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Landwirtschaft

Bauern hoffen auf gute Ernte

Beim Blick auf die trockenen Böden wird der Optimismus gedämpft. Ein Minus bei Getreide und Raps wird erwartet.
Von Helga Gebendorfer

Die Getreideernte wird in der Region recht unterschiedlich ausfallen.foto: picture alliance / Uwe Anspach
Die Getreideernte wird in der Region recht unterschiedlich ausfallen.foto: picture alliance / Uwe Anspach

Riedenburg.Insgesamt wird es in Niederbayern eine durchschnittliche Ernte geben. Das ist das Fazit vom Erntepressegespräch vom Bauernverband Bezirk Niederbayern auf dem Betrieb von Robert Schöls, dem stellvertretendem Kreisobmann, in Frauenberghausen. Traditionell lädt der BBV-Bezirksverband in der Erntezeit in Regionen Niederbayerns zum Pressegespräch. Dieses Jahr war Treff in der Juragegend im nordöstlichen Landkreis Kelheim.

„Pauschal kann keine Aussage gemacht werden, weil es regional sehr unterschiedlich ist“, fasste BBV-Präsident Gerhard Stadler zusammen. So kam es nach dem extremen Trockenjahr 2018 teilweise zu starken, aber willkommenen Schneefällen. Allerdings konnte der Boden über die kalte Jahreszeit seine Wasservorräte nicht genügend auffüllen. Es folgten erneut unterdurchschnittliche Niederschläge im Frühjahr. Nach guten Aussaatbedingungen schlossen sich ein zu kalter Mai und ein heißer und zu trockener Juni an. Während sich einige Landwirte über gute Erträge freuen können, treibt anderen der Blick auf ihre zu trockenen Böden und schwachen bestände eine Sorgenfalte ins Gesicht. Grund dafür sind die lokal sehr unterschiedlich ausgefallenen Niederschläge.

Regen wäre notwendig

Heuer wird weniger Weizen geerntet: (v.l.) BBV-Präsident Gerhard Stadler, Robert Schöls und Irene Waas ziehen Bilanz. Foto: Helga Gebendorfer
Heuer wird weniger Weizen geerntet: (v.l.) BBV-Präsident Gerhard Stadler, Robert Schöls und Irene Waas ziehen Bilanz. Foto: Helga Gebendorfer

Die extreme Trockenheit hinterlässt Ernteeinbußen bei Getreide und Raps. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln haben noch Zeit zum Wachsen, allerdings brauchen sie dafür Wasser. Während beim Grünland der erste Schnitt noch gut ausfiel und der zweite Schnitt brauchbar war, fällt der dritte Schnitt zum Teil aus. „Das heißt, es wird für die Betriebe noch schwieriger, Futter für den Winter zu gewinnen. Hinzu kommt, dass bereits im letzten Jahr vielfach die vorhandenen Vorräte aufgebraucht wurden“, kommentierte der BBV-Präsident. Große Sorge bereitete ihm auch der Wald, der dringend Niederschläge zum Auffüllen der Wasservorräte bräuchte. Zu beklagen ist, dass die Bäume inzwischen kaum noch Abwehrkräfte gegen den massiven Borkenkäferbefall haben.

Die Gründe

  • Rekordhitze: Teils große Trockenheit bestimmt den Sommer auch in diesem Jahr. Der Hopfen verträgt Hitze ganz schlecht. Das hat die Erträge weggenommen.

  • Niederschläge: Nur wenige Landwirte können sich über gute Erträge freuen, die meisten werden mit Einbußen zu rechnen haben. Grund dafür sind die lokal sehr unterschiedlich ausgefallenen Niederschläge.

Robert Schöls bewirtschaftet mit seiner Frau Daniela und seinen Eltern einen 100 ha Ackerbaubetrieb sowie 33 ha Wald und setzt auf 1150 Schweinemastplätze. „Heuer gibt es quer über alle Kulturen Ernteeinbußen von 20 Prozent gegenüber einem Normaljahr“, berichtete er. Die Ursachen: schlechte Standorte, heiße Witterung und zu wenig Niederschläge. „Die Braugerste brachte nur knapp unterdurchschnittliche Erträge – jedoch mit sehr guten Eiweißgehalten“, informierte der Betriebsleiter weiter.

Der Hopfen musste unter der Hitze leiden

Schöls begrüßte, dass hier die Erzeugergemeinschaft gut aufgestellt ist, so dass dieses Jahr aufgrund von vernünftigen Vorvertragspreisen die Vermarktungsmöglichkeiten relativ gut waren. Positiv wirkt sich nach seiner Auskunft auf jeden Fall die fünfgliedrige Fruchtfolge aus, seit fünf Jahren auf seinem Betrieb praktiziert wird „Wir bauen aktuell zehn Prozent Erbsen an – zur Erweiterung der Fruchtfolge und Verwertung in der Schweinemast, wodurch 30 Prozent Sojaschrot eingespart werden können“, erklärte er.

„Der Hopfen verträgt Hitze ganz schlecht. Das hat ihm ziemlich weh getan und Ertrag weggenommen“

Martin Mitermeier, Hopfenpflanzer

„Der Hopfen verträgt Hitze ganz schlecht. Das hat ihm ziemlich weh getan und Ertrag weggenommen“, erklärte der stellvertretende Kreisobmann und Hopfenpflanzer Martin Mittermeier. Derzeit stehen die Bestände gut, aber die Pflanzen brauchen im Moment zur Blüte reichlich Wasser. „Es kommt also darauf an, wie es mit der Witterung weiter geht. Aber es besteht vor allem bei den späten Sorten durchaus die Chance, noch etwas rauszuholen“, meinte er.

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