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Bestattung

Baumgräber in Bad Abbach

Das neue Konzept für die beiden Friedhöfe interessierte viele Besucher. Die Umgestaltung könnte 2020 beginnen.
Von Gabi Hueber-Lutz

Der Geländestreifen hinter der Nikolaus-Kirche soll für Baumgräber genutzt werden und mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Foto: Gabi Hueber-Lutz
Der Geländestreifen hinter der Nikolaus-Kirche soll für Baumgräber genutzt werden und mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach.Weit über hundert Bürger waren am Mittwoch, 10. Juli, in den Kursaal gekommen, um sich das neue Konzept für die beiden Bad Abbacher Friedhöfe vorstellen zu lassen. Grundsätzliche Einwände wurden wenig erhoben, aber viele Detailfragen taten sich nach dem Vortrag von Tobias Weiher vom gleichnamigen Büro für Friedhofsentwicklung und Landschaftsarchitektin Susanne Weißenborn auf.

„Friedhof 2050“ heißt das Konzept, und wie berichtet sollen sowohl der obere als auch der untere Friedhof umgestaltet werden. Dafür ist eine Spanne von Jahrzehnten nötig. Etliche Punkte könnten aber bereits im nächsten Jahr begonnen werden. Ganz klar war die Botschaft an die Grabbesitzer, dass nichts gegen den Willen der Angehörigen geschieht: „Sie können Ihr Grab verlängern, so lange Sie wünschen“, versicherte Weiher. Beide Konzepte sehen in ihren Grundlinien vor, die Aufenthaltsqualität auf den Friedhöfen zu verbessern, sie behindertengerecht zu gestalten und auf künftige Bestattungsformen vorbereitet zu sein.

Bereits im nächsten Jahr könnte man beim Friedhof an der Raiffeisenstraße damit beginnen, Baumgräber anzulegen. Sarggräber sollen künftig nur mehr im Erweiterungsbereich östlich des bestehenden Friedhofs vergeben werden. Auch mit der Gestaltung der drei dafür vorgesehenen Grabfelder könnte man bereits beginnen. Ebenso mit der Umgestaltung des vorderen Bereichs bei der Leichenhalle.

Schneller Beginn möglich

Beim Friedhof bei der Pfarrkirche St. Nikolaus könnte man mit der Umgestaltung des Bereichs hinter dem Friedhof beginnen. Aufgrund des alten Baumbestands an der Peripherie sei hier ein Bereich für Baumbestattungen denkbar. Dazu müssten das Gehölz ausgelichtet und Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Um den Eingangsbereich umgestalten zu können, sollen die Sarggräber hier langsam auslaufen. Ganz wichtig wäre die Schaffung einer öffentlichen Toilette.

Gebühren

  • Grundsätzliches: Die Gemeinde ist angehalten, ihre Friedhöfe gebührendeckend zu betreiben.

  • Kosten: Gärtnergepflegte Flächen für mehrere Gräber oder Friedhaine werden höhere Kosten für die Angehörigen mit sich bringen. Nehme man aber ein Erdgrab samt der Kosten für Stein und nachfolgende Pflege, sei der Unterschied nicht groß, rechnete Friedhofsexperte Tobias Weiher vor. (lhl)

Für beide Friedhöfe soll auch die Umgestaltung der Abfallentsorgung zeitnah angegangen werden. Nicht besonders einverstanden waren manche Besucher mit dem Plan, in der Nähe der Gräber Bäume zu pflanzen. Das Thema Gräber und Laub ist heikel. Eine Bürgerin sagte, dass am alten Friedhof Gräber auch deswegen aufgelöst würden, weil das viele Laub der umstehenden Bäume so störend sei. Sie erhielt großen Applaus für diesen Einwand.

Von Bäumen nicht nur am Rand, sondern auch innerhalb der Friedhöfe mochte Weiher nicht abrücken. Allerdings betonte er: „Wir müssen gezielt die richtigen Bäume an die richtige Stelle pflanzen.“ Eine Frau sprach die vielen Kiesflächen am unteren Friedhof an. Es sei ein „Unding für die Friedhofsgärtner, die sauber zu halten.“ Sie plane, ein Familiengrab in einem solchen Bereich umzuwandeln, wollte aber wissen, ob hier dann Grasflächen entstehen. Ja, meinte Weiher, die Kiesflächen sollen teilweise begrünt werden, und ein Grab könne man schrittweise umwandeln.

Alte Grabsteine erhalten

Gerade am alten Bad Abbacher Friedhof am Berg gibt es etliche Grabstätten, die als historisch zu bezeichnen sind. Sollten solche Grabstätten aufgelöst werden, bat Weiher die Angehörigen, sich in jedem Fall mit der Gemeinde in Verbindung zu setzen und die Grabsteine keinesfalls zu entfernen.

Sollen die Baumgräber in einer echten Wiese liegen oder in „geschlecktem Rasen“?, lautete eine andere Frage. Auch hier gebe es viele Gestaltungsmöglichkeiten und keine Grenzen, so die Antwort. Keine Einschränkungen sollte es für Kindergräber geben. „Ich hätte gerne einen separaten Bereich mit allen Gestaltungsmöglichkeiten“, sagte Weiher.

Die nächsten Schritte einzuleiten, liegt nun bei der Gemeinde. Er sei zuversichtlich, dass zeitnah sichtbare Verbesserungen gemacht werden, sagte Weiher. Es werde hoffentlich im nächsten Jahr losgehen, meinte stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika. Teile dieses Konzepts könne man schnell umstellen, bei anderen sei man auf die Begleitung durch die Friedhofsexperten angewiesen.

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