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Wohnen

Bauplan der Zukunft made in Niederbayern

Weichen für das Projekt „Wohnen der Zukunft im ländlichen Raum“ sind gestellt. Damit fällt im Kreis Kelheim der Startschuss.
Von Edith Vetter

Die Projektbeteiligten zeigen ein Modell der alten Baumwollspinnerei, die zur Wohnoase wurde. Foto: Vetter
Die Projektbeteiligten zeigen ein Modell der alten Baumwollspinnerei, die zur Wohnoase wurde. Foto: Vetter

Langquaid.Lebensqualität im ländlichen Raum wird oft getragen von Initiativen und unterstützt durch Förderprogramme. Soziale Vielfalt, Belebung der Innenstädte, zukunftsfähige Verkehrskonzepte, Teilhabe älterer Menschen, all das sind brisante Themen, für die nach Lösungen gesucht werden muss.

Zukunft liegt im ländlichen Raum

Die Weichen für das Modellprojekt „Wohnen der Zukunft im ländlichen Raum“ wurden kürzlich mit den Projektbeteiligten gestellt mit dem Ziel, den Bauplan der Zukunft zu erarbeiten. Zu einem ersten Treffen am „Alten Bahnhof“ kamen Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, Marion Schwenzel, Bürgermeisterin von Wildenberg, Landrat Martin Neumeyer, Dr. Christian Thurmaier, Amt für ländliche Entwicklung, Professor Wolfgang Roßbauer, Architektur-Gastprofessor der TU München und Betreuer des Projekts, sowie TU-Architekt Mauritz Lüps zusammen. Die Beteiligten waren sich einig, dass die Zukunft im ländlichen Raum liege. Ländliche Räume haben angesichts ihrer vielfältigen Bildungs-, Arbeits-, Wohn- und Freizeitmöglichkeiten eine hohe Anziehungskraft auf junge Erwachsene. Es ist alles da: Ressourcen, Natur, Charakter. „Das wollen wir zusammen mit den Studenten schärfen und sichtbar machen“, sagte Architekt Lüps. Wichtig sei, dass die Studierenden unbefangen auf die beiden Projekt-Orte Langquaid und Wildenberg schauen könnten bei den Ortsbesuchen Ende Oktober. „Die Studierenden sollen ruhig etwas ausprobieren und dabei völlig frei denken, nur so kommt man weiter. Man muss sich etwas trauen“, ergänzte Blascheck. Wichtig sei, dass die Leute sich einbringen und ihre Ideen und Vorstellungen den Studierenden zutragen, denn spannende Ideen entstünden nicht im luftleeren Raum, betonte Professor Roßbauer. „Die Kreativität der Studenten wird von den Menschen vor Ort gefüttert.“ Ein Reallabor der Zukunft solle es werden. Denn in guter Architektur mache es Spaß zu leben.

Zitate von Beteiligten

  • Landrat Martin Neumeyer:

    Es sei gut, dass hierzu auch neue Mobilitätsformen mit angedacht werden, die der Landkreis auch fördern wolle. Der ländliche Raum habe enormes Potenzial.

  • Dr. Christian Thurmaier, Amt für ländliche Entwicklung:

    „Wir haben in einigen Gemeinden einen Vitalitätscheck gemacht. Das Projekt passt daher wie die Faust aufs Auge zu den Strategien des ALE.“

  • Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck:

    „Wir arbeiten in Langquaid daran, die Zugverbindung nach Regensburg wieder zu beleben und damit neue Verbindungsmöglichkeiten anzubieten.“

Beim anschließenden Rundgang wurden explizit leerstehende Industriebauten besichtigt, die für Industrie- oder Lagernutzung gebaut wurden. Mit geschickten Ideen könnten hier neue Wohnformen entstehen. Generationenübergreifende, durchmischte Raumideen, die mehr Flexibilität für die noch unbekannten Wohnformen der Zukunft zulassen. Häuser mit Charakter an Orten, wo niemand daran gedacht habe, dass hier etwas Lebenswertes entstehen könnte.

Orte für Gemeinschaft und Begegnung

Diese neuen Wohnformen sollen in Synergie mit anderen Nutzungen stehen, wie Atelier- oder Arbeitsräume, Orte für Gemeinschaft und Begegnung sowie – bestenfalls – mit neuem Verhältnis zur Natur, erklärte Roßbauer. Mit dem Modellprojekt erhofft sich Marion Schwenzel die Stärkung des dörflichen Charakters wie beispielsweise durch den Bau von Mehrgenerationen-Häusern. „Die ältere Generation will nicht immer ins Altenheim.“

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