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Wasserversorgung

Brunnen in Mitterfecking sorgt für Ärger

Ein Weiterbetrieb des Mitterfeckinger Brunnens wird teuer. Mögliche Alternativen sehen nicht alle als optimal.
Von Roland Kugler

Das Wasserhaus des Mitterfeckinger Brunnens: Wenn es weiter betrieben werden soll, muss es innen saniert werden. Foto: Roland Kugler
Das Wasserhaus des Mitterfeckinger Brunnens: Wenn es weiter betrieben werden soll, muss es innen saniert werden. Foto: Roland Kugler

Saal.Der Brunnen in Mitterfecking wird seit längerem kontrovers diskutiert. Die Kommune muss ihre Wasserversorgung neu regeln, da der Saaler Brunnen stillgelegt werden muss. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zur Zeit wird mit der Hopfenbachtalgruppe (HTG) über einen Beitritt verhandelt. Diese würde jedoch den Mitterfeckinger Brunnen stilllegen, da sie zwei eigene hat. Momentan gibt es ein weiteres Problem.

Mitte Juli wurde bei Wasserproben eine Belastung mit coliformen Keimen im Mitterfeckinger Brunnen festgestellt. Diese stellen keine große Gesundheitsgefahr dar, können aber zu einer Beeinträchtigung führen, wie Saals Bürgermeister Christian Nerb in der jüngsten Gemeinderatsitzung sagte. Er zitierte aus mehreren Schreiben des Gesundheitsamtes an die Gemeinde. Da auch bei einer weiteren Probe Keime gefunden wurden, wurde der Brunnen vorübergehend von der Wasserversorgung genommen. Den Ort ersatzweise mit Wasser zu versorgen ist an sich kein Problem, da ein Drittel von Ober-, Mitter- und Peterfecking ohnehin von der Hopfenbachtalgruppe versorgt wird. Diese hat aber einen wesentlich höheren Wasserdruck, der normalerweise über einen Druckminderer ausgeglichen werden kann.

Fünf Rohrbrüche gleichzeitig

Der funktionierte allerdings nicht, weshalb es zu fünf Wasserrohrbrüchen gleichzeitig kam, und einige Ortsteile mehrere Tage ohne Wasser auskommen mussten. Das wurde repariert, und der Hochbehälter in Mitterfecking gereinigt und desinfiziert. Danach war das Wasser des Brunnens wieder einwandfrei, allerdings wurden bei der Reinigung Mängel festgestellt. Sowohl in einer Kammer des Hochbehälters, dort ist die Bitumenbeschichtung beschädigt, wie auch im Brunnenhaus, wo die Decke Schäden hat. Von dort können Teile ins Wasser gefallen sein, was eventuell die Belastung ausgelöst haben kann. Die genaue Ursache konnte nicht festgestellt werden, weshalb der Brunnen von der Wasserversorgung abgekoppelt blieb.

Wer zahlt?

  • Kosten:

    Zahlen müssen die Bürger ziemlich sicher bei der Neuregelung der Wasserversorgung. Eventuell wird der Wasserpreis höher, Saal hat einen relativ niedrigen mit 1,35 Euro für den Kubikmeter.

  • Umlage:

    Laut Gesetz wird eine Umlage – eine Einmalzahlung durch die Bürger – erhoben. Sowohl bei einer Sanierung des Brunnens, wie auch beim 2 bis 3 Millionen Euro teuren Beitritt zur Hopfenbachtalgruppe.

Eine einfache Reparatur ist dem Gesundheitsamt nicht ausreichend, eine umfangreiche Sanierung von Hochbehälter und Wasserhaus kostet geschätzte 650 000 Euro. Bürgermeister Nerb ist gegen die Sanierung, er befürwortet den Anschluss an die HTG. Diese will jedoch den Brunnen nicht weiter betreiben, da er defizitär betrieben und mit 50 000 Euro im Jahr von der Gemeinde bezuschusst wird. Mehrere Gemeinderäte, quer durch die Parteien, treten trotzdem für einen Erhalt des Brunnens ein. Rainer Kutil von Wähler für Wähler und Heinz Ruß von der SPD wollen, dass der Brunnen saniert wird und erhalten bleibt. „Auch wenn momentan genug Wasser vorhanden ist, ist es wichtig, einen funktionierenden Brunnen zu erhalten“, sagte Heinz Ruß. Auch Alois Dietl und Walter Dietz von der CSU stimmen dem zu, vor allem, da die Sommer immer trockener werden und man nicht in die Zukunft sehen könne. Ob es aber überhaupt zu einem Beitritt zur HTG kommen wird, hängt nicht nur von den aktuellen Verhandlungen ab. Sondern von einem geohydrologischen Gutachten über die Brunnen der HTG.

Gutachten in Auftrag gegeben

Es soll feststellen, ob die Hopfenbachtalgruppe die ganze Gemeinde Saal mit Wasser versorgen kann. Und ob und wie die Wasserschutzgebiete ausgeweitet werden müssen. In zwei bis drei Monaten soll es vorliegen. Deshalb einigten sich die Gemeinderäte mit 13 zu 3 Stimmen darauf, es abzuwarten, und erst dann über eine Sanierung und das weitere Vorgehen zu entscheiden. Alternativ könnte die Gemeinde Saal zum Beispiel auch Wasser von den Kelheimer Stadtwerken beziehen.

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