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Kläranlage

Biburger suchen Anschluss

Gemeinsam mit Abensberg gibt es Gedankenspiele das Schmutzwasser nur noch in der Babonenstadt zu reinigen.
Von Wolfgang Abeltshasuer

Die alte Kläranlage in Biburg könnte bald ausgedient haben. Foto: Abeltshauser
Die alte Kläranlage in Biburg könnte bald ausgedient haben. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Die drei Teiche liegen fast idyllisch in der Biburger Landschaft. Erst bei genauerem Hinsehen bemerkt der Betrachter: Es handelt sich um eine Kläranlage. Sie hat viele Jahre lang der kleinen Kommune Biburg wertvolle Dienste geleistet. Auch wenn sie sich mittlerweile nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik befindet. Das räumt Bürgermeister Thomas Zachmayer offen ein. Ihre Zeit könnte bald gekommen sein. Denn die Biburger prüfen derzeit, ob sie ihre Anlage schließen sollen. Möglich wäre dann, das Biburger Schmutzwasser in Abensberg reinigen zu lassen. Das könnte dem einzelnen Biburger Einwohner unter dem Strich sogar Geld sparen. Ein Vierbeiner als Problem

Laut Zachmayer und Abensbergs Stadtwerkechef Hans Schmid laufen bereits erste Vorgespräche. „Wir sind da aber noch ganz am Anfang“, beschreibt es Schmid gegenüber unserem Medienhaus. Grundsätzlich sei es problemlos möglich, Biburg anzuschließen. Die Kapazität sei absolut vorhanden.

„Die Gemeinde Biburg betreibt eine eigene Kläranlage mit belüfteten Klärteichen und einem Vorabscheider, durch den alles Schmutzwasser geleitet wird“, erklärt Zachmayer die angewandte Technik. Der Vorabscheider ist ein weiterer Teich, in dem grobe Schmutzteile abgesondert werden.

Biber dringen in die Biburger Anlage ein. Foto: Felix Heyder dpa/lnw
Biber dringen in die Biburger Anlage ein. Foto: Felix Heyder dpa/lnw

Auslöser der Überlegungen war laut Zachmayer die Forderung des Wasserwirtschaftsamtes, die Klärbecken sicher vor Bibern zu machen. Derzeit können die Tiere in die Anlage eindringen und die technischen Abläufe stören. Kritik an Biberbestand in den Abensauen ist in der Vergangenheit immer wieder hochgekommen. Es gab Stimmen, die der Meinung waren: Es gibt zu viele von diesen Nagern.

Überlegungen seien aber auch grundsätzlich notwendig – was die Biburger Anlage betrifft. Denn die derzeitigen Klärbecken mit Belüftung und Vorabscheider würden nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Deshalb ist ein Ingenieurbüro laut Biburgs Gemeindeoberhaupt derzeit dabei, die Anlage auf Herz und Nieren zu überprüfen. Nicht zuletzt gehe es darum, die Kosten für notwendige Arbeiten herauszufinden. Gleichzeitig nahm die Kommune Kontakt mit der Stadt Abensberg auf, um über eine Kooperation zu diskutieren.

Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist, gibt es doch schon relativ konkrete Vorstellungen bezüglich der technischen Umsetzung. Der Bürgermeister berichtet, dass der Vorabscheider in jedem Fall bleiben würde. Das Schmutzwasser würde, wenn es diesen Teich durchlaufen hat, mittels Druckleitung in Richtung Babonenstadt gepumpt. Und zwar bis zur Gillamoos-Wiese – so sagt es Schmid. So sehen zumindest nach seinen Worten die derzeitigen Planspiele aus.

Größere Rohre notwendig

Von dort würde das Wasser im bestehenden Kanal weiterfließen. Der müsste dafür auf rund hundert Meter Länge vergrößert werden. Beide Kommunen würden sich hier – so sagt es der Stadtwerkechef – die Kosten teilen. Gleiches gilt für den Neubau eines Pumpwerkes. Schmid betont, dass die Abensberger ohnehin planen, bei Aunkofen eines zu errichten.

Hilfestellung wolle man sich von den Experten des Bayerischen Gemeindetages holen. Von ihnen erhoffe man sich Vorschläge, wie so eine Zusammenarbeit vertraglich konkret umgesetzt werden könne. Beim Blick auf die Kosten haben die Protagonisten laut Zachmayer bereits bemerkt, dass sowohl die Grund- als auch die Verbrauchsgebühr, welche die Gemeinde Biburg erhebt, zu niedrig seien. Außerdem waren die Abschreibungen auf die Anlagen zu niedrig angesetzt. Das habe man aber nach seinen Worten bereits im Vorjahr korrigiert.

Unter der Gillamoos-Wiese soll das schmutzige Wasser aus Biburg in Abensberg ankommen. Foto: Abeltshauser
Unter der Gillamoos-Wiese soll das schmutzige Wasser aus Biburg in Abensberg ankommen. Foto: Abeltshauser

Die letzte Gebührenerhöhung liegt nach seinen Worten mehrere Jahre zurück. Es müsse also gehandelt werden. Der Gemeinderat habe diese Frage aber zurückgestellt, bis geklärt ist, ob die Gemeinde ihre Kläranlage in Zukunft alleine weiter betreibt oder ob das Schmutzwasser in der Kläranlage in Abensberg in Form einer kommunalen Kooperation behandelt werden soll.

Dabei sei neben dem Biberproblem laut Bürgermeister Weiteres im Blick: Die Schmutzwasserwerte müssen besser werden. Sporadisch habe hier das Wasserwirtschaftsamt Überschreitungen angemahnt. Da Klärschlamm auf Dauer nicht mehr auf Feldern ausgebracht werden dürfe, müsse darüber nachgedacht werden, was mit dem Material geschehen soll. Auf Dauer sei wohl oder übel mehr Personal notwendig – gebe es auch in Zukunft eine Biburger Anlage.

Zuerst wird viel gerechnet

Ein Ingenieurbüro soll für die Global-Berechnung der Gebühren und Beiträge beauftragt werden. Gerechnet werden soll sowohl für den Fall einer Kooperation als auch für den ohne. Sicherlich werden die Kosten, die auf die Bürger zukommen, mitentscheidend sein, welcher Weg in Zukunft eingeschlagen wird. Auf Abensberger Seite wurden durch die Stadtwerke die Zahlen für die Entwicklung der Kläranlage und des Kanalsystems aktualisiert. Dies ist auch die Grundlage für eine Kooperationsverhandlung mit der Gemeinde Biburg.

Weiterer große Projekte sind am Laufen

  • Kinder:

    Sowohl Abensberg aus auch Biburg haben derzeit noch weitere große Projekt umzusetzen – oder haben das gerade erledigt. Ein Stichwort ist dabei die Kinderbetreuung. In beiden Kommunen sind neue Kinderkrippen entstanden. Die Biburger haben zudem ihren Kindergarten vergrößert. In Abensberg geschieht dies gerade im Ortsteil Sandharlanden. Bei der Einrichtung im Erikaweg laufen die Planungen.

  • Infrastruktur:

    In Abensberg werden in diesen Monaten bis ins kommende Jahr hinein mehrere wichtige Straße und Wege saniert – einmal vom Neubau des Rathauses ganz abgesehen. In Biburg laufen die Arbeiten für eine Verbesserung der Löschwasserversorgung für das Gewerbegebiet Dürnhart in diesen Tagen an. Dies ist notwendig, damit das Areal wachsen kann. (wo)

Biburgs Bürgermeister Zachmayer geht davon aus, dass die Entscheidung über das weitere Vorgehen binnen eines Jahres fällt. Die Frage, was mit dem Areal des Biburger Klärwerks für den Fall der Schließung geschehen solle, vermag er noch nicht zu beantworten. Zachmayer räumt ein, dass es noch keinerlei Planungen dafür gebe. Gespräche mit Wasserwirtschafts- und Landratsamt würden dafür wohl auch notwendig sein.

Eine Premiere in der Region wäre diese Zusammenarbeit nicht. So lässt Kirchdorf sein Schmutzwasser in Siegenburg reinigen. Elsendorf betreibt keine eigene Kläranlage, sondern arbeitet hier mit Train zusammen.

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