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Kultur

Brandler Theatertruppe tritt wieder an

Im September gehen Sigrid Manstorfers einstige Weggefährten erneut auf die Bühne. Ein paar mehr Darsteller braucht es noch.
Von Renate Beck

Der Termin für die Aufführung „Sehnsucht nach der ewigen Heimat“ steht. Was noch fehlt, sind zusätzliche Darsteller.  Foto: Anneliese Stamm
Der Termin für die Aufführung „Sehnsucht nach der ewigen Heimat“ steht. Was noch fehlt, sind zusätzliche Darsteller. Foto: Anneliese Stamm

Ihrlerstein.Wer an die ausverkauften Spielwochenenden mit bewegenden Theateraufführungen in der Jakobskirche, anschließende Gemeinschaftsessen im Geigerhof und an die vielen Premieren-Gäste auf der Brand denkt, wird dabei automatisch an Sigrid Manstorfer erinnert.

Als Autorin und Regisseurin brachte die Journalistin von 2002 bis zu ihrem plötzlichen Tod 2015 mehrere Stücke auf die Bühne. Einfühlsam und mitreißend wurden sie von den Laiendarstellern der ursprünglich von ihr gegründeten Theatergemeinschaft aufgeführt. „In der zweiten Septemberhälfte spielen wir wieder Theater“, verrät Anneliese Stamm nun der Mittelbayerischen Zeitung und ergänzt: „Ein paar Spieler bräuchten wir noch.“ Anneliese Stamm ist die Vorsitzende der 2017 in Folge neu gegründeten Theatergemeinschaft Ihrlerstein. Gemeinsam mit einstigen Ensemble-Mitgliedern will sie dieses Kulturgut nicht einschlafen lassen, sondern weiterführen.

Für die Theateraufführung „Anna Schäffer – Sehnsucht nach der ewigen Heimat“ am 19., 26. und 27. September ist bereits jetzt die alte Pfarrkirche St. Jakob in Ihrlerstein reserviert. Dieses Stück aus dem Vermächtnis von Sigrid Manstorfer erzählt das Schicksal der 1882 in Mindelstetten geborenen, bettlägerigen und 2012 heiliggesprochenen Schreinerstochter. Mit Carolin Reiber, einer lange mit Manstorfer befreundeten TV-Moderatorin, steht die Theatergruppe noch immer in Kontakt. Zu Manstorfers Lebzeiten kam sie immer wieder zu den Aufführungen nach Ihrlerstein. „Kann sein, dass sie auch im September wieder zur uns kommt“, freut sich die Vorsitzende.

Ein harter Schlag

Wenn Darstellerin Annemarie Ammer an die Zeit der letzten Aufführung unter der Regie von Sigrid Manstorfer denkt, dann verändert sich ihre Stimme. Traurig erzählt sie von der überraschenden Todesnachricht zwischen den Aufführungstagen. Der zweite Spieltag zu „Anna Schäffer – Sehnsucht nach der ewigen Heimat“ lag damals hinter dem Ensemble. Weitere zwei Tage Spielzeit lagen noch vor ihnen. Wie sollte es weitergehen? Ohne Sigrid? Dann dachte das Schauspieler-Team an deren einst ausgesprochenen Worte: „Spielt’s weiter, wenn ich nicht mehr da bin.“ Und sie spielten weiter. Nicht nur damals, sondern auch mit ihrem 2017 in Folge neu gegründeten Theaterverein Ihrlerstein.

Herzblut

Ihrlersteiner gründen Theaterverein

Sigrid Manstorfers Vermächtnis ist gesichert. Ihre Truppe geht mit „007“ und „Anstupserin“ Anneliese Stamm in die Zukunft.

Die Neuauflage des Krippenspiels „Betlehem ist überall“ in der Kirche St. Josef an Weihnachten 2017 knüpfte bereits an die bisherigen Erfolge an. In naher Zukunft wollen sie nun mit den Proben zu Anna Schäffers Geschichte starten. „Wir sind eine nette Gruppe mit großem Zusammenhalt. Eine, mit der es unheimlich Spaß macht“, schwärmt Annemarie Ammer. Zum Thema auswendig lernen der Texte lächelt die Lehrerin an der Jakob-Ihrler-Schule: „Das Proben lohnt sich. Es trainiert das Gedächtnis.“

Aufführungen

  • Rückschau:

    2002 und 2003: Kirchenbaugelübde. 2005 und 2006: Ludwig I. und der Bau der Befreiungshalle. 2007 und 2009: Betlehem ist überall. 2008: Der König und das Kloster Weltenburg. 2011 und 2012: Damals vor mehr als 60 Jahren. 2014 und 2015

  • Vorschau: A

    m 19., 26. und 27. September 2020: Anna Schäffer - Sehnsucht nach der ewigen Heimat in der alten Pfarrkirche St.Jakob in Ihrlerstein.

Ein gutes Gefühl

Die Darsteller konnten sich bei den Stücken individuell einbringen. „Bei den Aufführungen wurde es oft auch emotional.“ Im Anschluss standen die Schauspieler immer Spalier. Annemarie Ammer atmet tief durch und freut sich: „Mei is des schee. Die Besucher gingen dann mit strahlendem Lächeln auf uns zu und sprachen uns an.“ Ein schönes Gefühl sei es immer wieder gewesen.

Für die Neuauflage im September seien laut Anneliese Stamm einzelne Szenen neu zu besetzen. „Wir brauchen auch noch Kinder, egal welchen Alters. Und Passanten am Kirchenvorplatz.“

Wer Interesse hat, in der Gruppe mitzuwirken, kann sie gerne unter der Telefonnummer (09441) 7592 anrufen. Oder am 5. März um 18 Uhr zur Versammlung ins Restaurant Maharadscha kommen.

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