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Dienstag, 24. April 2018 22° 3

Jahresversammlung

Bayern-Fans mit großem Herz

Der Fanclub D’ Feckinger ist nicht nur ein Haufen fußballbegeisterter Gleichgesinnter, sondern eine große Familie.
Von Roland Kugler

Der Vorstand (v. l. n. r.): Roland Hämmerl, Matthias Rieger, Jürgen Berger, Nadine Hofer Foto: Kugler

Mitterfecking.An manchen Orten scheint die Zeit glücklicherweise langsamer zu vergehen. Das Stammlokal Zeller des Bayern Fanclubs in Mitterfecking ist noch ein echtes Wirtshaus. Eins wie es früher in jedem Dorf gab, und die man heute suchen muss, weil sie immer mehr aussterben. Zur Jahresversammlung des Vereins D‘ Feckinger sind die Gaststube und das Nebenzimmer voll bis zum letzten Platz.

Die Stimmung ist bestens, man kennt sich, ist befreundet und freut sich zusammen zu kommen. „Wir legen viel Wert auf das Familiäre“, sagt der Vorsitzende Jürgen Berger. „Ob Kleinkind, Rollstuhlfahrer oder über 80-Jährige, bei uns ist alles dabei.“ So fahren sie auch zu den Fußballspielen ihres Lieblingsvereins, feiern Feste oder besuchen Veranstaltungen anderer Vereine. Und sind auch dabei, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Bei ihrer jährlichen Versteigerung kommt immer ein stattlicher Erlös zusammen, ebenso wenn sie einen Stand betreiben. Beim Glühweinverkauf am Weihnachtsmarkt waren es über 800 Euro, „die haben wir auf 1000 aufgerundet und für eine gute Sache gespendet“, berichtet Berger.

Personen werden unterstützt

Der Betrag ging an die am Rett-Syndrom erkrankte Miriam aus Riedenburg, die Spende davor an ein Schicksal aus dem Nachbardorf. „Wir spenden lieber gezielt für eine Person, als an eine große Organisation“, erklärt der Vorsitzende die Philosophie des Vereins. Der auch nicht mit Kritik spart, wenn es angebracht ist, zum Beispiel, was die Ticketpreise im Fußball betrifft. „Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wenn du für ein Champions-League-Vorrundenspiel 60 oder 80 Euro bezahlst“, sagt der zweite Vorsitzende Roland Hämmerl. „Wenn du mit der Familie hingehst, kostet ein Abend einen Kurzurlaub.“

Früher war Hämmerl ein echter Groundhopper, einer der seinen Verein zu Spielen durch ganz Europa begleitet hat. „Mit dem Alter wird man etwas ruhiger“, sagt er, steht aber wie alle anderen Fans immer voll hinter seiner Mannschaft. Auch die Zuteilung von Karten für wichtige Spiele lasse oft zu wünschen übrig, bemängeln die Vorsitzenden. Ansonsten sind sie sehr zufrieden. Ihr Fanclub besteht erst seit 2012, hat aber mittlerweile 235 Mitglieder. Ein Drittel davon ist heute versammelt, da kann mancher Verein nur davon träumen. Das zeigt auch die anschließende Wahl: beide Vorsitzende wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Ebenso Nadine Hofer als Kassiererin und Matthias Rieger als Schriftführer.

Ein Mitglied aus Belgrad

Nicht nur aus Mitter-, Ober- und Peterfecking – deshalb der Name D’ Feckinger – kommen die Bayern-Fans mittlerweile, sondern bis hinter Regensburg. „Unser weitestes Mitglied lebt in Belgrad“, so Hämmerl. „Es ist ein Verwandter eines Ortsansässigen und auch bei einem Spiel mit dabei gewesen.“ Fußball verbindet also, noch immer, sogar über Grenzen hinweg.

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