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Region Kelheim
Sonntag, 22. April 2018 27° 2

Jahresversammlung

BN ist für den Donau-Auen-Nationalpark

Peter Forstner wird als Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Kelheim bestätigt. Ortsgruppen sollen Engagement des BN verstärken.

40 Jahre Mitglied beim Bund Naturschutz ist Bernhard Blömer (Mitte) aus Kelheim. Foto: Forstner

Abensberg. Zahlreiche Mitglieder der BN-Kreisgruppe waren der Einladung zur Jahreshauptversammlung gefolgt. In seinem Tätigkeitsbericht ging der alte und neue Kreisvorsitzender Peter Forstner aus Abensberg auf die wichtigsten Ereignisse und Aktivitäten des vergangenen Jahres ein. „Zentrales Anliegen und die größte Sorge im Naturschutz ist nach wie vor der dramatische Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft“, stellt Peter Forstner, Kreisvorsitzender der BN-Kreisgruppe Kelheim, fest.

„Trotz großer Anstrengungen und auch einiger schönen Erfolge, z.B. Forstmoos und Naturerbe Siegenburg, ist es im Naturschutz nicht gelungen diesen Artenrückgang zu stoppen. Insekten- und Schmetterlingssterben sowie der Rückgang der Feldvögel – so sind z.B. 90 Prozent der Rebhühner verschwunden – sind auch im Landkreis Kelheim zunehmend festzustellen.“

Kleinstrukturen wichtig

Eine „Ökoallianz“ von BN, LBV, DAV, BI Irnsing und Fischer will dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen und organisierte bereits vielfältige Aktivitäten. Der BN sieht sich dabei als Motor. Notwendig, so Peter Forstner, seien mehr Naturkleinstrukturen und ein Biotopverbundsystem in der Agrarlandschaft, sowie eine natur- und umweltverträgliche Landwirtschaft. „Am Beispiel der ersten Biodiversitätsgemeinde Tännesberg, welche im August besucht wurde, ist zu sehen, dass auch Kommunen einen deutlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten können“, sagte der BN-Kreisvorsitzende. „Der Schutz und der Erhalt von sauberen Wasser und lebendigen Bächen und Flüssen steht ebenfalls auf der Agenda.“

Für den BN-Kreisvorsitzenden Peter Forstner ist ein Nationalpark Steigerwald mit seinen wertvollen Buchenwäldern, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trage, auch bei einem möglichen Auennationalpark „nicht vom Tisch“. Forstner: „Bayern bietet sicher auch noch Raum für einen vierten Nationalpark. Es steht außer Frage, dass Flussauen zu den artenreichsten Naturlebensräumen gehören. Leider sind natürliche Auenwälder eine Rarität geworden.“ Die BN- Kreisgruppe Kelheim unterstütze deshalb ohne Einschränkung einen Donau-Auen-Nationalpark.

Vorstandschaft der BN-Kreisgruppe: Martha Krieger, Peter Forstner, Regina Kiermayer, Diana Vierthaler, Sigbert Siebrich und Konrad Pöppel Foto: Forstner

Der 24 Kilometer lange Abschnitt einer noch freifließenden Donau mit dem Naturjuwel Weltenburger Enge im Landkreis Kelheim sei nur ein kleiner Bestandteil eines möglichen Nationalparks Donauauen. Die in die Diskussion eingebrachte Gebietskulisse von 660 Hektar umfasse im Wesentlichen schon heute als FFH-Gebiet, Naturschutzgebiete und Naturwaldreservate geschützte Bereiche. Sie reicht aus Sicht des Bund Naturschutz aber nicht aus und sollte mindestens auf das ganze Naturschutzgebiet Weltenburger Enge ausgedehnt werden. „Es leuchtet einfach nicht ein, dass in einem Naturschutzgebiet mit Europadiplom und wertvollen Buchenwälder weiterhin eine uneingeschränkte forstwirtschaftliche Nutzung erfolgt“, kritisiert Forstner.

In der aktuellen Diskussion um einen dritten Nationalpark werde dieser immer gleich als Bedrohung und Einschränkung der eigenen Interessen empfunden bzw. werde sofort nach dem Zugewinn und Mehrwert gefragt. Aus Sicht des Bund Naturschutz müssten zwar berechtigte Bedenken, z.B. die der Fischer bedacht werden, aber die naturschutzfachlichen Aspekte müssten im Vordergrund stehen. Schließlich gehe es um den Erhalt der Artenvielfalt, eines wertvollen Ökosystems und letztlich um den Erhalt der Schöpfung.

Weitere Punkte des Berichtes waren das Umweltbildungsprojekt Radula, dass seit 2004 insgesamt rund 25 000 Kindern und Jugendlichen ein Naturerlebnis ermöglichte. Auch für 2018 wurde ein Förderantrag gestellt, dessen Motto lautet „summende“ Vielfalt – ein Jahr mit den Bienen.

Viele neue Mitglieder

Eine Mitgliederwerbeaktion im September brachte gut 300 neue Mitglieder, der aktuelle Stand liegt damit bei 2300 Mitgliedern. Zukünftig will die Kreisgruppe verstärkt auf aktive BN-Ortsgruppen setzen. Mit einer neu aufgestellten Ortsgruppe Mainburg mit Konrad Pöppel als Vorsitzenden wurde ein Anfang gemacht. Ortsgruppen in Abensberg und Kelheim sollen folgen.

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