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Lebensende

Beistand für Sterbende und Trauernde

Zuwendung bis zuletzt für schwerstkranke Menschen bietet der Hospizverein im Kreis Kelheim . Und er hilft Hinterbliebenen.

Trauer ist wie eine Pfütze, in die man hineinplatscht. Aber man kann auch wieder daraus herausspringen. Foto: Maria Wiederseiner
Trauer ist wie eine Pfütze, in die man hineinplatscht. Aber man kann auch wieder daraus herausspringen. Foto: Maria Wiederseiner

Kelheim. Menschen jeden Alters, vom Kind bis zum Greis, benötigen in der letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung. Darauf weist der Hospizverein Kelheim in einer Mitteilung hin. Der Verein unterstützt im ganzen Landkreis ehrenamtlich schwerstkranke und sterbenden Menschen: „Um die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten: dafür sind wir da.“ Das hilft gleichzeitig den Angehörigen, Freunden, Nahestehenden.

Zeit ist das Wichtigste, das eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter des Hospizvereins mitbringt, zum Beispiel bei wöchentlichen Besuchen. Nach dem ersten Kennenlernen sind es meist Gespräche über Gott und die Welt, die geführt werden. „Über Tod und Streben sprechen wir auch, aber nur wenn es gewünscht ist. Ist es noch möglich gehen wir gemeinsam spazieren, lesen wir vor oder spielen auch mal“, schildert Annette Bauer.

Bauer ist hauptamtliche Koordinatorin des Hospizvereins und stellt den ersten Kontakt zwischen dem Schwerkranken und den Ehrenamtlern her. Letztere haben allesamt eine qualifizierte Ausbildung absolviert und eine Schweigepflichtserklärung unterschrieben. Die Hospizhelferinnen und -helfer verstehen sich als Teil eines Netzwerks, das Hausarzt, Pflegedienste, Angehörige bilden.

Trauernde Menschen – jeden Alters – zu unterstützen ist eine zweite wichtige Aufgabe im Hospizverein, ebenfalls von Ehrenamtlern wahrgenommen. Für Kinder und Jugendliche gibt es eigene Gruppen.

Gruppenangebot

Trauern lernen – mit Gleichaltrigen

Kinder und Jugendliche verarbeiten den Tod eines Menschen anders als Erwachsene. Der Hospizverein Kelheim will ihnen helfen.

Im schützendem Rahmen der Gruppe wird spielerisch und behutsam auf die vielen Facetten eingegangen, in denen sich Trauer äußert: „Das kann die große Traurigkeit sein, aber auch Wut, Angst, Hilflosigkeit. Und auch, sich mal wieder lachen zu trauen, gehört dazu!“, weiß Sonja Ilnseher, die Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin im Verein. Sie vergleicht die Trauer mit Wasserpfützen: „Plötzlich stolpert man in eine Trauerpfütze hinein. Du weinst, bist wütend oder willst kuscheln. Später, wenn du den Gefühlen nachgegeben hast, springst du aus der Trauerpfütze und bist wieder fröhlich.“

Trauer ist wie eine Pfütze, in die man hineinplatscht. Aber man kann auch wieder daraus herausspringen. Foto: Maria Wiederseiner
Trauer ist wie eine Pfütze, in die man hineinplatscht. Aber man kann auch wieder daraus herausspringen. Foto: Maria Wiederseiner

Erwachsene finden im „Trauercafé“ Trost, das der Verein an jedem zweiten Samstag im Monat in Kelheim anbietet. Außerdem gibt es einmal monatlich einen Gesprächskreis in Abensberg. Auch Einzelgespräche können vereinbart werden.

Um das häufig verdrängte Thema „Tod und Trauer“ zu ent-tabuisieren, bieten Hospizverein und Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis „Letzte Hilfe“-Kurse an. Sie vermitteln Basiswissen, Orientierung sowie einfache praktische Handgriffe und ermutigen dazu, sich Menschen am Lebensende zuzuwenden. Der nächste Kurs findet am 29. November von 16 bis 20.30 Uhr in Kelheim statt. Anmeldungen bei der KEB: 0 94 43/9 18 42 24.

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