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Anschaffung

Büro aus der Kiste soll Feuerwehr helfen

Mit Unterstützungsboxen soll im Ernstfall die Feuerwehreinsatzleitung entlastet werden. Das Material haftet auch am Auto.
Von Bianka Lucius

Kreisbrandmeister Wolfgang Kargl (von links), Dr. Erich Utz (Vorstandsmitglied Kreissparkasse), Vorstandsvorsitzender Dieter Scholz, Siegfried Girke (FF Saal), Kreisbrandrat Nikolaus Höfler und Landrat Martin Neumeyer bei der Übergabe der Boxen Foto: Lucius
Kreisbrandmeister Wolfgang Kargl (von links), Dr. Erich Utz (Vorstandsmitglied Kreissparkasse), Vorstandsvorsitzender Dieter Scholz, Siegfried Girke (FF Saal), Kreisbrandrat Nikolaus Höfler und Landrat Martin Neumeyer bei der Übergabe der Boxen Foto: Lucius

Kelheim.Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr versammelte sich am 10. Oktober die Feuerwehrführung des Landkreises. Dem Kreisfeuerwehrverband war es gelungen, die Kreissparkasse Kelheim als Spender für ihre neueste Anschaffung zu gewinnen.

Die 3500 Euro gab der Feuerwehrverband bereits schon für sogenannte „Unterstützungsboxen“ aus. Das sind stabile hellgraue Plastikkisten, deren Inhalt die Kommunikation der einzelnen Feuerwehren untereinander verbessern sowie die Feuerwehreinsatzleitung entlasten soll. Die 22 Unterstützungsboxen werden in zwei Gruppen aufgesplittet. Zum einen in elf Boxen, auf denen Führungsunterstützung steht und zum anderen in elf Boxen, die mit Atemschutzsammelstelle beschriftet sind. Die Feuerwehrunterstützungsboxen enthalten einen dicken Ordner mit Kontaktdaten der Ansprechpartner der einzelnen Feuerwehren und andere praktische Unterlagen. Des Weiteren sind kleine Materialkisten, die mit Schreibutensilien gefüllt sind, vorhanden.

Haftet mit elektrischer Ladung

So sehen die Unterstützungsboxen gefüllt aus. Foto: Lucius
So sehen die Unterstützungsboxen gefüllt aus. Foto: Lucius

Selbst Whiteboards befinden sich in den Kisten, jedoch in Form von Taktifol. Taktifol ist eine Folie, welche durch elektrostatische Ladung überall, vor allem am Feuerwehrauto, haftet. Sie kann beschriftet und abgewischt werden. Auch Papier wie Landkarten haften auf ihr. In der Kiste befinden sich Kabelbinder in den Farben Rot, Gelb und Grün. Diese werden bei Großeinsätzen benötigt. So können die Feuerwehrleute zum Beispiel einen Kabelbinder an einer Haustür befestigen. Anhand der Farbe erkennen dann Feuerwehrleute, die von anderen Feuerwehren kommen, ob die Arbeiten beendet sind, noch laufen oder noch erledigt werden müssen.

Gleich gedacht

  • Passau:

    Nicht nur die Kelheimer Feuerwehrleute kamen auf die Idee, sich die Kommunikation und Büroarbeit zu erleichtern. Bei einem Treffen mit Passauer Feuerwehrführungskräften wurde schnell klar, dass die Passauer Kollegen genau so dachten.

  • System:

    Und so wählte auch die Passauer Feuerwehrführung Feuerwehren aus, die mit Büroboxen ausgestattet werden.

Als Einsatzbeispiel wurde das Starkregenereignis im Mai 2018 in Sausthal-Rappelshofen genannt, da hätten sie die Kabelbinder gut gebrauchen können. Landrat Martin Neumeyer wie auch Dieter Scholz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Kelheim, erinnerten daran, dass vor allem in den letzten beiden Jahren die Feuerwehr im Landkreis Kelheim stark gefordert war.

Der Fibres-Brand wurde als Einsatzbeispiel für die Kisten mit der Aufschrift Atemschutzsammelstelle genannt. Hier sind Nummern enthalten, welche an die Feuerwehrleute vergeben werden, wenn sie mit einem Atemschutzgerät ein Gebäude betreten. Die Nummer werden fortlaufend auf Formularen vermerkt und auf kleine Karten geschrieben, welche in Magnetstreifen eingeschoben werden.

Überblick über die Retter

Die Magnetstreifen mit den Nummern haften am Feuerwehrauto. Dadurch weiß die Einsatzleitung, welcher Feuerwehrler wo im Einsatz ist. Kommt die Feuerwehrfrau oder der Feuerwehrmann aus dem Gebäude, wird der Magnet vom Auto entfernt. Das Gleiche trifft bei Gefahrenguteinsätzen zu. Auch dafür sind die Büromaterialien wie ein Nummernsystem in den Kisten enthalten.

Ziel ist es laut Kreisbrandrat Nikolaus Höfler, ein vereinheitlichtes Vorgehen aller Feuerwehren wie Mainburg, Saal a.d. Donau und Rohr im gesamten Landkreis zu ermöglichen. Die Unterstützungsboxen, wie auch gemeinsame Lehrgänge, sollen dies bewirken.

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