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Bürgerentscheid

Bürger entscheiden über Neubau

Am 14. Oktober stimmen Mainburger ab: Die Frage ist, ob die Schule in Sandelzhausen saniert oder woanders Stelle gebaut wird.
Von Wolfgang Abeltshauser

Das Gebäude der Grundschule in Sandelzhausen ist fast 60 Jahre alt. Foto: Abeltshauser
Das Gebäude der Grundschule in Sandelzhausen ist fast 60 Jahre alt. Foto: Abeltshauser

Mainburg.Wenn am 14. Oktober die Wähler zu den Wahlurnen gerufen werden, geht es in Mainburg nicht nur darum, den Landtag zu besetzten. Es gibt einen Bürgerentscheid. Beantwortet werden soll die Frage, ob die Grundschule im Ortsteil Sandelzhausen saniert und erweitert oder an anderer Stelle komplett neugebaut wird. Nachdem Bürger erfolgreich ein Bürgerbegehren für einen Neubau initiiert hatten, setzte eine knappe Mehrheit im Stadtrat ein Ratsbegehren dagegen – mit dem Ziel, es bei der Sanierung zu belassen.

Drei Kreuzchen sind zu machen

Auf dem Stimmzettel, den die Mainburger vorgelegt bekommen, müssen sie sogar drei Kreuzchen manchen. Da sind einmal die beiden Fragen zu beantworten, ob sie für einen Neubau oder eine Sanierung sind. Da theoretisch beides mehrheitlich mit „Ja“ beantwortet werden kann, gibt es eine Stichfrage. Dort geht es wieder um Neubau oder Sanierung. Wie von unserem Medienhaus berichtet, gibt es einen Beschluss des Stadtrates, das Schulgebäude zu sanieren und zu erweitern. Es befindet sich im Zentrum des Ortsteils. Herbst 2017 meldeten sich Bürger zu Wort, die einen Neubau am östlichen Ortsrand an der Thalhamer Straße fordern.

Sie haben ein Grundstück zwischen dem Ende der Wohnbebauung und dem Sportgelände des TSV im Blick. Das ist nach den Worten von Hauptamtsleiter Karl Raster im Eigentum der Kommune. Die Stadt habe es unabhängig vom Bürgerentscheid erworben, weil es städtebaulich sinnvoll war. Auch ein Baugebiet wäre dort denkbar.

1414 gültige Unterschriften

Das angestrengte Bürgerbegehren war erfolgreich. 1414 gültige Unterschriften sammelten die Initiatoren um Tobias Fritz ein. Als der geschäftsführende Beamte im Rathaus Karl Raster das Ergebnis im Rat verkündeten, regte Stadtrat Bernd Friebe (Freie Wähler) ein Ratsbegehren an. Das bedeutet, der Stadtrat iniziiert aus eigenem Antrieb eine Abstimmung. In der Julisitzung beschloss dies das Gremium mit knapper Mehrheit.

Für die Initiatoren der Abstimmung ist es eine klare Sache, dass ein Neubau die bessere Lösung wäre. Dabei könnten neue pädagogischen Gesichtspunkte in moderner Lernumgebung weitaus besser realisiert werden. Die Zukunft sei in den Augen von Fritz Gruppenunterricht, für den es ein anderes Raumprogramm brauche – weg von den üblichen Klassenzimmern. Auch die notwendigen Räume für die Ganztagsbetreuung seien so besser umzusetzen. Dies betonte jüngst auch der Mainburger SPD-Chef Johann Niedermeier bei einer Veranstaltung mit dem Landtagsabgeordneten Martin Güll.

Bürger entscheiden über Neubau

  • Alter:

    Die jetzige Grundschule im Ortsteil Sandelzhausen wurde im Jahr 1968 gebaut. Davor gab es direkt neben der Dorfkirche eine Volksschule. Das Gebäude ist längst abgerissen.

  • Einzugsgebiet:

    Nicht nur Kinder aus dem Ortsteil Sandelzhausen besuchen die Schule. Auch der Nachwuchs aus Empfenbach und Kleingundertshausen wird dort unterrichtet. (wo)

Bisher fehle eine richtige Aula – so Fritz weiter. Teilweise müssten Veranstaltungen an zwei Terminen stattfinden, weil zu wenig Platz sei. Parkmöglichkeiten seien am alten Standort längst nicht mehr ausreichend. Die Ratsmehrheit für die Sanierung, als deren Sprecher Matthias Bendl (Junge Liste) auftritt, argumentiert vor allem mit den Kosten. Die liegen bei einer Sanierung nach den Worten von Stadtbaumeister Ulrich Dempf laut Schätzung bei 3,3 Millionen Euro für die Kommune. Wogegen die Mainburger bei einem Neubau mit 6,7 Millionen Euro rechnen müssten.

Eingerechnet in den Neubau seien die Kosten für den Grunderwerb. Ebenso die Ausgaben für trotzdem notwendige Sanierungen am Altbau, um dort den Unterricht während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Für Bürgermeister Josef Reiser (SLU) und Edgar Fellner (SPD) waren das in der jüngsten Ratssitzung keine Argumente: Beim Kindeswohl dürfe man nicht auf Kosten schauen.

Lage mitten im Ortskern

In einer Informationsschrift haben die Befürworter der Sanierung aus dem Stadtrat weitere Argumente zusammengestellt: Die Lage mitten im Ortskern spreche für den bestehenden Standort. Er sei mit dem Fahrrad für die Kinder gut zu erreichen. Die Nähe zum Kindergarten erspare den Eltern überdies doppelte Wege. Sollte die Entscheidung für einen Neubau fallen, stellt sich dann die Frage, was mit dem alten Gebäude geschehen soll. Laut Raster und Fritz gibt es durchaus schon Überlegungen: Es könnte eine Kinderkrippe installiert werden.

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