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Einsatz

Brandstifter sitzt jetzt in Haft

Der 19-Jährige, der in der Asylunterkunft in Abensberg Feuer legte, ist in Haft. Der Einzelgänger hatte wohl Drogenprobleme.
Von Benjamin Neumaier

Ein 19-jähriger Asylbewerber versuchte, mit Benzin die Gemeinschaftsunterkunft in Abensberg anzuzünden. Foto: Alexander Auer
Ein 19-jähriger Asylbewerber versuchte, mit Benzin die Gemeinschaftsunterkunft in Abensberg anzuzünden. Foto: Alexander Auer

Abensberg.Als die Abensberger Feuerwehr am Mittwoch, gegen 22 Uhr, an der Abensberger Asylunterkunft ankam, gab es für die Einsatzkräfte kein Feuer mehr zu löschen. Die Flammen hatten ihre Nahrung bis dahin schon verzehrt oder die Bewohner der Unterkunft hatten sie selbst gelöscht. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten aber alle Bewohner mit Hilfe der Feuerwehr die Gemeinschaftsunterkunft im Bad Gögginger verlassen.

Was schnell klar wurde: Der Brand war wohl vorsätzlich gelegt. Ein 19-jähriger Afghane, selbst Bewohner der Unterkunft, war laut Aussagen anderer Bewohner mit einem Benzinkanister durch das Erdgeschoss gelaufen, hatte Benzin auf Boden und Wände gegossen und es anschließend in Brand gesetzt. Dann flüchtete er mit dem Fahrrad.

Am Arbeitsplatz festgenommen

Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen, gab einen Fahndungsaufruf heraus – und hatte sehr schnell Erfolg. Schon am gestrigen Donnerstag, gegen 11 Uhr, vermeldete das Polizeipräsidium Niederbayern: „Der 19-jährige afghanische Asylbewerber, der im Verdacht steht, Feuer in einer Abensberger Asylbewerberunterkunft gelegt zu haben, wurde heute Morgen in Neustadt a. d. Donau an seiner Arbeitsstelle von Beamten der Kelheimer Polizei festgenommen.“

Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist weiterhin unklar. Gegen den 19-jährigen Afghanen, erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der schweren Brandstiftung. Er wurde am Donnerstag in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Zum Tatmotiv macht der 19-Jährige bislang keine Angaben.

Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall. Foto: Alexander Auer
Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall. Foto: Alexander Auer

In der Abensberger Asylunterkunft hat sich derweil teils blanke Panik Bahn gebrochen. Die Bewohner können die Tat teils nicht fassen: „Wir verstehen nicht, warum er das gemacht hat. Er hat überhaupt nicht daran gedacht, was alles hätte passieren können. Hier wohnen auch Familien mit kleinen Kindern. Wir haben Angst“, sagte einer der Bewohner. Die Lage in der Unterkunft ist nun angespannter denn je. Einige Bewohner hätten sich selbst aus dem oberen Stock ausquartiert und wären bei Kumpels im Erdgeschoss eingezogen, sagt ein Anderer: „Wir wollen hier raus. Was ist, wenn noch einer durchdreht. War er alleine? Kommt er wieder zurück? Ich weiß es nicht, aber ich glaube, er wollte uns töten!“

Tat nicht aus heiterem Himmel

Dabei kommt die Tat nicht aus völlig heiterem Himmel. Wie aus dem Helferkreis zu hören ist, „war der junge Mann schon sehr auffällig. Er hat sich abgekapselt, war teilweise aggressiv, hatte seine Aussetzer“, sagt eine ehrenamtliche Helferin. Er habe sich zunehmend von den anderen Bewohnern und auch den Helfern distanziert, Annäherungs- und Integrationsversuche abgeblockt. Der 19-Jährige habe auch schon einen oder sogar mehrere Suizidversuche hinter sich, sagte die Ehrenamtliche weiter, „und er hatte Drogenprobleme. Dass er aber so etwas tun könnte, damit hätte niemand von uns gerechnet.“ Drohungen in diese Richtung habe es keine gegeben.

Brandstiftung in Abensberger Asylunterkunft

Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Was in einem Fiasko hätte enden können, ging letztlich glimpflich aus. Das lag auch am Brandschutzkonzept: „Die Unterkunft verfügt über ein eigenes Brandschutzkonzept. Der Vermieter hatte, um überhaupt eine Baugenehmigung zu erhalten, vor dem Einzug der ersten Bewohner ein Brandschutzkonzept nachzuweisen und zu erfüllen. Über eine aufgeschaltete Brandmeldeanlage werden im Alarmfall die Einsatzkräfte über die Integrierte Leitstelle (ILS) informiert. Genauso ist es beim gestrigen Vorfall geschehen“, teilt Sarah Pancur von der Regierung von Niederbayern mit.

FFW war schon öfter angerückt

Die Abensberger Feuerwehr war schon des Öfteren automatisch alarmiert worden, „gebrannt hatte es dabei aber bisher Gott sei Dank nie“, sagte Kommandant Konrad Bauer. „Meistens war es ein Fehlalarm, weil in Zimmern verbotenerweise gekocht oder geraucht worden war. Oder der Alarm war per Hand von Bewohner ausgelöst worden.“ Um etwa 1 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr beendet. Dann durften die Bewohner ihre Zimmer wieder beziehen.

Vor Ort war am Mittwochabend auch der Leiter der Unterkunft: „Mich hat die Integrierte Leitstelle der Feuerwehr Landshut informiert, dass es in der Gemeinschaftsunterkunft Abensberg brennt. Daraufhin bin ich sofort in die Gemeinschaftsunterkunft gefahren. Zum Glück war das Feuer bereits aus, bevor die Feuerwehr eingetroffen war. Die Asylbewerber haben die Situation souverän gemeistert und so Schlimmeres verhindert. Natürlich sind die Asylbewerber bestürzt, dass einer von ihnen so etwas getan hat, denn sie befürchten, dass dieser Vorfall sie alle in einem schlechten Licht dastehen lässt.“

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