-Ihrler-Schule (WC, Türen zwischen Aula und Lichthof, Sicherungskästen, Decken- und Malerarbeiten) wurden einstimmig vergeben. Sie sollen gleich zu Ferienbeginn starten und zum Schulanfang abgeschlossen sein.

Weitere Berichte aus Ihrlerstein finden Sie hier.

Aus für Lindenstraße-Nord

  • Bauverzögerung:

    Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurde laut Bürgermeister Josef Häckl der Ausbau der Staatsstraße 2233 behandelt.

  • Unstimmigkeiten:

    Aufgrund Unstimmigkeiten wegen des Grunderwerbs zwischen dem künftigen Betreiber des Verbrauchermarktes und dem Staatlichen Bauamt verzögert sich der Baubeginn auf dem geplanten Gelände vor der Jakob-Ihrler-Schule erneut.

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