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Glücksspiel-Verbot

Beim Watten schaut der Staat mit in die Karten

Vorm Dorfturnier bekam der FC Train Behördenpost – Besuch von der Polizei blieb ihm dann gerade noch erspart.

landkreis.Watten, bis die Polizei kommt? Das wollte der FC Train unlängst doch lieber vermeiden und hat daher sein Watt-Turnier kurzfristig abgesagt. Mit Bedauern freilich, denn da gehe ein Stück Vereins- und Dorftradition verloren, meint FC-Vorsitzender Josef Limmer. Und dass dieses Turnier seine Mitbewohner ins Verderben der Glücksspiel-Sucht geführt hätte, mag Limmer auch nicht so recht glauben. Aber er musste lernen, dass die Bedingungen, zu denen der FC Train das Turnier veranstalten wollte, die Einstufung „verbotenes Glücksspiel“ zur Folge gehabt hätten. Und dafür droht Vater Staat den Veranstaltern immerhin bis zu zwei Jahre Gefängnis an.

So weit wär’s bei den FClern sicher nicht gekommen. Aber ihre Ankündigung des Turniers, auch via MZ, rief doch die Behörden auf den Plan, berichtet Josef Limmer: Das Landratsamt informierte die Gemeinde; die wiederum machte dem FC-Chef klar, dass bei einer Durchführung des Turniers wie angekündigt die Mainburger Polizei anrücken müsste.

Einerseits, so Limmer, sei ihm ja der Hinweis im Vorfeld entschieden lieber gewesen als ein Polizeibesuch beim Turnier – wenngleich es für den Behörden-Vorschlag, die Turnier-Modalitäten noch kurzfristig zu „legalisieren“, zu spät gewesen sei. Andererseits tut es ihm um das Turnier leid, bei dem der Verein auf 80 bis 100 Teilnehmer gehofft hätte: Für die Spieler wären’s vergnügliche Stunden geworden, die Sportler hätten die Teilnahmegebühr gut für Vereinszwecke brauchen können; beispielsweise wären neue Jugend-Dresses nötig.

Doch genau die Teilnahmegebühr war für die Glücksspielwächter am Landratsamt ein Signal. Denn dieses „Entgelt für den Erwerb einer Gewinnchance“ wertet der Staatsvertrag als ein Kennzeichen von Glücksspielen.

Damit ist automatisch klar, dass ein solches Wattturnier bei den Behörden vorab angezeigt werden muss. Ob ein Turnier wie das in Train geplante aber trotzdem – laut Strafgesetzbuch – verboten ist, hängt davon ab, welchen Einsatz die Mitspieler leisten müssen und auf welche Gewinne sie hoffen dürfen, schildert Landratsamts-Sprecherin Sonja Endl.

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